
Die Faszination für das azurblaue Meer in den Sommerferien ist demnach biologisch messbar. Bestimmte Blautöne wirkten im Gehirn wie ein äußerer Trigger, führte Buether aus, ähnlich wie eine Melodie oder ein vertrauter Geruch. Man sehe nicht nur Blau und denke ans Meer, sondern erinnere sich auch körperlich an das Schwimmen, an sommerliche Erholung und schöne Erlebnisse. Blau gelte weltweit als die am positivsten besetzte Sehnsuchtsfarbe. "Meerblau wirkt frisch, feucht oder eisig. Azurblau weckt friedliche Assoziationen. Ultramarinblau kann etwas Wehmut hervorrufen." Kulturgeschichtlich schlage sich das von den alten Ägyptern bis zur christlichen Ikonografie nieder. Es sei sicher kein Zufall, dass Maria im Christentum häufig blaue Kleidung trage, und schon die alten Ägypter Lapislazuli für Schmuck, Kultgegenstände und Grabbeigaben verwendeten. Buether fügte allerdings hinzu, wichtig seien aber nicht nur festgelegte Bedeutungen, sondern auch individuelle persönliche Erfahrungen. "Wenn uns ein blaues Auto angefahren hat, kann die Farbe Panik auslösen. Das gilt ebenso für Todesangst auf dem Meer"
Diese Nachricht wurde am 28.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
