
Die ARAB NEWS nennen die Nachricht über eine möglicherweise bevorstehende Einigung eine willkommene Entwicklung. "Alle Länder in der Region wollen der Diplomatie eine Chance geben. Natürlich werden sich viele darauf konzentrieren, was Präsident Trump während seines Telefonats mit regionalen Staatschefs über die Abraham-Abkommen gesagt hat. Trump erklärte, er habe Katar, Saudi-Arabien, Pakistan, Ägypten, Jordanien und die Türkei gebeten, den Abkommen beizutreten und die Beziehungen zu Israel als Teil einer Vereinbarung mit dem Iran zu normalisieren. Seit Jahrzehnten macht Saudi-Arabien deutlich, dass es sich für regionalen Frieden, Sicherheit, Vernetzung und gemeinsamen Wohlstand einsetzt, der sowohl die Palästinenser als auch die Israelis einschließen muss. Das Problem ist hier das Fehlen eines ernsthaften Partners in Israel, der bereit ist, dem Frieden eine Chance zu geben und die Zwei-Staaten-Lösung zu unterstützen", finden die ARAB NEWS aus dem saudischen Riad.
Die türkische Zeitung SABAH beobachtet: "Ein mögliches Abkommen zwischen dem Iran und den USA hat in Israel für Panik gesorgt. Selbst die israelischen Medien räumen ein, dass ein solches Abkommen die Kontrolle des Iran über die Energie- und Internetkabel, die die Straße von Hormus passieren, weiter festigen würde. Der Krieg hat das Regime im Iran, das die USA und Israel schwächen und zerstören wollten, weiter gestärkt", schlussfolgert SABAH aus Istanbul.
Die panarabische Zeitung SHARQ AL-AWSAT notiert: "Dass der Iran und die USA überhaupt weiter verhandeln, ist ein Hinweis darauf, dass beide Seiten eine Einigung erzielen wollen. Denn die Kosten der Pattsituation sind hoch, und ein erneuter Krieg wäre verheerend. Jüngste Indiskretionen deuten darauf hin, dass Washington bereit ist, die Blockade iranischer Häfen schrittweise aufzuheben. Im Gegenzug würde der Iran in der Straße von Hormus verlegten Minen räumen", führt die in London erscheinende SHARQ AL-AWSAT aus.
Die TEHRAN TIMES unterstreicht die Bedeutung der Straße von Hormus für den Iran: "Dort wird nicht nur ein Großteil des globalen Handels und der Energieversorgung kontrolliert; die Meerenge wird für den Iran auch zu einer Waffe gegen westliche Sanktionen. Dies schwächt die Fähigkeit der USA, wirtschaftlichen Druck auf den Iran auszuüben. Die US-Regierung unter Präsident Trump glaubt, dass sie durch ihre Drohungen mit weiteren Angriffen auf die strategische Infrastruktur den Iran - aus Angst vor schlimmeren Folgen - unterwerfen kann. Das ist eine Fehleinschätzung", bemerkt die iranische TEHRAN TIMES.
Die australische Zeitung THE AGE geht davon aus, dass ein mögliches Kriegsende für die USA und Trump demütigend werden: "Das Ausmaß an strategischem Denken, das in diesen Krieg eingeflossen ist, ist für die USA peinlich. Denn Irans Reaktionen – die Schließung der Straße von Hormus und die eigenen Angriffe auf die Energieinfrastruktur seiner Nachbarn – waren vorhersehbar und waren tatsächlich auch vorhergesagt worden. Das Trump-Lager ignorierte die Bedrohung. Trump und sein Umfeld glaubten, militärische Macht werde ihnen den nötigen Hebel gegenüber dem Iran verschaffen, um dessen Führung zu zwingen, alles zu tun, was die USA verlangten. Der US-Präsident hat sich verkalkuliert. Der Iran hat gezeigt, dass er am längeren Hebel sitzt", beobachtet THE AGE aus Sydney.
Die polnische Zeitung POLITYKA befasst sich mit Russlands erneutem Einsatz der atomwaffenfähigen Mittelstreckenrakete Oreschnik im Ukraine-Krieg. Müssen wir uns in Europa vor dieser Rakete fürchten, fragt sich das Blatt aus Warschau und kommt zu folgender Erkenntnis: "Das Säbelrasseln mit Atomwaffen – wie etwa der Abschuss von Oreschnik-Raketen auf Ziele in der Ukraine, wobei Attrappen anstelle echter Sprengköpfe zum Einsatz kommen – bedeutet letztlich nichts. Dennoch kann es Menschen in Angst versetzen. Genau das ist der beabsichtigte Effekt: die Öffentlichkeit dazu zu bringen, Druck auf ihre Regierung auszuüben. Genau in diese Richtung wird Russlands psychologische Kriegsführung zielen. Nun liegt es an uns, ob wir ihr erliegen. Denn Krieg ist ein Kampf des Willens und des Charakters. Werden die Russen uns brechen?“, fragt sich die polnische POLITYKA.
