
Dazu heißt es in der schwedischen Zeitung DAGENS NYHETER: "Der israelische Ministerpräsident Netanjahu hat stets erklärt, dass sein Ziel die Zerschlagung der Hamas ist. Das erfordert eine Kontrolle auf dem Boden und die Zerstörung der unterirdischen Anlagen. Die dahinterstehende Logik ist leicht zu begreifen: Israel kann nicht zulassen, dass es zu einem erneuten bestialischen Angriff wie am 7. Oktober kommt. Aber der Preis dafür ist unglaublich hoch. Viele Wohngebäude im Gazastreifen wurden bereits zerstört, mehr als 15.000 Menschen sollen ums Leben gekommen sein. Israel hat jedes Recht auf Selbstverteidigung, muss aber auch alles tun, damit keine Zivilisten zu Schaden kommen", mahnt DAGENS NYHETER aus Stockholm.
Die JERUSALEM POST ist empört über den türkischen Präsidenten Erdogan. Dieser soll den israelischen Präsidenten Netanjahu als "Schlachter" im Gazastreifen beschimpft haben: "Die jüngsten Äußerungen signalisieren einen Bruch, der in absehbarer Zeit nicht behoben werden kann. Es ist eine Sache, das Vorgehen der israelischen Regierung in diesem Krieg zu kritisieren. Eine ganz andere Sache ist es, den Staat Israel und seinen Führer als Kriegsverbrecher zu bezeichnen. Israel führt einen Verteidigungskrieg. Dieser wurde dem Land von einer Terrorgruppe aufgezwungen, die gerade das größte Massaker an Juden seit dem Holocaust verübt hat", hebt die JERUSALEM POST hervor.
Der türkische Präsident Erdoğan gebe sich als Verteidiger Gazas und der Rechte der Palästinenser, notiert die Zeitung KARAR aus Istanbul: "Erdoğan sagte bei einer Rede, wenn man Gaza, Palästina, Jerusalem sowie die im Islam heiligen Orte Mekka und Medina verteidige, dann schütze man auch Istanbul, und alle anderen islamischen heiligen Orte. Erdogan hat auch behauptet, dass Israels nächstes Ziel die Besetzung Istanbuls ist. Mit solchen Äußerungen kann kann man eigentlich keine normalen Beziehungen zu Israel aufrechterhalten. Doch kann man Erdoğan wirklich ernst nehmen? Die Realität sieht anders aus, die Menschen werden getäuscht: Denn die Türkei führt nach wie vor regen Handel mit Israel", erklärt die türkische Zeitung KARAR.
Die WASHINGTON POST sieht den israelischen Ministerpräsidenten Netanjahu zunehmend unter Druck: "Mitten in dieser Krise kämpft Netanjahu um das, was von seiner politischen Karriere übrig geblieben ist. Gleichzeitig versucht er, die Hamas endgültig zu besiegen. Experten sind sich nicht sicher, ob Netanjahu nach dem Krieg im Amt bleiben kann. Selbst die verehrte Ministerpräsidentin Golda Meir musste nach dem Schock des Jom-Kippur-Krieges von 1973 aufgeben. Und es könnte sich für Israel auch als schwierig erweisen, die Art von maximalistischem Sieg zu erringen, den Netanjahus rechtsextreme Verbündete anstreben."
Der Kommentator der palästinensischen Zeitung AL QUDS kritisiert Hamas-Chef Yahya Sinwar: "Der von Sinwar angeordnete Angriff vom 7. Oktober erschütterte die Elite der israelischen Sicherheitsdienste und des Militärs. Inzwischen sehen wir ein Meer von Blut und Toten, Massen von Vertriebenen und eine gewaltige Trümmerlandschaft. Glaubte Sinwar etwa, mit den Geiseln könne er die palästinensischen Häftlinge aus den israelischen Gefängnissen freipressen? Erwartete er, Israel werde wie bei früheren Fällen einmarschieren, dann aber einen Waffenstillstand folgen lassen, durch den die Hamas ihre Stellung im Gazastreifen und im Westjordanland stärken und sie als einzigen legitimen Vertreter des palästinensischen Volkes etablieren würde? Es ist zweifelhaft, dass Sinwars Befehl zum Angriff das Kräfteverhältnis zwischen Israel und der Hamas vom Kopf auf die Füße gestellt hat", betont AL QUDS aus Jerusalem.
