13. März 2026
Die internationale Presseschau

Heute beschäftigen sich die Kommentare mit einem Gesetz in China zu ethnischen Minderheiten und dem Rücktritt eines Sternekochs in Dänemark. In erster Linie aber geht es nach wie vor um den Iran-Krieg - vor allem um die wirtschaftlichen Folgen.

Vereinigte Arabische Emirate: Öltanker und Frachtschiffe reihen sich in der Straße von Hormus auf, gesehen von Khor Fakkan.
Öltanker und Frachtschiffe reihen sich in der Straße von Hormus auf, gesehen von Khor Fakkan. (Altaf Qadri / AP / dpa / Altaf Qadri)
Die aserbaidschanische Zeitung MÜSAVAT merkt an, dass der Krieg gegen den Iran für die USA sehr kostspielig ist: "Laut Berechnungen des 'Center for Strategic and International Studies' gaben die USA am ersten Kriegstag rund 10,35 Milliarden Dollar aus. Im Vergleich zu den vom Iran eingesetzten Raketen und Drohnen sind die US-Verteidigungssysteme sehr teuer. Es ist wichtig festzuhalten, dass ein militärischer Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran lediglich ein regionales Ereignis ist. Er hat jedoch direkte Auswirkungen auf die geopolitischen Strategien der Weltmächte. Die vagen und verhaltenen Äußerungen von US-Präsident Donald Trump zeigen, dass sich die militärische Krise im Nahen Osten für die Vereinigten Staaten verschärft hat und die politische Lage im Land bereits stark angespannt ist." Das war MÜSAVAT aus Baku.
Die KLEINE ZEITUNG aus Österreich notiert: "In den knapp zwei Wochen seit Kriegsbeginn haben die USA und Israel eindrucksvoll gezeigt, wozu ihre hochgerüsteten Armeen in der Lage sind. Doch taktische Gewinne sind nicht gleichzusetzen mit einem strategischen Erfolg. Mit der Straße von Hormus hat das Regime jene Stelle gefunden, an der nicht nur der Kriegsherr in Washington, sondern die gesamte Weltwirtschaft besonders verletzlich ist. Die Resilienz des Irans und seine Möglichkeiten, die USA mit einem asymmetrisch geführten Krieg in Bedrängnis zu bringen, haben US-Präsident Trump und sein engster Zirkel offensichtlich unterschätzt", erklärt die KLEINE ZEITUNG aus Graz.
Die japanische Zeitung YOMIURI SHIMBUN macht auf die wirtschaftlichen Folgen der Schifffahrts-Blockade aufmerksam: "Die durch den Iran erfolgte De-Facto-Schließung der Straße von Hormus, der 'Hauptschlagader' der weltweiten Öl-Transporte, ist ein Schlag gegen die Weltwirtschaft. Die von den G7-Staaten initiierte Einigung über die Rekordfreigabe der Ölreserven zeigt, wie groß die Sorgen um eine unmittelbar bevorstehende Energiekrise sind. Auch über 90 Prozent des Erdöls, das Japan importiert, wird durch die Straße von Hormus transportiert. Und auch Japans Premierministerin Takaichi gab die staatlichen Öl-Reserven frei. Der Iran will mit der Schließung der Meerenge den internationalen Druck erhöhen. Solch eine Barbarei, bei der die Weltwirtschaft quasi zur Geisel genommen wird, ist völlig inakzeptabel", moniert YOMIURI SHIMBUN aus Tokio.
Die finnische Zeitung HELSINGIN SANOMAT führt aus: "Kriege werden nicht nur auf Schlachtfeldern geführt, sondern auch an Börsen, Öl- und Gasmärkten. Dort interessiert man sich nicht dafür, wer für den Ausbruch eines Krieges verantwortlich ist, sondern welche Risiken damit einhergehen. Unsicherheit ist Gift für die Wirtschaft. Der Iran-Krieg wirkt sich auf die Preise für Öl und Gas aus. Auch Flugtickets, Hypothekenzinsen und Risikoprämien werden teurer. Dem Regime in Teheran kommt das alles sehr gelegen. Donald Trump hat einen Krieg begonnen, ohne seine europäischen Verbündeten zu konsultieren, und er kann ihn auch ohne Europa führen. Aber Europa zahlt die Rechnung, und die Folgen des Krieges werden noch jahrelang zu spüren sein", konstatiert HELSINGIN SANOMAT aus Helsinki.
Die mexikanische Zeitung EL FINANCIERO unterstreicht: "Die Frage ist längst nicht mehr, ob es zu Beeinträchtigungen der Wirtschaft kommt, sondern wie gravierend und wie lange sie ausfallen. Das Szenario eines kurzen Krieges wird immer unwahrscheinlicher. Offenbar war das Trumps ursprünglicher Plan: Eine kurze heftige Offensive, um den Iran militärisch zu schwächen und den Weg für Verhandlungen mit dem Regime aus der Position des Stärkeren zu ebnen. Doch die heftigen Reaktionen des Iran, die Risiken für den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus und das Fehlen eines klaren politischen Fahrplans für die Zeit danach haben daraus einen länger anhaltenden Krieg gemacht, dessen Ziele sich ständig ändern und der immer teurer wird", mahnt EL FINANCIERO aus Mexiko-Stadt.
