
Die Organisation 'Reporter ohne Grenzen" hat dazu eine Rangliste veröffentlicht. Die BANGKOK POST aus Thailand erklärt: "Zum ersten Mal in der 25-jährigen Geschichte der Rangliste der Pressefreiheit fallen nun mehr als die Hälfte aller Länder der Welt in die Kategorien 'schwierig' oder 'sehr ernst'. Wie lässt sich also die Pressefreiheit hier verbessern? Zunächst muss die Gesellschaft aufhören, diese als Privileg von Journalisten zu betrachten. Schließlich ist die Pressefreiheit ein wesentlicher Bestandteil der Demokratie. Sie trägt dazu bei, Korruption aufzudecken und Transparenz zu fördern, und sie wird deshalb dringend benötigt."
DER STANDARD aus Österreich sieht in der abnehmenden Pressefreiheit... "... ein Zeichen für den zunehmenden Einfluss autoritärer Kräfte. Soziale Medien haben dem Journalismus den Rang abgelaufen. Instagram und Co zeigen jedoch nicht mehr, was Freunde posten. Die Algorithmen sind von Trump-Freunden gesteuert. 'Hey Grok, ist das wahr?', schreiben User unter Posts auf Elon Musks Netzwerk X. Die KI urteilt: wahr oder falsch. Ein globales Wahrheitsministerium - bei X längst Realität. Soziale Medien distanzieren sich weiter unschuldigst von ihren Inhalten. Im Gegensatz zu journalistischen Medien übernehmen sie keine Verantwortung. Und die Politik schaut zu und macht mit", unterstreicht DER STANDARD aus Wien.
US-Präsident Trump hat angekündigt, die Zahl der US-Soldaten in Deutschland um 5.000 zu reduzieren. Damt hatte er schon während seiner ersten Amtszeit gedroht. Die polnische RZECZPOSPOLITA glaubt aber, dass die Voraussetzungen diesmal andere sind: „Der deutsche Kanzler Merz hat Pläne angekündigt, die Bundeswehr zur schlagkräftigsten konventionellen Militärmacht Europas umzugestalten. Sowohl in Polen als auch in Frankreich beginnt Deutschlands Aufrüstungsplan eine gewisse Nervosität auszulösen. Während die Bundesrepublik seit drei Generationen eine vorbildliche Demokratie ist, führt dort nun erstmals eine rechtsextreme Partei – die AfD – die Umfragen an. Und während die Europäische Union noch nicht bereit ist, sich in eine Militärmacht zu verwandeln, ist die NATO dies zweifellos. Oder war es zumindest. Das Problem ist: Trump setzt alles daran, das Transatlantische Bündnis zu sprengen. Sollte ihm das schließlich gelingen, könnte sich herausstellen, dass Europa auf eine deutsche Führungsrolle angewiesen ist, wenn es seine Freiheit und Identität bewahren will. Weder Polen noch Frankreich sind darauf vorbereitet", notiert die RZECZPOSPOLITA aus Warschau.
Auch die Zeitung POLITIKEN aus Dänemark kommentiert den möglichen Truppenabzug: "Bundeskanzler Merz hatte lange versuchte, eine Art Männerfreundschaft zu Trump aufzubauen. Dann aber kritisierte er die fehlende Strategie der USA für den Iran. Damit drückte er einen der empfindlichen Knöpfe bei Trump. So droht Trump - wieder einmal - mit dem Abzug amerikanischer Truppen aus Europa. Die europäischen Staatslenker stellen aber fest, dass Trump so unbeliebt ist und die Leute so wütend über die hohen Ölpreise sind, dass sie von ihren Regierungen klare Distanzierungen erwarten. Europa erkennt, dass man mit Trump nicht befreundet sein kann - und nicht nur Merz hat inzwischen die Nase voll", analysiert POLITIKEN aus Kopenhagen.
Der US-Präsident hat auch Italien und Spanien mit einem Truppenabzug gedroht. "Auf dem ersten Blick scheint Trump die ungehorsamen Verbündeten damit bestrafen und ermahnen zu wollen", notiert die chinesische Zeitung JIEFANG RIBAO und schreibt weiter: "Nur, Europa ist nicht nur ein einziges Land. Wie es darauf reagiert, ist von vielen Faktoren abhängig. Angesichts der Komplexität der Gemengelage geht der Plan Amerikas nur schwer auf. Wie dem auch sei - der Iran-Krieg ist zwar kein Krieg Europas, aber er ist gerade dabei, eine Fessel für den europäischen Kontinent zu werden, in innen- und außenpolitischer Hinsicht, energiepolitisch und militärisch", meint JIEFANG RIBAO aus Shanghai.