Der Schweizer TAGES-ANZEIGER befasst sich mit Berichten, wonach Hamas-Anhänger weibliche Geiseln vergewaltigt haben sollen: "Woche für Woche demonstrieren junge Frauen an westlichen Universitäten und auf den Straßen größerer Städte für Palästina. Dabei verlieren sie kein Wort über die sexuellen Gräueltaten der Hamas. Da erstaunt es auch nicht, wie junge und nicht mehr ganz so junge 'progressive' westliche Frauen sich auf Tiktok neuerdings für Osama bin Laden und den Koran und seine Botschaft begeistern. Ohne offenbar einen Gedanken daran zu verschwenden, wie Frauen in islamisch dominierten Ländern systematisch entrechtet wurden und werden. Auch diese Frauen sind in den Augen progressiver Feministinnen wohl bloß Kollateralschäden. Die Schlussfolgerung aus all dem muss sein, dass diese Art von Feminismus abgeschafft gehört. Wer aus politischen Gründen lieber Vergewaltiger verteidigt, als das Leiden missbrauchter Frauen anzuerkennen, sollte einen Realitätscheck machen", unterstreicht der Zürcher TAGES-ANZEIGER.
Die französische Zeitung LIBERATION äußert sich nach dem tödlichen Messeranschlag auf einen deutschen Touristen in Paris besorgt über die Sicherheitslage: "Seit einigen Monaten nimmt die Bedrohung durch Islamisten wieder zu. Der Krieg zwischen der Hamas und Israel wird nicht dazu beitragen, die bereits erhitzten Gemüter zu besänftigen. Geheimdiensten zufolge geht diese Bedrohung größtenteils von Jugendlichen zwischen 13 und 18 Jahren aus. Diese sind von Gewalt fasziniert und in einer Art digitaler Blase gefangen. Acht Monate vor den Olympischen Spielen, die mehr als zehn Millionen Menschen nach Paris locken sollen, gibt es Anlass zur Sorge", betont die Pariser LIBERATION.
Die österreichische Zeitung DER STANDARD aus Wien führt aus: "Die jüngste Messerattacke in Paris macht es noch einmal klar: Der Nahostkonflikt kommt zu uns. Die Terrorbedrohung steigt. Europa muss mit mehr Nachdruck als bisher auf eine Zweistaatenlösung dringen oder auf jede andere sinnvolle Lösung, die sich vielleicht anbieten möge. Dies ist nicht nur im Sinne friedfertiger Israelis und Palästinenser, sondern liegt auch in unserem ureigenen Interesse."
Die norwegische Zeitung VERDENS GANG befürchtet eine Ausweitung des Nahost-Konflikts: "Wie die Hisbollah im Libanon will die Huthi-Miliz im Jemen auf der Seite der Hamas in den Krieg gegen Israel eintreten. Sie haben bereits Raketen und Drohnen auf Israel abgefeuert, außerdem kapern sie Frachtschiffe, bei denen sie israelische Eigentümer vermuten. Kürzlich wurde auch eine Drohne beim Anflug auf ein US-Kriegsschiff abgeschossen. Die schiitische Huthi-Miliz ist im Verlauf des weitgehend vergessenen Kriegs im Jemen immer stärker geworden und hat den Menschen Tod und Verderben gebracht. Nun aber besteht darüber hinaus das Risiko, dass die Huthi sowie die vom Iran unterstützten schiitischen Milizen in Syrien und im Irak durch ihre Angriffe auf israelische und amerikanische Ziele einen Krieg im gesamten Nahen Osten auslösen", warnt VERDENS GANG aus Oslo.
Hören Sie abschließend noch einen Kommentar aus der chinesischen Zeitung HUANQIU SHIBAO zur schwächelnden deutschen Wirtschaft und den Konjunkturaussichten des Landes: "Wie ernst die Haushaltskrise in Deutschland ist, lässt sich daran erkennen, dass Wirtschaftsminister Habeck seine Teilnahme an der Weltklimakonferenz in Dubai kurzfristig abgesagt hat. Dies ist aber nur die letzte einer ganzen Reihe von Hiobsbotschaften in Bezug auf den Zustand der deutschen Wirtschaft, wie steigende Arbeitslosenzahlen und ein schrumpfendes Bruttoinlandsprodukt. Der Hauptgrund dafür ist, dass die Früchte der vorangetriebenen Innovations- und Transformationsinitiativen noch nicht zu sehen sind. Hinzu kommt die eingeleitete grüne und digitale Wende. Dafür benötigt man etwas Zeit und Geduld. Daher sollte man sich über die derzeitige Konjunkturdelle keine allzu großen Sorgen machen. Eine solche habe es in Deutschland auch früher immer wieder mal gegeben", meint HUANQIU SHIBAO aus Peking.
