
Dazu schreibt das WALL STREET JOURNAL aus New York: "Das iranische Regime hat versucht, diesen Krieg zu einer rein wirtschaftlichen Angelegenheit zu machen, und nun geht sein Wunsch in Erfüllung. Das US-Zentralkommando berichtete, dass am ersten Tag kein Schiff die US-Blockade der Straße von Hormus durchbrechen konnte und sechs Handelsschiffe der Anweisung der Streitkräfte zur Umkehr Folge geleistet haben. Das sind gute Nachrichten, da der Iran täglich rund 1,5 Millionen Barrel Öl exportierte. Dieser Ölstrom, Irans wichtigste Devisenquelle, untergrub die US-Bemühungen, Druck auf den Iran auszuüben. Die Zerstörung der iranischen Produktionskapazitäten, insbesondere in der Stahl- und Petrochemieindustrie sowie den davon abhängigen Branchen, deutet selbst ohne die Blockade auf Entlassungen und einen Inflationsanstieg hin. Zudem sieht der jüngste Haushaltsplan Teherans Steuererhöhungen vor. Das ist kein schönes Bild. Bedauerlich ist nur, dass dieser Druck nicht schon vor Wochen eingesetzt hat", meint das WALL STREET JOURNAL.
Die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG merkt an: "Mit der Blockade der Straße von Hormus setzen die USA Iran dort unter Druck, wo das Regime am verwundbarsten ist. Die iranische Wirtschaft hängt am Verkauf von Energierohstoffen. Wenn die Lieferungen unterbrochen werden, verliert das Mullahregime täglich Hunderte Millionen Dollar. Mit seiner Energieblockade könnte Trump daher weit über das rein Militärische hinaus Dynamiken in Gang setzen. Ein guter Teil von Irans Erdölexporten geht nach China. Washington zwingt die Chinesen zu einer strategischen Entscheidung. Entweder Peking erhöht den Druck auf Teheran, einzulenken und sein Atomprogramm aufzugeben. Oder aber China muss seine Energieversorgung neu organisieren", meint die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG.
Die lettische Zeitung NEATKARĪGĀ RĪTA AVĪZE hält fest: "Der von den USA und Israel losgetretene Krieg gegen den Iran hat die globale Wirtschaft in eine tiefe Krise gestürzt. Wann immer auch Präsident Trump den Mund aufmacht, reagieren die Märkte. Sagt er etwas Hoffnungsfrohes, sinken die Ölpreise. Sagt er etwas Unheilvolles, schießen die Preise durch die Decke. Dabei ist nach wie vor unklar, was aus den Gesprächen zwischen den USA und dem Iran wird, während sich die Preisentwicklung auf dem Ölmarkt mittlerweile auf alle Branchen auswirkt. Es geht nicht mehr nur um Kraftstoff, sondern auch um Düngemittel und Kunststoffe. Fluggesellschaften stöhnen, und die Verbraucher spüren die höheren Preise nicht nur an den Zapfsäulen. Zu den großen Verlierern gehört in erster Linie Südostasien. Manche Regionen in Afrika sind von Hunger bedroht. Diese Krise hat das Potenzial, wirtschaftlich heftiger zuzuschlagen als der Ausbruch der Corona-Pandemie", ist sich NEATKARĪGĀ RĪTA AVĪZE aus Riga sicher.
Die in London erscheinende, panarabische Zeitung AL ARABY AL-JADEED führt aus: "Mit einigem zeitlichem Abstand drängt sich der Eindruck auf, dass die Verhandlungen zwischen den USA und Iran in Islamabad für Präsident Trump vor allem ein Manöver waren, um die amerikanische Öffentlichkeit zu beschwichtigen und sie dazu zu bringen, eine Fortsetzung des Krieges und seiner Auswirkungen zu akzeptieren. Die Kürze der Verhandlungen, die rasche Abreise der amerikanischen Delegation, die Entscheidung, die Straße von Hormus zu blockieren, sprechen sehr dafür. Fraglich ist allerdings, ob Trump die US-amerikanische Öffentlichkeit von seinem Kurs noch einmal wird überzeugen können. Denn die zweifelt zunehmend daran, dass er tatsächlich die Interessen der USA verfolgt - und nicht diejenigen Israels. Immer dringlicher stellt sich die Frage, welchen Einfluss der israelische Premier Netanjahu auf den amerikanischen Präsidenten hat", findet AL ARABY AL-JADEED.
