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StartseiteSport am Wochenende"Intern wird der Stellungskrieg anhalten"24.10.2020

DFB-Machtkampf"Intern wird der Stellungskrieg anhalten"

DFB-Präsident Fritz Keller wollte seinen Generalsekretär loswerden - und ist gescheitert. Es entstehe der Eindruck, dass Keller den Machtkampf verloren habe, sagte SZ-Journalist Thomas Kistner im Dlf. Es zeige sich ein völlig zerrissenes Führungsteam.

Thomas Kistner im Gespräch mit Matthias Friebe

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98. (Außerordentlicher) Bundestag des DFB - Das Präsidium des Deutschen Fußball-Bundes steht auf einer Bühne. v.l.: Christian Seifert (DFB-Vizepräsident), Peter Peters (1. DFB-Vizepräsident), Fritz Keller (DFB-Präsident), Dr. Friedrich Curtius (DFB-Generalsekretär), Dr. Rainer Koch (1. DFB-Vizepräsident), Dr. Stephan Osnabruegge (DFB-Schatzmeister) (Thomas Böcker/DFB)
Das Präsidium des Deutschen Fußball-Bundes (Thomas Böcker/DFB)
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Wie geht es weiter beim DFB? Nach der Steuerrazzia war in dieser Woche von Zerwürfnissen im Präsidium zu hören. DFB-Präsident Fritz Keller wollte sogar die Vertrauensfrage stellen. Es ging auch um ein mögliches Ende der Amtszeit von Generalsekretär Friedrich Curtius. Am Ende der Präsidiumssitzung dann eine Pressemitteilung. Dort war zu lesen von einem "klaren Signal zur konstruktiven Zusammenarbeit im Sinne des Fußballs". Hat Fritz Keller den Machtkampf verloren? Das sei der Eindruck, der sich zurzeit ergebe, sagt SZ-Journalist Thomas Kistner im Dlf. Ein weiterer Rückschlag für Keller sei, dass man Rainer Koch für einen UEFA-Posten nominiert habe. Diesen hätte Keller "nur mit Argumenten verhindern können, die auf die Steuerermittlungen hinweisen", meint Kistner. 

"Ein völlig zerrissenes Führungsteam"

Bemerkenswerter sei aber nun, dass der DFB Peter Peters für den FIFA-Rat nominiert habe. Es stelle sich die Frage, ob solche hochbezahlten Posten dafür genutzt würden, um Funktionäre zu versorgen, für die man im nationalen Fußball keine Verwendung mehr habe. Als Finanzchef bei Schalke 04 habe er ein "desaströses Bild" hinterlassen, so Kistner. 

Der personelle Neustart beim DFB sei insgesamt gescheitert. "Intern wird der Stellungskrieg anhalten. Da wartet jetzt die eine Seite darauf, dass die andere den nächsten Fehler macht, um loszuschlagen. Es ist ein völlig zerrissenes Führungsteam, so wie es der DFB jetzt hat, es seht für alles andere als einen Neustart. Da kann nur noch nach Außen hin Frieden simuliert werden."

Sicher sei, dass eine Schlüsselfrage für die internen Verwerfungen bald den nächsten Streit auslösen werde. Dabei gehe es um die Aufklärung der Sommermärchen-Affäre. In diesem Fall sei neues belastbares Material gefunden worden. Es werde deutlich, dass die Aufklärer unter Druck stehen, und "deshalb stärkt der Ausgang der Sitzung am Freitag, dass sich Keller nur mit seinen Kollegen arrangieren muss, eher die Position derjenigen, die die Fakten zur WM gerne auf dem Tisch haben wollen - auch wenn das einen neuen Skandal auslösen sollte."

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