
Dazu schreibt die schweizerische NEUE ZÜRCHER ZEITUNG: "Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping ist der umworbene Gastgeber, der Mittelpunkt der Mächtigen dieser Welt. Wenige Tage nach dem pompösen Empfang von Donald Trump trifft Xi seinen 'alten Freund' aus Russland, Wladimir Putin. Für Putin ist die Koinzidenz schmeichelhaft: Trotz der verfahrenen Kriegslage in der Ukraine kann er sein Land als ebenbürtige Großmacht an der Seite Chinas präsentieren. Trumps Iran-Krieg hat ihm zudem in einer Hinsicht Rückenwind gegeben: Chinas Appetit auf russische Rohstoffe ist gestiegen, seit die Versorgung aus dem Nahen Osten eingebrochen ist," konstatiert die NZZ.
Für die SOUTH CHINA MORNING POST ist die Energieversorgung das zentrale Thema beim Besuch von Wladimir Putin: "Der wichtigste Punkt ist ein potenziell großes Öl- und Gasabkommen. Für China liegt der Reiz darin, sich alternative Energieversorgungswege zu sichern, um seine Anfälligkeit für geopolitische Risiken im Nahen Osten zu verringern. Zudem dürften sich beide Seiten darauf einigen, die Geschäfte in der Währung Yuan abzuwickeln, was die Internationalisierung der Währung vorantreiben wird. Allerdings könnte der Preis für Rohöl ein Knackpunkt sein, da Moskau offenbar mehr als 100 US-Dollar pro Barrel anstrebt. Unabhängig davon, ob diesmal ein Vertrag unterzeichnet wird, ein Energieabkommen wird in diesem oder im nächsten Jahr ein wichtiger Verhandlungspunkt zwischen China und Russland sein," ist die SOUTH CHINA MORNING POST aus Hongkong überzeugt.
Laut der russischen Zeitung KOMMERSANT geht es Russland und China darum, eine neue Weltordnung zu schaffen, die nicht mehr von den USA dominiert wird. "Die eurasischen Mächte Russland und China haben einen Kurs hin zu einer multipolaren Welt ausgerufen, das heißt einer Welt, in der Amerika die Interessen aller Länder, ob groß oder klein, berücksichtigen muss. In dieser Welt gibt es keinen Platz für willkürliche Aggressionen gegen den Irak oder den Iran, keinen Platz für Sanktionen und überhöhte Handelszölle, weder eine Dominanz des Dollars noch eine ‚regelbasierte Ordnung‘. Die multipolare Welt, über die Wladimir Putin und Xi Jinping beraten, wird von einem einzigen Grundprinzip bestimmt: Sie duldet keinerlei einzelnen dominierenden Akteur. Stattdessen ist sie darauf ausgelegt, ein System der gegenseitigen Kontrolle und des Gleichgewichts zu etablieren – ein System, das nicht nur die Atommächte, sondern auch die aufstrebenden regionalen Führungsmächte einbezieht", notiert der KOMMERSANT aus Moskau.
Viele Zeitungen gehen auf die schnelle Ausbreitung des Ebola-Virus in Zentralafrika ein. THE CITIZEN aus Südafrika bemerkt: "Angesichts des raschen Ausbruchs von Ebola in der Demokratischen Republik Kongo, das sich nun auf das Nachbarland Uganda ausgebreitet hat und den Südsudan bedroht, ist es keine Überraschung, dass selbst der Chef der Weltgesundheitsorganisation WHO von der 'Geschwindigkeit und dem Ausmaß' der Epidemie alarmiert ist. Der Ausbruch hat bereits mehr als 130 Menschen das Leben gekostet, was die WHO dazu veranlasste, ihn zu einem Gesundheitsnotstand von internationaler Tragweite zu erklären – der zweithöchsten Alarmstufe der internationalen Gesundheitsvorschriften. Ebenso besorgniserregend ist, dass die WHO warnte, es sei höchst unwahrscheinlich, dass der Ebola-Ausbruch in zwei Monaten vorbei sein werde. Weshalb man verschiedene Impfstoffkandidaten prüfe, auch wenn es Monate dauern werde, bis diese verfügbar seien. Wir leben in der Tat in schwierigen, gefährlichen und spaltenden Zeiten", meint THE CITIZEN aus Johannesburg.