US-Verteidigungsminister Hegseth hat sich zum Irankrieg vor dem US-Kongress erklärt. Dazu die norwegische Zeitung VERDENS GANG: „Für die Demokraten sind Präsident Trump und Hegseth Symbole einer inkompetenten Regierung, der sie nicht vertrauen. Die Republikaner äußerten mehrheitlich ihre Unterstützung für Hegseth. Trump kann den Krieg fortsetzen, aber die Kosten steigen, und schon bald könnte die Regierung mehr Geld brauchen. Spätestens hier greift die Gewaltenteilung, denn dann muss die Zustimmung des Kongresses vorliegen. Und diese Entscheidung muss von Abgeordneten getroffen werden, die offenbar noch immer nicht wissen, wie es weitergehen wird - jedenfalls war nach dieser Anhörung niemand klüger als vorher.“ vermerkt VERDENS GANG aus Oslo.
Die HINDUSTAN TIMES aus Indien blickt mit Sorge auf die Energiekosten, die durch den Irankrieg steigen: "Die Benzinpreise in den USA haben den höchsten Stand seit fast vier Jahren erreicht und die Preise für Flüssiggas sowie für Flugbenzin in Indien sind in die Höhe geschossen. Für Nationen auf der ganzen Welt, insbesondere im Globalen Süden, die sich noch nicht vollständig von den Auswirkungen von Covid-19 und dem Konflikt in der Ukraine erholt haben, wird die Verlängerung des Konflikts in Westasien schwerwiegende Folgen haben. Die internationale Gemeinschaft, insbesondere der Globale Süden, muss Druck auf beide Seiten ausüben, vor allem auf die USA, damit diese ihre Maximal-Positionen aufgeben und den brüchigen Waffenstillstand in einen dauerhaften Frieden umwandeln. Andernfalls werden die Folgen für die Weltwirtschaft verheerend sein", befürchtet die HINDUSTAN TIMES aus Delhi.
Die WASHINGTON POST aus den USA spekuliert über ein Ende des Krieges: "Der Krieg gegen den Iran muss mit einem entscheidenden Sieg enden. Und dieser Sieg kann nur auf eine von zwei Arten erreicht werden: Entweder kapituliert der Iran, oder die USA starten eine letzte Welle von Militärschlägen. US-Präsident Trump hat dem iranischen Regime jede Gelegenheit gegeben, um Frieden zu bitten, und es hat seine Angebote abgelehnt. Es ist bewundernswert, dass Trump sich Zeit lässt. Aber es ist auch wahr, dass er keinen Sieg erklären kann, bis entweder der Iran kapituliert – oder er die Sache zu Ende bringt", soweit die WASHINGTON POST.
Der Kurs des japanischen Yen ist im Sinkflug. Die japanische Regierung hat sich für eine Intervention entschieden - die Notenbank verkauft Dollar und kauft Yen. Die Zeitung YOMIURI SHIMBUN aus Japan erläutert: "Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar leidet die japanische Wirtschaft stark unter dem geschwächten Yen und den gestiegenen Ölpreisen durch die Blockade der Straße von Hormus. Auch zunehmende Handelsdefizite lassen den Yen weiter sinken. Ein viel zu schwacher Yen wiederum lässt Importpreise noch stärker ansteigen. Es ist wichtig und angemessen, dass die Regierung in Tokio sich entschlossen dagegen positioniert", meint YOMIURI SHIMBUN aus Tokio.
Die japanische Zeitung MAINICHI SHIMBUN zeigt sich gegenüber der Notenbank-Intervention skeptischer: "Nur mit symptomatischer Behandlung können die Probleme nicht bekämpft werden" titelt sie. "Trotz der Intervention steht die Währung Yen nach wie vor stark unter Druckt. Das führt zu steigenden Preisen der Importwaren, worunter das Leben der Bevölkerung derzeit stark leidet. Der Trend wird nicht gestoppt, weil die Regierung unter der Premierministerin Takaichi nicht die Ursache der strukturellen Probleme bekämpfen will, sondern nur mit sporadischen symptomatischen Behandlungen wie dieser jüngsten Intervention dagegenhalten will. Jetzt droht ein Teufelskreis mit steigenden Verbraucherpreisen und sinkender Währung. Um das zu stoppen und das Vertrauen des Marktes zurückzugewinnen, ist für die Regierung in Tokio ein Umdenken ihrer Geld- und Finanzpolitik unabdingbar", ist MAINICHI SHIMBUN aus Tokio überzeugt. Und damit endet die Internationale Presseschau.
