Fußball-WM 2034
DFB will trotz Kritik für Vergabe an Saudi-Arabien stimmen

Der Deutsche Fußball-Bund wird für die Vergabe der Weltmeisterschaft 2034 an Saudi-Arabien stimmen. Das hat DFB-Präsident Neuendorf in Frankfurt am Main bestätigt. Er erklärte, mit einer Enthaltung oder Stimme gegen die Vergabe "hätte man nichts erreicht".

    FIFA-Präsident Gianni Infantino (l.) mit DFB-Präsident Bernd Neuendorf
    FIFA-Präsident Gianni Infantino (l.) mit DFB-Präsident Bernd Neuendorf (IMAGO / Sven Simon / IMAGO / Frank Hoermann / SVEN SIMON)
    Das DFB-Präsidium habe die Zustimmung einstimmig beschlossen, sagte Neuendorf. Auch die Landesverbände hätten keinen Einspruch erhoben. Die Vergabe der WM an Saudi-Arabien ist wegen der dortigen Menschenrechtslage umstritten. Fan-Vertreter und Nicht-Regierungs-Organisationen verlangten, dass der DFB sich gegen die Vergabe stellt. Neuendorf betonte, allen seien die Menschenrechtslage und die Repressalien in Saudi-Arabien bewusst. Das sei nichts, was man in irgendeiner Form gutheiße. Eine Ablehnung oder gar ein Boykott schloss Neuendorf aber aus: "Ich glaube, wir können den Einfluss nur geltend machen dann, wenn wir sagen: Ja, wir stimmen zu, aber wir wissen, es gibt Defizite."

    Auch Vergabe der WM 2030 steht fest

    Die Abstimmung findet am kommenden Mittwoch bei einem außerordentlichen FIFA-Kongress statt. Dabei wird en bloc über die Vergabe der Weltmeisterschaften 2030 und 2034 abgestimmt. Für 2030 gibt es eine gemeinsame Bewerbung von Spanien, Portugal und Marokko, je ein Eröffnungsspiel soll anlässlich des 100. jährigen Bestehens der Weltmeisterschaften in Uruguay, Paraguay und Argentinien stattfinden.
    Diese Nachricht wurde am 06.12.2024 im Programm Deutschlandfunk gesendet.