Samstag, 01. Oktober 2022

Deutscher Fußball-Bund
Geheime Tresore entdeckt

Gegen die alte DFB-Spitze laufen immer noch Ermittlungen. Doch auch die neue DFB-Führung hat keine Ruhe: In den alten DFB-Gebäuden sind vier Tresore entdeckt worden, zwei davon scheinen auch intern unbekannt zu sein. Das macht es spannend, sagt Journalist Thomas Kistner von der "Süddeutschen Zeitung".

Thomas Kistner im Gespräch mit Matthias Friebe | 13.08.2022

DFB Zentrale in der Otto-Fleck-Schneise in Frankfurt
Die ehemalige DFB Zentrale in der Otto-Fleck-Schneise in Frankfurt (imago/ Kirchner-Media/ Christopher Neundorf)
Beim Umzug des DFB in die neue Akademie sind in der alten Zentrale vier Tresore gefunden worden. Zwei davon waren intern bekannt. Sie enthielten Teile aus dem Nachlass von Sepp Herberger im sechsstelligen Bereich und altes Ticketmaterial. Der ehemalige Schatzmeister Horst R. Schmidt behauptet, dass ihm bis zu seinem Ausscheiden 2013 auch nur diese beiden Tresore bekannt waren.  
Das macht es spannend: „Wann und warum wurden aus zwei Safes vier?“, fragt sich Journalist Thomas Kistner. Brisant wird die Sache vor allem, weil die meisten von den beiden anderen Tresoren wohl nichts wussten: „Das wirft die Frage auf, wer sie wann und zu welchem Zweck im DFB platziert hat.“
Es scheint so, als wären die beiden unbekannten Safes ab dem Jahr 2014 dazugekommen, ein Jahr später verwickelte sich der DFB in eine Reihe von Skandalen. „Es ist die Frage, wofür wurden diese beiden anderen Tresore gebraucht, die offenbar erst ab 2014 gebraucht worden sind und zu denen auch DFB intern niemand einen Zugang hat“, überlegt Kistner.
Die beiden Tresore standen wohl so gut verborgen, dass sie bisher nicht entdeckt und auch bei den Razzien der Strafbehörden nicht gefunden wurden. Die Safes müssen jetzt fachmännisch geknackt werden. Mit dabei sein wird auch die Steuerbehörde. Die hatte der DFB selbst hinzugezogen:
„Die sind hellhörig geworden. Der DFB selbst hat darauf hingewiesen, dass ihn erst das Publikwerden der Tresorangelegenheit dazu bewogen hat, den Fiskus bei der Öffnung hinzuzuziehen“, sagt Kistner im Deutschlandfunk.
„Das zeigt, dass man es sonst lieber wieder ganz intern erledigt hätte, sowie die Öffnung der ersten beide ja erfolgt ist. Allerdings waren diese Tresore und ihr Inhalt ja schon bekannt. Die beiden anderen erscheinen jetzt als wirklich interessant und es wäre, glaube ich, schwierig gewesen, das jetzt im internen Kreis durchzuziehen. Vielleicht ist man da den Behörden auch ein bisschen zuvorgekommen. Fakt ist, falls die leer sind, dann sollte die Untersuchung erst losgehen.“