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Die aktive Sonne

Das war keine Laserkanone von Außerirdischen – es war ein Energieausbruch – Energie von der Sonne. Die Raumsonde Cassini nahm dies im vergangenen Jahr auf und ein US-Physiker verwandelte die übermittelten Daten in Geräusche.

Von Damond Benningfield |
    Cassini hielt die Radiowellen fest, die bei einem Sonnenflare entstanden. Es war einer der intensivsten Flares, die wir bisher beobachten konnten. Ein Sonnenflare ist eine Explosion auf der Sonnenoberfläche. Dabei wird heißes, ionisiertes Gas – sogenanntes Plasma – in den interstellaren Raum geschleudert. Flares haben eine Beziehung zu den relativ kühlen, dunklen Regionen der Photosphäre mit erhöhtem Magnetfeld – den sogenannten Sonnenflecken.

    In einem bestimmten Zyklus schwankt die Anzahl solcher Sonnenflecken. Zum Maximum kommt es etwa alle 11 Jahre - vor ca. drei Jahren gab es das letzte. Die Anzahl von Sonnenflecken und Sonnenflares sollte derzeit eigentlich ständig abnehmen. Im letzten Jahr war die Sonne aber ungewöhnlich aktiv.

    Es gibt Hinweise darauf, dass die meisten Sterne ihren ganz eigenen magnetischen Zyklus haben. Jüngere Sterne sind aktiver – teilweise, weil sie sich schneller drehen. Während sie sich drehen, verheddern sich ihre magnetischen Feldlinien, und können plötzlich zerreißen und sich neu ausrichten. Wenn sich Magnetfelder so neu strukturieren, entstehen diese Flares. Unsere Sonne dreht sich etwa einmal im Monat um sich selbst. Ihre magnetische Aktivität ist relativ moderat. In jüngeren Jahren rotierte sie schneller. Energieausbrüche, wie wir sie im vergangenen Jahr erlebt haben, waren damals wohl keine Seltenheit.