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Dicke Menschen Ausgegrenzt und abgewertet

Mobbing-Erfahrungen beginnen für Übergewichtige oft schon im Kindergarten. Menschen, die mehr Pfunde auf die Waage bringen, brauchen ein sehr starkes Selbstbewusstsein, um die Konfrontation mit ihrem angeblichen "Nicht-Genügen" in den Augen der "Anderen" auszuhalten. Ist die Diskriminierung von Übergewichtigen eine Art Sport in einer ansonsten politisch korrekten Gesellschaft?

Eine Sendung von Eva-Maria Götz und Andreas Stopp (Moderation) | 16.12.2016

Ein dickes Mädchen stochert in Hamburg) in seiner Nachspeise herum.
Viele glauben, dass dicke Mensch selbst schuld an ihrem Übergewicht sind - und reagieren entsprechend auf sie. (Markus Scholz, dpa picture-alliance)
Auch in der Schule setzen sich Übergriffe, Beleidigungen –"Na, du fette Sau!"- und Ausgrenzung fort. Später werden Arztbesuche - "Ach, Sie haben Rückenprobleme? Dann nehmen Sie doch erst mal ab"- oder auch Reisen mit dem Flugzeug und Theaterabende zur Tortur. Und kaum eine Zeitschrift erscheint ohne Diätrezepte oder gut gemeinte Tipps für das Erreichen eines angeblichen Idealgewichts, das für viele von uns in weiter Ferne liegt.
Menschen, die mehr Pfunde auf die Waage bringen, brauchen ein dickes Fell und ein sehr starkes Selbstbewusstsein, um diese immerwährende Konfrontation mit ihrem angeblichen "Nicht-Genügen" in den Augen der "Anderen" zu kompensieren. Es gibt bisher keine wissenschaftliche Belege dafür, dass und ab wann Übergewicht wirklich gesundheitsgefährdend ist. Aber fast jeder hat dazu eine Meinung: Dick sein ist unattraktiv und diejenigen, die es sind, sind selbst schuld.
Ist die Diskriminierung von Übergewichtigen eine Art Sport in einer ansonsten politisch korrekten Gesellschaft?
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Gesprächsgäste:
  • Natalie Rosenke, Vorsitzende der Gesellschaft für Gewichtsdiskriminierung
  • Rainer Hunold, Schauspieler
  • Prof. Dr. rer. med. Claudia Luck-Sikorski, Leiterin der Forschungsgruppe "Stigmatisierung und internalisiertes Stigma bei Adipositas" der Universität Leipzig