
In einer ersten Analyse der Online-Ausgabe der NEW YORK TIMES heißt es: "Es war weniger überraschend, dass Fox News sich auf einen Vergleich einließ, als vielmehr, dass dies zu einem so späten Zeitpunkt geschah. In einem Gerichtsprozess hätten Beschäftigte von Fox News darlegen müssen, inwieweit diese von den Unwahrheiten wussten und warum sie nichts dagegen unternahmen. Offen bleibt nun die Frage, ob der jetzige Vergleich ausreicht, damit Fox News seinen Umgang mit aufrührerischen und verleumderischen Verschwörungsinhalten ändert", fragt sich die NEW YORK TIMES.
Die WASHINGTON POST schreibt: "Die Nachricht, dass sich beide Seiten in der 1,6 Milliarden Dollar schweren Klage nun auf 787 Millionen Dollar verständigt haben, wird diejenigen enttäuschen, die sich eine härtere Strafe für Fox News gewünscht haben. Das ist verständlich, wenn man bedenkt, dass Fox News seit mehr als 26 Jahren die Öffentlichkeit mit Lügen und halbgaren Geschichten überschwemmt hat. Es fühlt sich alles ein wenig leer an", kritisiert die WASHINGTON POST.
In einem Gastkommentar der japanischen Zeitung NIHON KEIZAI SHIMBUN heißt es: "Wenn ein Politiker absichtlich falsche Behauptungen macht, also lügt, trägt nun auch das Medium, das seine Behauptungen verbreitet, ein finanzielles Risiko. Für die politischen Aktivitäten des früheren Präsidenten Trump dürfte die jüngste Entwicklung Konsequenzen haben. Trumps Popularität ist nicht nur mit Hilfe seines sozialen Netzwerks zu erklären - vielmehr hatte die Berichterstattung des Senders Fox News bislang eine wichtige Rolle gespielt. Trump dürfte nun im Rennen um die kommende Präsidentschaftswahl an Einfluss verlieren", erwartet NIHON KEIZAI SHIMBUN aus Tokio.
Nun nach Brasilien. Die Kritik von Präsident da Silva an der westlichen Militärhilfe für die Ukraine ist Thema in der spanische Zeitung LA VANGUARDIA: "Brasilien wird von den USA beschuldigt, damit die russische Propaganda übernommen zu haben. Brasilien bestreitet dies. Aber tatsächlich fordert Präsident da Silva Friedensgespräche unter Führung Chinas, auch wenn das bedeutet, dass die Ukraine Gebiete abtreten müsste. Lula wirft dem Westen vor, 'den Krieg zu schüren'. Genau das sagt auch Russland. Lulas Haltung könnte ein Zeichen dafür sein, dass der Westen bei der Verteidigung der Ukraine an Unterstützung verliert", erläutert LA VANGUARDIA aus Barcelona.
Die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG überlegt, wie Europa auf Brasiliens Annäherung an Russland und China reagieren sollte: "Es wäre ein Fehler, Brasilien deswegen fallenzulassen. Das Land ist geopolitisch zu wichtig. Es geht nicht darum, Lulas Position zu akzeptieren, sondern sie zu verstehen. Brasilien pflegt eine lange Tradition der Neutralität zwischen den großen weltpolitischen Blöcken. Nach dem Mauerblümchendasein Brasiliens unter seinem Vorgänger sucht Lula wieder eine wichtige weltpolitische Rolle für sein Land. Er glaubt, das Maximum für Brasilien herauszuholen, wenn er zwischen dem Westen und China laviert und so größtmögliche Handlungsfähigkeit erhält", konstatiert die NZZ aus der Schweiz.
Die Abschlusserklärung der Außenminister der sieben führenden Industriestaaten hat in China für diplomatischen Unmut gesorgt. Die in Hongkong erscheinende Zeitung WENWEIPO formuliert es so: "Auf dem G7-Außenministertreffen in Japan wurde in anmaßender Weise die aktuelle Lage in der Taiwanstraße erörtert. Dies gehört zu dem bereits bekannten Spiel des Stichelns und Aufwiegelns. Die Ursache für die Spannungen in der Meerenge von Taiwan sind die durchtriebenen Bestrebungen der Unabhängigkeitsbefürworter, die Insel mit Hilfe ausländischer Kräfte von China abzuspalten. Es gibt nur ein China, dessen untrennbarer Bestandteil Taiwan ist, und die einzige legitime Regierung, die ganz China vertritt, ist die Zentralregierung der Volksrepublik China. Wem die Entspannung der Lage in der Taiwanstraße wirklich am Herzen liegt, der darf nicht ständig Stimmung gegen China machen und auf Krawall gebürstet sein. In ihren Worten unterstützen die G7-Staaten die Ein-China-Politik, aber gleichzeitig unterstützen sie mit ihren Taten separatistische Kräfte in Taiwan. Dieses Verhalten zerstört den Status quo in den Beziehungen zwischen Peking und Taipeh und steht einer friedlichen Wiedervereinigung Taiwans mit China im Wege", warnt die regierungsnahe Zeitung WENWEIPO aus Hongkong.
