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Nach Tod eines Jugendlichen
DFB will entschlossen gegen Gewalt vorgehen

Nach dem Tod eines 15 Jahre alten Nachwuchsspielers aus Berlin will der Deutsche Fußball-Bund (DFB) den Kampf gegen Gewalt intensivieren.

05.06.2023
    Blumen und eine Kerze erinnern an einem Zaun in Lichtenberg an einen 15-Jährigen aus Berlin, der nach einer Schlägerei bei einem Turnier in Frankfurt/Main verstarb.
    Der DFB will nach dem Tod eines 15-jährigen bei einem internationalen Turnier in Frankfurt am Main ein Zeichen gegen Gewalt setzen. (Paul Zinken / dpa / Paul Zinken)
    "Wir haben ein gesellschaftliches Problem beim respektvollen Umgang miteinander. Das betrifft nicht allein den Fußball, aber eben auch", sagte DFB-Vizepräsident Ronny Zimmermann. "Wir müssen klar und entschlossen sein. Gerade jetzt sind wir als Fußballgemeinschaft aufgefordert, gegen jede Form der Gewalt aufzustehen." Er ergänzte: "Wir haben das Themenfeld Gewalt in einer AG neu aufgesetzt, mit DFB-Personal, aber auch externen Experten. Zudem wurden die Landesverbände von mir aufgefordert, das Thema zur Chefsache zu machen."
    Der Jugendliche war am Mittwoch gestorben. Er erlag den Folgen seiner schweren Hirnverletzungen, die er am Pfingstsonntag bei einer Schlägerei bei einem Jugendturnier in Frankfurt/Main erlitten hatte. Dem Spieler vom JFC Berlin war gegen den Kopf und den Hals geschlagen worden. Der mutmaßliche Täter ist ein 16 Jahre alter Spieler einer französischen Mannschaft.
    Laut Zimmermann mussten in der Saison 2021/22 insgesamt 911 Spiele wegen Diskriminierungs- oder Gewaltvorfällen abgebrochen werden. 
    Seit 2006 gibt es eine Task Force des Deutschen Fußball-Bundes und der Deutschen Fußball Liga GmbH DFL gegen Gewalt, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.
    Diese Nachricht wurde am 04.06.2023 im Programm Deutschlandfunk gesendet.