
Zu den Hitzerekorden schreibt die slowakische Tageszeitung SME: "Die Anhänger von Greta Thunberg, Fridays for Future, Extinction Rebellion, Letzte Generation und Ähnlichen haben recht, wenn sie sagen: Schaut her, es ist gekommen, wovor wir gewarnt hatten. Ja, das stimmt, es ist so gekommen. Allerdings sollten sie alle auch auf die Frage antworten, wie viele Gesundheitsprobleme und Verluste an Menschenleben man hätte verhindern können, wenn die Hunderten Milliarden, die seit zwanzig Jahren in die sozial unverträgliche Dekarbonisierung gesteckt wurden, stattdessen in Maßnahmen zur Anpassung an die Klimakrise investiert worden wären. Milliarden für Forschung und Wissenschaft hätten wahrscheinlich, jetzt auch mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz, einen gangbareren Weg zur Bewältigung des Problems der Überhitzung des Planeten gefunden", meint SME aus Bratislava.
Die dänische Zeitung BERLINGSKE TIDENDE appelliert: "Es wäre auf jeden Fall gut, wenn junge Menschen weniger Ängste durchmachen und wir besonnener über Klimapolitik nachdenken könnten. Wir müssen aufhören, Menschen moralisch zu verdammen, weil sie eine andere Meinung haben, in warme Länder fliegen oder Fleisch essen. Es müssen technologische Lösungen entwickelt werden, die Treibhausgasemissionen reduzieren, gerne aber den Wohlstand vergrößern. Ein Instrumentarium sind Abgaben oder Quoten, sodass sich die Kosten in Preisen widerspiegeln, ohne dass der moralische Zeigefinger erhoben wird", wirft BERLINGSKE TIDENDE aus Kopenhagen ein.
"Auch Finnland hat in den letzten Jahren immer mehr Hitzewellen erlebt", erinnert die finnische Zeitung AAMULEHTI und führt aus: "Das waren zwar andere Werte als in Südeuropa, aber der Trend ist derselbe: Was früher abstrakt klang, ist inzwischen Alltag. Klimapolitik ist dabei nicht nur Umweltpolitik, sondern auch Energie-, Gesundheits- und Wirtschaftspolitik. Zu den Maßnahmen gehören der Umstieg auf erneuerbare Energien und Elektromobilität, mehr Energieeffizienz und mehr natürliche CO2-Speicher wie Wälder und Moore. Wir müssen schneller handeln, aber auch überlegen, wie wir mit der Erderwärmung leben können, wenn wir es denn müssen." Soweit AAMULEHTI aus Tampere.
Der STANDARD aus Wien blickt auf den Umgang mit der Hitze im Land: "Die Städte in Österreich sind auf die Hitzewellen der kommenden Jahre nicht vorbereitet. Das liegt – nicht nur, aber auch – an einer tief sitzenden Ablehnung gegenüber Klimaanlagen, die weite Teile der Gesellschaft durchzieht und sich in unserer Rechtsordnung festgefressen hat. Wer ein Klimagerät installieren will, ob als Mieter oder Vermieter, stößt oft auf kaum überwindbare Hürden. Anderswo macht das sogenannte Ortsbild einen Strich durch die Rechnung. Beschattung, Begrünung und Jalousien sind wichtig – aber vielerorts nicht ausreichend. Wenn wir Hitzetote vermeiden und den hohen Lebensstandard unserer Städte erhalten wollen, müssen wir wirksame Lösungen für die Gebäudekühlung finden", betont der STANDARD.
"Die alleinige Lösung bei Überhitzung ist nicht eine Klimaanlage", ist dagegen der britische GUARDIAN überzeugt: "Gegen eine so komplexe Herausforderung wie die Anpassung an das Klima gibt es keine Einzellösung. Stattdessen brauchen wir eine Kombination aus vielen Maßnahmen, darunter mehr Bäume zur Förderung der Abkühlung in Städten sowie Außenbeschattungen an Wohnungen und Häusern wie Markisen und Rollläden und die Verbesserung der Wärmedämmung. Der alleinige Einsatz von Klimaanlagen wäre katastrophal und würde genau das Problem verschärfen, das sie eigentlich lösen sollen - höhere Außentemperaturen infolge zusätzlicher Emissionen", mahnt der GUARDIAN aus London.