Die brasilianische Zeitung FOLHA DE SÃO PAULO blickt auf die anhaltenden Kämpfe in der betroffenen Region: "Der internationale Gesundheitsnotstand wurde seit seiner Einführung 2005 von der WHO schon drei Mal in Afrika wegen Ebola ausgerufen, und schon zum zweiten Mal steht die Demokratische Republik Kongo im Mittelpunkt. Der Zweite Kongokrieg endete 2003, aber im Osten des Landes konnte der Frieden nicht dauerhaft Fuß fassen. Fehlende staatliche Präsenz, die Schwäche der Streitkräfte, das Erstarken von Milizen und das Ringen um Macht und Bodenschätze sorgen für einen anhaltenden Konflikt - und erschweren jetzt erneut die Bekämpfung der Epidemie. In den betroffenen Regionen gibt es viel illegalen Bergbau und intensive Migrationsströme, die zur Ausbreitung des Virus beitragen, während die Kämpfe den Zugang zu medizinischer Versorgung erschweren. Hinzu kommt, dass es sich um die Bundibugyo-Variante des Virus handelt, gegen die es keine Impfstoffe und keine Medikamente gibt“, stellt FOLHA DE SÃO PAULO aus Sao Paulo fest.
Die finnische Zeitung HUFVUDSTADSBLADET fordert mehr Prävention und internationale Zusammenarbeit gegen Viren-Ausbrüche: "Im Augenblick geht es bei der globalen Bekämpfung von Viren um zwei spezielle und ernste Themen: den Ausbruch einer ungewöhnlichen Variante des Hanta-Virus auf einem Kreuzfahrtschiff und eine massive, rasch eskalierende Ebola-Epidemie in Zentralafrika. In beiden Fällen handelt es sich um Zoonosen, also um Krankheiten, die von Tier zu Mensch übertragen wurden - genau wie bei Covid-19. Die nächste globale Pandemie ist nur eine Frage der Zeit, auch wenn nichts darauf hindeutet, dass Ebola oder das Hanta-Virus erneut zu einer Situation wie bei Corona führen können - es fehlt den Viren ganz einfach an den grundlegenden biologischen Eigenschaften. Aber es ist schlechter um die globale Zusammenarbeit bestellt, denn die USA haben die WHO verlassen und ohne deren Expertise und Ressourcen ist ein Vakuum entstanden", betont HUFVUDSTADSBLADET aus Helsinki.
Und nur zur Europa-Reise des indischen Premierministers Modi, der dabei auch Norwegen besucht hat. Für VERDENS GANG aus Oslo ist dies "ein historischer Moment, denn zum ersten Mal seit Indira Gandhi 1983 kommt ein indischer Premierminister zu einem Staatsbesuch nach Norwegen. Vieles hat sich seither geändert. Indien ist mittlerweile die fünftgrößte Wirtschaftsmacht der Welt und hat seit Jahren ein robustes Wachstum aufzuweisen. Diese und andere Gründe führen dazu, dass die Europäer eine engere Zusammenarbeit mit Indien suchen, denn das Land ist ein wichtiger geopolitischer Akteur mit traditionell engen Verbindungen zu Russland und einer komplizierten, aber engen Beziehung zum Nachbarn China. Die immer unberechenbare US-Politik hat dazu geführt, dass auch Neu-Delhi seine Partnerschaften ausbauen und intensivieren will. Die westlichen Staaten wollen sich unabhängiger von chinesischen Technologien und Lieferketten machen, und da kommt man kaum um Indien und seinen riesigen Markt herum," hebt die norwegische Zeitung VERDENS GANG hervor.
Die indische Zeitung HINDUSTAN TIMES verweist auf einen zentralen Aspekt der Zusammenarbeit: "Die grünen Partnerschaften mit Schweden und Norwegen gehören zu den Höhepunkten der Fünf-Länder-Reise von Premierminister Narendra Modi, die heute endet. Die Partnerschaften – 'Green Transition' mit Schweden und 'Green Strategic' mit Norwegen – sind Bekenntnisse für das Ziel, die Kompetenzen der beiden nordischen Länder im Bereich grüner Technologien sowie Indiens Größe und Talente für eine nachhaltige Entwicklung zu nutzen. Vor dem Hintergrund des beinahe-Zusammenbruchs der regelbasierten Weltordnung und multilateraler Initiativen zum Klimaschutz dienen diese Partnerschaften als Vorlagen für die Zusammenarbeit mit anderen Nationen. Indien muss Europa und China dazu drängen, zu kooperieren, um die globale Klimapolitik wiederzubeleben, und sich für den Globalen Süden einzusetzen, in dem einige der am stärksten vom Klimawandel bedrohten Nationen beheimatet sind", fordert die HINDUSTAN TIMES aus Delhi.