Weiter geht es in den Sudan, wo seit Tagen Angehörige des Militärs und abtrünnige Soldaten gegeneinander kämpfen. Die britische TIMES beleuchtet die Rolle der russischen Söldner-Gruppe Wagner: "Jewgeni Prigoschin, der ehemalige Koch von Wladimir Putin, sorgt in Afrika für Aufruhr. Seine Miliz hat im Sudan eine gut finanzierte paramilitärische Einheit ausgebildet und ausgerüstet, die das Land zerrüttet. Wenn die sudanesischen Spezialeinsatzkräfte die Oberhand über Khartums Armee gewinnen, sind Prigoschins Söldner einem Ziel nahe, das ihnen bisher verwehrt geblieben ist: die maßgebliche russische Kontrolle über eine afrikanische Kleptokratie mit Goldminen und einem leichten Zugang zu einem Hafen am Roten Meer", befürchtet THE TIMES aus London.
Die ARAB NEWS aus Saudi-Arabien bemerken: "Die Lage im Sudan ist entscheidend für die Stabilität der Region. Die USA, Russland, Ägypten und Israel haben alle ein Interesse daran, wie sich die Lage weiter entwickelt. Besorgniserregend ist, dass im Sudan keine der beiden Konfliktparteien in der Lage sein wird, einen schnellen Sieg zu erringen. Die Kämpfe könnten sich über Wochen und sogar Monate hinziehen", schreiben die ARAB NEWS aus Dschidda.
Auch der britische GUARDIAN zeigt sich besorgt: "Sollte die Gewalt weitergehen, besteht die reale Gefahr, dass immer mehr in- und ausländische Akteure in das Geschehen hineingezogen werden, was eine Lösung des Konflikts schwieriger denn je machen würde. Neben der Sorge um den Sudan selbst besteht die Befürchtung, dass die Kämpfe auf den Tschad, die Zentralafrikanische Republik und andere Teile der Region übergreifen könnten. Die Einstellung der Kämpfe wäre ein erster Schritt. Es bedarf einer einheitlichen und nachhaltigen internationalen Unterstützung für einen Waffenstillstand. Unter Donald Trump haben die USA die Sudan-Politik faktisch an regionale Akteure ausgelagert. Ihr erneutes Engagement ist überfällig und zu begrüßen. Gezielte Sanktionen könnten dabei eine Rolle spielen", erläutert der GUARDIAN aus London.
Zum Schluss ein Blick ins Europäische Parlament. Dort haben die Abgeordneten weitere Maßnahmen in der Klimaschutzpolitik beschlossen. Die KLEINE ZEITUNG aus Österreich notiert: "Zum ersten Mal wird der Emissionshandel auf eine breite Basis gestellt. Das System wird im Flugverkehr verschärft, erreicht auch Schiffe und wird sogar auf Gebäude und den Straßenverkehr umgelegt. Samt Sozialfonds für alle, die sich damit verbundene Teuerungen nicht mehr leisten können. Oligarchen, Milliardare und sonstige Betuchte brauchen sich darum so oder so keine Sorgen zu machen, sie sind nämlich ausgenommen. Glänzende Jachten und schicke Privatjets fallen nicht unter die neuen Gesetze. Fragt man EU-Abgeordnete verschiedener Parteien über den Grund für die Ausnahme, gibt es zunächst Schulterzucken als Antwort. Angeblich liegt es daran, dass bei privaten Gefährten der bürokratische Aufwand zu groß sei. Denn was für die 90-Meter-Luxusjacht oder die 650er-Gulfstream gilt, müsste dann auch für das kleine Fischerboot oder die Mini-Cessna gelten, so das Argument. An solchen Nebensächlichkeiten ist in Brüssel bisher selten was gescheitert."