Das US-amerikanische WALL STREET JOURNAL blickt auf neue Angriffe zwischen den USA und dem Iran - unter anderem in der Straße von Hormus: "Das stärkste Argument für Präsident Trumps Rahmenabkommen mit dem Iran war, dass es zumindest die Straße von Hormus wieder öffnete. Nun ja, jetzt versucht das Regime, diese Vereinbarung zunichtezumachen, indem es Gewalt gegen Handelsschiffe, die Golfstaaten und US-Stützpunkte anwendet. All dies verstößt gegen das Abkommen und wirft die Frage auf, warum Trump es überhaupt unterzeichnet hat", ist im WALL STREET JOURNAL aus New York zu lesen.
Die chinesische Zeitung JIEFANG RIBAO beobachtet: "Im Grunde zeigt die Lage, wie tief das gegenseitige Misstrauen sitzt. Trotz der Vereinbarungen nutzen beide Seiten Militäraktionen weiterhin als Druckmittel. Doch im Unterschied zu den vorherigen militärischen Aktionen waren beide Seiten relativ zurückhaltend. Die künftigen Verhandlungen sind dadurch zunächst nicht gefährdet. Aber sie werden zusätzlich erschwert", ist JIEFANG RIBAO aus Shanghai überzeugt.
Die türkische Zeitung YENI BIRLIK sieht es folgendermaßen: "Teheran demonstrierte, dass die Straße von Hormus nicht nur der wichtigste strategische Trumpf des Landes ist, sondern auch weiterhin fest unter seiner Kontrolle steht. Damit signalisiert Teheran eine entschlossene Haltung in diesem Machtspiel: Man ist nicht bereit, irgendjemandem Zugeständnisse zu machen, solange die eigenen Erfolge nicht als reale, greifbare Fakten zementiert sind. Offenbar vertraut der Iran darauf, dass sich die USA nicht aus den Verhandlungen zurückziehen werden, solange kein schwerwiegender Verstoß vorliegt, und dass sie auch nicht versuchen werden, die Straße von Hormus durch eine Eskalation gewaltsam zu öffnen." Das war ein Kommentar aus YENI BIRLIK aus Istanbul.
Die panarabische Tageszeitung AL QUDS AL-ARABY fasst zusammen: "In der Summe muss man sagen, dass der Krieg weder erfolgreich war, noch für Frieden gesorgt hat. Trotz ihrer enormen wirtschaftlichen und militärischen Macht ist es den USA nicht gelungen, in der Region für Sicherheit und Stabilität zu sorgen, von der sowohl die Vereinigten Staaten als auch ihren Verbündeten profitieren würden. Im Gegenteil: Der Iran spielt weiterhin die Rolle einer regionalen Hegemonialmacht und bedroht die Sicherheit und Stabilität der Golfregion ebenso wie die globale Energiesicherheit und Wirtschaft", warnt AL QUDS AL-ARABY aus London.
Nun zum letzten Thema. Die Militärjunta in Burkina Faso hat die diplomatischen Beziehungen zur ehemaligen Kolonialmacht Frankreich abgebrochen, verbunden mit dem Vorwurf, Paris hege "neokoloniale Ambitionen". Das Nachrichtenportal LEDJELY aus Guinea schreibt: "Die ständige Kritik an Frankreich ist für manche afrikanische Regime zugleich zu einer Quelle politischer Legitimation und einer bequemen Erklärung für ihre eigenen Unzulänglichkeiten geworden. Diese Opferrhetorik dient oft als Deckmantel für Regierungen, denen es an Ergebnissen mangelt und die unfähig sind, die Erwartungen zu erfüllen, die sie selbst geweckt haben. Aber der ehemaligen Kolonialmacht die Verantwortung für all unsere Misserfolge zuzuschreiben, läuft paradoxerweise darauf hinaus, ihr einen Einfluss und eine Macht zuzugestehen, die sie nicht mehr hat oder nicht mehr haben sollte", kritisiert LEDJELY aus Conakry.
In einem Gastkommentar in der portugiesischen Zeitung DIARIO DE NOTICIAS heißt es: „Lange Zeit wurde Burkina Faso als außenpolitisches Thema belächelt, aber das hat sich mit dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen geändert. Burkina Faso gehört tatsächlich zu den schwächeren Ländern in der Sahel-Zone im Vergleich zu Mali oder dem strategisch wichtigen Niger mit seiner Gaspipeline nach Algerien. Aber umso wichtiger erscheint es Machthaber Ibrahim Traoré offenbar, seine Bedeutung zu unterstreichen. Und da hat er den einfachsten Weg gewählt: Er wirft Frankreich eine Einmischung in innere Angelegenheiten und Konspiration mit Terroristen vor." Das war ein Gastkommentar aus DIARIO DE NOTICIAS, die in Lissabon erscheint. Damit endet die internationale Presseschau.
