
Heute unter anderem mit Stimmen zu der Beziehung zwischen den USA und China und zu den anhaltenden Protesten im Iran. Die in London erscheinende, pan-arabische Zeitung AL QUDS nimmt in den Fokus, dass die Proteste diesmal von einer breiteren Bevölkerungsschicht des Landes getragen werden: "Die Protestbewegung umfasst Basarhändler und Studenten ebenso wie die Arbeiterklasse in Großstädten und auf dem Land. Beachtlich ist auch die breite ethnische und regionale Vielfalt. Zudem spielt auch die Unzufriedenheit mit der wirtschaftlichen Lage eine grössere Rolle als bei früheren Protesten. Das trägt allerdings auch dazu bei, dass die Bewegung insgesamt fragmentierter ist als früher. So gibt es eine erhebliche Kluft zwischen den bloß frustrierten Demonstranten und jenen, die in scharfer grundsätzlicher Opposition zum Regime stehen. Und doch zeigt sich die Schwäche des iranischen Regimes immer deutlicher. Selbst dessen Anhänger müssen erkennen, dass das Regime das Land nicht mehr reibungslos und ohne Widerspruch zu regieren vermag", lautet das Fazit der pan-arabischen Zeitung AL QUDS.
Die ebenfalls in London erscheinende pan-arabische Zeitung AL SHARQ AL AWSAT verweist auf die Äußerung von US-Präsident Trump, den Protestierenden bei Gewaltübergriffen durch das Regime zu Hilfe zu kommen. Die dem saudischen Königshaus nahestehende Zeitung fürchtet, die Region könnte damit auf einen weiteren Krieg zusteuern: "Das iranische Regime versucht, an die nationalen Gefühle der Iraner zu appellieren. Doch diese ideologische und politische Agenda wird gegen die materiellen Bedürfnisse der Bevölkerung nicht ankommen. Es ist nicht auszuschließen, dass auch Israel sich so ermutigt fühlt, die Demonstranten zu unterstützen. Und so könnte es in diesem Jahr zu einem weiteren Krieg kommen, in den womöglich auch die USA eingreifen", prognostiziert AL SHARQ AL AWSAT.
Das WALL STREET JOURNAL weist darauf hin, dass Trump zwar den Einsatz militärischer Gewalt andeutet - die USA aber auch andere Möglichkeiten haben, die Proteste zu unterstützen: "Die USA können den Demonstranten beispielsweise mit Kommunikationsmitteln helfen, indem sie den Zugang zu Starlink oder virtuellen privaten Netzwerken erweitern, sollte das Regime das Internet abschalten. Die USA können auch Schlägertrupps des Regimes entlarven und deren Kommunikation lahmlegen, während sie gleichzeitig Überläufer ermutigen. Vor allem aber kann Trump Öl-Sanktionen durchsetzen, wie er es derzeit in Venezuela tut. Wenn die 'Schattenflotte' des Iran kein vergünstigtes Rohöl mehr nach China transportieren kann, wird das Regime wissen, dass Trump es ernst gemeint hat", hält das WALL STREET JOURNAL fest.
Die russische Zeitung WEDOMOSTI glaubt, dass US-Präsident Trump mit seiner Äußerung gegen seine eigenen Interessen handelt - und seinen Erfolg bei künftigen Wahlen gefährden könnte. Die Zeitung schreibt: "Sollte Trump seine Drohung in die Tat umsetzen, hätten Beobachter Grund, ihn mit Neokonservativen und liberalen Interventionisten gleichzustellen. Dies könnte seine Bemühungen zunichte machen, sich in den Augen der Wähler konsequent als Politiker zu präsentieren, der sich auf innenpolitische Themen fokussiert. Andererseits ist Trumps Kurs auf der globalen Bühne schon lange uneinheitlich. Ebenso interessant ist aber, wie sich eine mögliche Eskalation auf Trumps Beliebtheitswerte auswirken würde. Schließlich dürfte seine Kernwählerschaft kaum positiv auf ein weiteres außenpolitisches Abenteuer reagieren. Trump versteht das. Er greift zur Eskalation, um Aufmerksamkeit zu erregen und ein medienwirksames Bild zu erzeugen“, vermutet WEDOMOSTI aus Moskau.