Die chinesische Zeitung JIEFANG RIBAO aus Schanghai sieht es ähnlich: "Die militärische Konfrontation zwischen Washington und Teheran ist inzwischen zu einem Blockadekrieg geworden. Die Frage lautet nun, wer bei dieser gegenseitigen wirtschaftlichen Zermürbung den längeren Atem haben wird. Ungeachtet aller ausgetauschten Drohungen sollen die Verhandlungen aber fortgeführt werden. Die Zeit drängt aber, denn die vereinbarte zweiwöchige Waffenruhe ist bereits fast zur Hälfte abgelaufen."
Die aserbaidschanische Zeitung MÜSAVAT aus Baku erläutert: "Unbestreitbar ist, dass die USA im Kriegssumpf des Nahen Ostens feststecken. Als der Krieg begann, betonte Präsident Trump, den Iran innerhalb weniger Wochen zu besiegen. Doch das ist nicht geschehen. Im Gegenteil. Das Weiße Haus befindet sich mit seiner Kriegsstrategie in einer Sackgasse. Der springende Punkt ist, dass die aggressive und bedrohliche Außenpolitik der Trump-Regierung die USA isoliert hat. Das Land befindet sich in einem geopolitischen Labyrinth."
"Im Nahen Osten liegt ein Hauch von Frieden in der Luft", titelt die polnische RZECZPOSPOLITA aus Warschau und kommt zu dieser Einschätzung: "Amerikaner und Iraner werden sich voraussichtlich diese Woche in Islamabad zu einer zweiten Verhandlungsrunde zusammensetzen. Auch an der zweiten Front – im Libanon – besteht Hoffnung auf eine Beruhigung. US-Präsident Trump scheint an weiteren Verhandlungen interessiert zu sein."
US-Präsident Trump hatte dem Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche, Papst Leo XIV., vorgeworfen, mit seinen Friedensappellen eine - Zitat - schreckliche Außenpolitik zu vertreten. Die finnische Zeitung ILTA-SANOMAT bemerkt: "Der Papst hatte sich lediglich überrascht gezeigt, dass sich Abtreibungsgegner in den USA als Pro-Life-Anhänger bezeichnen, obwohl sie die Todesstrafe befürworten und die unmenschliche Behandlung von Migranten gutheißen. Auch hatte der Papst zum Frieden aufgerufen, als die USA und Israel in den Krieg gegen den Iran zogen. Leo hat nichts gesagt, was sich für einen Papst nicht gehört. Trumps Äußerungen wurden auch von der italienischen Premierministerin Meloni kritisiert, die bislang als Vertraute des US-Präsidenten galt. Trump isoliert sein Land, wo immer er nur kann, und immer mehr Amerikaner haben wegen seiner bizarren Äußerungen Zweifel am geistigen Gesundheitszustand ihres Präsidenten", beobachtet ILTA-SANOMAT aus Helsinki.
In der spanischen Zeitung LA VANGUARDIA aus Barcelona ist zu lesen: „Wenn Italiens Ministerpräsidentin Meloni etwas auszeichnet, dann ist es ihr feines Gespür für den richtigen Zeitpunkt. Gestern nahm sie Papst Leo XIV. vor den Angriffen von US-Präsident Trump in Schutz. Das ist bemerkenswert, da sie bislang eigentlich als dessen Vertraute galt. Ganz offenbar hat sie ihre Meinung geändert. Leo bestätigte indes seine Ablehnung von Kriegen und erklärte, er habe keine Angst vor der Trump-Regierung - und das trifft auch auf Meloni zu.“
Die japanische Zeitung NIHON KEIZAI SHIMBUN aus Tokio blickt in einem Gastkommentar auf die deutsch-ukrainischen Regierungskonsultationen: "Die beschlossene gemeinsame Produktion von Drohnen stellt eine typische 'Win-Win-Situation' dar. Die Ukraine kann ihr Fachwissen und ihre Erfahrung anbieten und Deutschland seine finanziellen Möglichkeiten in die Waagschale werfen. Zudem trägt der Ausbau der militärischen Zusammenarbeit zur Staatssicherheit der Ukraine bei."
Die österreichische Zeitung DER STANDARD notiert: "Glaubt der russische Präsident Putin tatsächlich noch an den Sieg? Vieles spricht dafür, dass der Kremlchef längst nach einer Exitstrategie sucht. Mit jedem Tag, der an der Front und abseits davon vergeht, tritt deutlicher zutage, wie kolossal sich Putin verspekuliert hat. Russland ist vier Jahre nach Beginn seiner Invasion drauf und dran, den Krieg zu verlieren. Strategisch betrachtet hat Putin seine Ziele auf ganzer Linie verfehlt. Die Ukraine, als Hort von Nazis verfemt, exportiert ihr Drohnen-Knowhow bis zum Persischen Golf."
