Samstag, 02. Juli 2022

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Die Internationale Frauenuniversität - der weiblichste Campus der Welt

15.08.2000

Die EXPO 2000 liefert den Rahmen für die Internationale Frauenuniversität, an der 900 Studentinnen und Dozentinnen aus aller Welt teilnehmen. In der Zeit vom 15.7.2000 bis zum 15.10.2000 findet an unterschiedlichen Orten in ganz Deutschland das englischsprachige, interdisziplinär orientierte Studienprogramm statt. Nicht in Fächer untergliedert, sondern anhand von Projektbereichen zu den Themen Arbeit, Information, Körper, Migration, Stadt und Wasser werden in Form von Theorieseminaren, Workshops, Labor- und Projektarbeit in Kleingruppen sowie bei Exkursionen die jeweiligen Bereiche bearbeitet. Pro Projektbereich können sich 150 Studentinnen einschreiben. Bis die Internationale Frauenuniversität nun wirklich vor die Augen der Öffentlichkeit treten konnte, mussten die Organisatoren viele Hürden nehmen. Nach der Gründung des Vereins "Internationale Frauenuniversität e.V." als Trägerverein wurde 1998 das Projekt von der Expo registriert. Noch im selben Jahr erarbeiteten insgesamt 40 Wissenschaftlerinnen aus 12 Ländern die Studieninhalte für die sieben Projektbereiche. Als wichtige Kooperationspartner konnten u.a. das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), die Europäische Union, der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD), Stiftungen und die GTZ gewonnen werden. Am 31. März 1999 schließlich fand die offizielle Gründung der Internationalen Frauenuniversität statt, Professorin Dr. Aylâ Neusel wurde die Präsidentin.

Angetreten ist die Internationale Frauenuniversität als anspruchsvolles und innovatives Hochschulexperiment, dessen Initiatoren hoffen, dass es auf das deutsche Hochschulsystem in positiver Weise auszustrahlen vermag. Man erhofft sich neue Erfahrungen und Erkenntnisse, die durch die Interdisziplinarität und Internationalität zum einen und durch die Sensibilität für die Geschlechterforschung andererseits gefördert werden können. Die an 900 Frauen aus aller Welt vergebenen Studienplätze waren im Vorfeld vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) weltweit öffentlich ausgeschrieben worden.

"Die Suche nach dem Dritten Weg", so fasst Professorin Sigrid Melz-Göckel das Innovative an der ifu zusammen. "Die ifu ist eine Begegnung der Frauen an einem dritten Ort. Die Frauen kommen nicht nach Deutschland, sondern sie bilden als ifu eine ganz eigene Gruppe. Es handelt sich um ein wirklich neues Konzept, bei dem es keine dominante Kultur als Vorgabe gibt - das ist die ifu und das ist das total Neue daran". Die ifu könne dadurch nach ihrer Meinung ein Modell mit sehr vielen Übertragungsmomenten werden, in deren Mittelpunkt das zusammenwachsende Europa, das zunehmende Weltbürgertum, die Mobilität der Eliten, aber auch der Not, eine vielseitigere Sicht auf die Multikulturalität erlaube.

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Ansprechpartnerinnen sind: in Hannover: Christiane Bradatsch: 0511 - 1261212 in Hamburg: Tina Bach: 040 - 428386912 in Kassel: Anja Lipschik: 0561 - 8043836 in Suderburg: Susanne Winkelmann-Lehwald: 05826 - 988235

Die Internationale Frauenuniversität ist ein weltweites Projekt der Weltausstellung EXPO 2000