Und die Zeitung LA RAZON aus Mexiko-Stadt wundert sich darüber, wie die Ereignisse im Iran in Lateinamerika wahrgenommen werden: "Es ist bemerkenswert, wie unterschiedlich in Lateinamerika über die Protestbewegung berichtet wird und welche ideologischen Filter dabei zur Anwendung kommen. Während die einen Medien den friedlichen Charakter der Proteste und die Repressionen gegenüber den Demonstranten hervorheben, entscheiden sich die anderen zu schweigen. Oder sie konzentrieren sich auf die US-Sanktionen gegen den Iran. Es ist schon erstaunlich: Allein die von Donald Trump ausgesprochene Drohung einer Intervention reicht für eine verzerrte Darstellung oder eine Leugnung von Tatsachen - und dazu gehören die Toten im Iran infolge der Proteste", konstatiert LE RAZON aus Mexiko.
Themenwechsel. Die niederländische Zeitung DE VOLKSKRANT beschäftigt sich mit dem Militärmanöver, das China jüngst rund um die Insel Taiwan durchgeführt hat. Die in Amsterdam erscheinende Zeitung wirft vor allem US-Präsident Trump Naivität im Umgang mit China vor: "Größer und näher an Taiwan als je zuvor: Das war eine klare Botschaft an ausländische Regierungen, die Taiwan unterstützen. Die Militärübung begann genau elf Tage, nachdem die USA Taiwan Waffen im Rekordwert von mehr als 11 Milliarden Dollar verkauft haben. Der chinesische Verweis auf diese Transaktion ist dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump möglicherweise nicht aufgefallen, als er sagte, er mache sich keine Sorgen über das chinesische Manöver. Trump baut dabei auf ein vages Versprechen des chinesischen Staatschefs Xi Jinping, Taiwan während Trumps zweiter Amtszeit nicht anzugreifen."
Ähnlich sieht es NIHON KEIZAI SHIMBUN aus Tokio: "Es fällt auf, dass Präsident Trump sich mit der Kritik an Chinas Staatschef Xi Jinping immer noch zurückhält", schreibt die Zeitung. Und befürchtet, Trump lasse sich von Xi blenden: "John Bolton, der in der ersten Amtszeit Trumps Nationaler Sicherheitsberater war, gibt immer wieder einen Hinweis: Trump glaube fest daran, die zwischenstaatlichen Beziehungen würden gut laufen, wenn die Staatschefs sich persönlich gut verstehen. Dies ist wohl der Grund, dass sich Trump zurückhaltend zeigt und die Führung in Peking wegen des Manövers um Taiwan bislang nicht kritisiert hat. Allerdings geht es den zwischenstaatlichen Beziehungen nicht immer gut, auch wenn die Politiker sich gut verstehen. Ein gutes Beispiel sind die Bemühungen um die Beendigung des Ukraine-Kriegs. Sie laufen nicht so, wie Trump gehofft hat. Der Krieg ist immer noch nicht beendet, obwohl Trump ein gutes Verhältnis zu Putin zu haben scheint. Sollte sich die Führung in Peking künftig nicht so bewegen, wie Trump sich das wünscht, könnte sich auch die Haltung Trumps zu Xi verändern", stellt die japanische Zeitung NIHON KEIZAI SHIMBUN fest.
In Deutschland sind zwei Petitionen, die ein Verbot von privatem Silvesterfeuerwerk fordern, fast vier Millionen mal unterzeichnet worden. In den Niederlanden gilt ab diesem Jahr ein Böllerverbot und auch in anderen Ländern wird über solche Vorschriften diskutiert. VERDENS GANG aus Olso fordert das norwegische Parlament auf, jetzt zu handeln: "Zum Glück gibt es Alternativen wie Lasershows, und mehr als die Hälfte der norwegischen Bevölkerung ist für ein umgehendes Verbot von privatem Feuerwerk. Aber im Parlament spiegelt sich das nicht wieder. Unsere Politiker sollten sich fragen, ob das kurze Vergnügen alle diese negativen Konsequenzen wert ist. Die Mehrheit der Norweger ist jedenfalls nicht dieser Ansicht", gibt VERDENS GANG aus Oslo zu bedenken.
In der lettischen Stadt Riga gelten für die Neujahrsnacht jetzt neue Bestimmungen. Feuerwerk ist nur noch eine Stunde nach Anbruch des neuen Jahres erlaubt. Die lettische Zeitung NEATKARIGA RITA AVIZE begrüßt das - und fordert entsprechende Regeln für ganz Lettland: "In Lettland gehört Böllern seit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine nicht mehr zum guten Ton. Es sollte über strengere Bestimmungen auf gesamtstaatlicher Ebene nachgedacht werden, bevor auch bei uns Zustände herrschen wie in Berlin oder in Amsterdam. Nicht nur Tierfreunde und alle, die ihre Nachtruhe zu schätzen wissen, würden davon profitieren, sondern ganz Lettland", findet NEATKARIGA RITA AVIZE aus Riga.