Die finnische Zeitung ILTA-SANOMAT lenkt den Blick auf die Diplomatie: "Als Russland 2022 seine Vollinvasion in der Ukraine begann, brach die EU ihre politischen Kontakte auf der oberen Ebene ab. Aber so gut wie alle in Europa sind sich auch darin einig, dass es irgendwann Verhandlungen mit Russland wird geben müssen. Jetzt könnte dieser Zeitpunkt näher rücken. Ein Kompromiss wird Zeit brauchen, und mit Sicherheit wird das Thema auf der Agenda des nächsten EU-Gipfels im Juni stehen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hofft auf einen europäischen Verhandlungsführer, und die Europäer wissen, dass andernfalls Russland und die USA über ihre Köpfe hinweg miteinander verhandeln werden. Putin und Trump sind für sie nicht vertrauenswürdig, und der US-Präsident interessiert sich zurzeit ohnehin mehr für den Iran als für die Ukraine", erläutert ILTA-SANOMAT aus Helsinki.
In seiner ersten Enzyklika hat Papst Leo XIV. vor Gefahren der Künstlichen Intelligenz gewarnt. Damit befasst sich die spanische Zeitung LA VANGUARDIA: "Der Papst ist überzeugt davon, dass sich die Soziallehre der Kirche dieser neuen industriellen Revolution stellen muss, die gerade beginnt, die Welt zu verändern – möglicherweise zum Schlechten. Deshalb, so warnt der Papst, dürfen KI, Digitalisierung und Robotik nicht in den Händen einer Handvoll milliardenschwerer Techno-Oligarchen bleiben", heißt es LA VANGUARDIA aus Barcelona.
Die mexikanische Zeitung LA CRONICA DE HOY aus Mexiko-Stadt hebt hervor: "Es ist bemerkenswert, dass eine konservative Institution wie die katholische Kirche Werte vertritt, deren Kernziele jede politische und soziale Organisation verfolgen sollte - ob nun religiös oder nicht. Und es ist richtig und lobenswert, statt der Vorstellung von gerechten Kriegen auf Dialog und Multilateralismus zu setzen."
Die brasilianische Zeitung O GLOBO geht auf einen anderen Aspekt ein: "Zu den großen Fragen gehört, wie KI im Arbeitsleben eingesetzt wird. Die führenden Mitarbeiter der Tech-Konzerne genießen oft große Freiheiten bei der Gestaltung ihrer Tätigkeiten, lösen Probleme, finden neue Wege, bescheren den Unternehmen enorme Erträge - und das zu geringen Kosten. Die KI kann somit Unternehmen revolutionieren: Wo Gewinne und Verluste besser analysiert werden, kann auch das Management verschlankt werden, ohne dass es zwangsläufig zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit kommt. Das Potenzial ist enorm, aber Leo XIV ist besorgt - und das nicht zu unrecht", meint O GLOBO aus Rio de Janeiro.
Zum Schluss nach China. Dort wird Bundeswirtschaftsministerin Reiche mit einer Wirtschaftsdelegation erwartet. Die in Shanghai erscheinende Zeitung JIEFANG RIBAO misst dem Besuch eine besondere Bedeutung, denn: "Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie nimmt in den deutsch-chinesischen Beziehungen eine Schlüsselposition ein: es verfügt über politische Instrumente zur Verringerung von Risiken in der Lieferkette und zur Prüfung von Investitionen in kritischen Bereichen. Reiche neigt jedoch nicht dazu, diese Mittel leichtfertig einzusetzen. Vielmehr ist sie schon seit langem eine Verfechterin offener Märkte, plädiert für weniger staatliche Eingriffe und ist der Ansicht, dass Deutschland in der Vergangenheit stets von einem freien Welthandel profitiert hat. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob es ihr bei der Visite gelingen wird, diese positiven Bekenntnisse in konkrete Maßnahmen umzusetzen und die Zusammenarbeit weiter zu vertiefen."