Die Zeitung HAARETZ aus Israel blickt auf die Auswirkungen des Krieges im Nahen Osten: "Jeder Golfstaat hat Washington und, wenn möglich, auch Israel unter Druck gesetzt, diesen Krieg nicht zu beginnen. Die Golfstaaten waren überzeugt, dass sie vom Iran ins Visier genommen würden, und das ist in großem Umfang geschehen. Alle sechs Länder des Golfkooperationsrates wurden angegriffen, sogar der iranfreundliche Oman. Der Iran bedroht zunehmend die Energieinfrastrukturen dieser Länder und sogar ihre lebenserhaltenden Entsalzungsanlagen. Der amerikanisch-israelische Krieg gegen den Iran ist weitaus schlimmer als die Golfstaaten befürchtet hatten", erläutert HAARETZ aus Tel Aviv.
THE HERALD aus Südafrika schaut noch einmal auf Gründe der USA für den Krieg gegen den Iran und bemerkt: "Ironischerweise bestätigte Oman, offizieller Vermittler zwischen Washington und Teheran, Stunden vor den Angriffen auf den Iran öffentlich, dass der Iran allen US-Forderungen uneingeschränkt zugestimmt habe, einschließlich null angereichertem Uran und einer kategorischen Verpflichtung, 'niemals' nach Atomwaffen zu streben. Der Iran hat niemanden angegriffen. Der Iran besitzt keine Atomwaffen. Der Iran stimmte den Forderungen der USA eindeutig zu. Dennoch griffen Amerika und Israel an. Es ist ungeheuerlich. Es ist Terrorismus", - dieser Vorwurf kommt von der Zeitung THE HERALD aus Port Elizabeth.
Themenwechsel: In China hat der Volkskongress ein Gesetz erlassen, das den Druck auf die ethnischen Minderheiten im Land erhöht. Dazu schreibt DER STANDARD aus Österreich: "Das Gesetz zur 'Förderung der ethnischen Einheit und des Fortschritts' soll die offiziell 55 Minderheiten im Land sprachlich und kulturell näher an die Han-Mehrheit bringen. Mandarin hat Vorrang gegenüber anderen Sprachen. Religiöse Gruppen müssen sich chinesischen und sozialistischen Werten anpassen. Wenn bisher die Eigenständigkeit der ethnischen Gruppen zumindest offiziell geschützt wurde, dürfte dieses Gesetz nun genau das Gegenteil zum Ziel haben", so DER STANDARD aus Wien.
Die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG aus der Schweiz beschäftigt sich mit demselben Thema: "Angehörige ethnischer Minderheiten stehen unter besonderem Generalverdacht der Regierung, wenn sie aus Regionen stammen, wo es in der Vergangenheit Proteste, Aufstände oder Attentate gegeben hat. Sie erhalten nur schwer einen Reisepass, werden stärker kontrolliert oder überwacht, die Kinder werden teilweise von den Eltern getrennt in Internaten erzogen, manche Erwachsene für Zwangsarbeit in anderen Regionen umgesiedelt. Nun erhalten diese Anstrengungen der erzwungenen Assimilation ein rechtliches Gewand. Angehörige ethnischer Minderheiten zahlen den Preis für Chinas hochgehaltene Einheit. Die ethnischen Gruppen haben keine andere Wahl, als sich unterzuordnen", befürchtet die NZZ aus ZÜRICH.
Zum Schluss blicken wir nach Dänemark. Dort ist der Chefkoch und Mitgründer des weltberühmten Kopenhagener Sternerestaurants Noma, René Redzepi, nach Berichten über Gewalt in der Küche zurückgetreten. Dazu bemerkt die dänische Zeitung POLITIKEN: "Das war auch nötig: Schließlich hinterlässt es einen üblen Beigeschmack bei Gästen zu wissen, dass der Koch mit seiner Gabel nicht nur in Steaks, sondern auch in die Beine von Mitarbeitenden gestochen hat. Die Branche ist notorisch für ihre schlechten Arbeitsbedingungen bekannt. In den letzten Jahrzehnten sind manche Köche zu Superstars geworden, Michelin-Restaurants sind mittlerweile ein Millionengeschäft. Da steht viel auf dem Spiel, und das erhöht den Druck. Die Branche muss jetzt ein für alle Mal intern aufräumen. Das ist vielleicht nicht bequem, aber notwendig. Und das erfordert, dass die Medien, die über die Gastro-Szene berichten, auch Fragen zu den Bedingungen hinter der Küchentür stellen", sagt POLITIKEN aus Kopenhagen zum Ende der Internationalen Presseschau.