
Die FRANKFURTER RUNDSCHAU schreibt zur Kampfjet-Lieferung: "Nach langem Werben bekommt die Ukraine die ersehnten F-16-Kampfjets. Doch auch dieses Waffensystem wird den Verlauf des Krieges nicht entscheidend beeinflussen - zumal sie erst in etwa sechs Monaten nach Ausbildung des nötigen Personals eingesetzt werden können. Doch die Flugzeuge werden der ukrainischen Armee helfen, den ein oder anderen russischen Angriff abzuwehren und die ein oder andere Attacke zu setzen. Die westlichen Verbündeten der Ukraine signalisieren Kiew, Russland und der eigenen Bevölkerung, dass sie die Regierung von Präsident Selenskyj weiter unterstützen. Nur eins ist sicher: Der Krieg dauert viel länger als viele dachten, und damit viel zu lange", befürchtet die FRANKFURTER RUNDSCHAU.
Die MITTELDEUTSCHE ZEITUNG aus Halle ist überzeugt: "Schon jetzt ist klar, dass die 42 Flugzeuge erst der Anfang sind. Mittelfristig braucht die Ukraine eine deutlich größere Zahl, da ein Kampfjet mehr Zeit am Boden bei der Wartung verbringt als im Einsatz in der Luft. Für die westlichen Partner fängt die Arbeit also erst an. Sie müssen ukrainisches Personal für die Wartung der Maschinen und Kampfpiloten ausbilden. Die F-16-Kampfjets sind daher keine schnelle Lösung, sondern eine langfristige. Sie sind ein wichtiger Schritt, mit dem die westlichen Staaten die Ukraine ins europäische Verteidigungssystem integrieren. Denn ist der Krieg vorbei und die Ukraine womöglich der EU beigetreten, werden diese F-16-Kampfpiloten die Außengrenze zu Russland schützen. Der Westen hat erkannt, dass er in seine zukünftige Sicherheit investiert," ist sich die MITTELDEUTSCHE ZEITUNG sicher.
Auch die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG bergüßt den Schritt der Kampfjet-Lieferung: "Wladimir Putin setzt darauf, dass er den längeren Atem hat und sein imperialistisches Projekt zu Ende führen kann. Selbst eine Waffenruhe oder eine Verhandlungslösung, so unwahrscheinlich sie angesichts der Haltung des Kreml sind, gäben der Ukraine keine Sicherheit. Teil der westlichen Sicherheitszusagen – von Garantien kann man nicht wirklich reden – ist es daher richtigerweise, Kiew in den Stand zu versetzen, gegen die russische Aggression bestehen zu können."
Die MEDIENGRUPPE BAYERN, zu der unter anderem der Donaukurier gehört, nennt die Aussichten für die Ukraine bitter: "Die Zuversicht der Ukrainer, ihre Gegenoffensive zur Vertreibung der Russen aus ihrem Staatsgebiet noch vor dem Wintereinbruch mit einem Erfolg zu krönen, droht immer mehr in eine Sackgasse zu geraten. Das hat damit zu tun, dass sich die Schaltzentralen im Westen noch immer nicht im Klaren darüber sind, wie weit sie für einen Sieg der Ukraine gegen die russischen Invasoren zu gehen bereit sind.Monatelanges Zaudern und Zögern u. a. über Kampfpanzer, Kampfjets und Taurus-Marschflugkörper verschaffte den Russen Zeit, sich tief einzugraben und die Gegenoffensive durch Minen erheblich zu erschweren. Die westliche Zurückhaltung ist umso weniger ein Ausbund von Entschlossenheit, als die Verbündeten bisher am Ende fast noch jeder Forderung nach Waffenlieferungen nachgegeben haben – aber halt spät, hoffentlich nicht zu spät", gibt die MEDIENGRUPPE BAYERN zu bedenken.
Und damit zum nächsten Thema. Die FAZ beschäftigt sich mit dem Rückschlag für die russische Raumfahrt, nachdem die Raumsonde "Luna-25" ist kurz vor der geplanten Landung auf dem Mond abgestürzt ist: "Keine Raumfahrtnation ist bisher vor Fehlschlägen bewahrt gewesen. Man denke nur an die beiden spektakulären Abstürze der amerikanischen Raumfähre Space Shuttle in den Jahren 1986 und 2003. Das Scheitern der unbemannten russischen Mondmission "Luna-25" sagt deshalb zunächst einmal nichts über die prinzipielle Leistungsfähigkeit des russischen Raumfahrtprogramms aus. Dennoch ist der Verlust der Mondsonde für Russlands Präsidenten Putin auch ein politischer Schlag gegen sein Prestige. Denn er selbst hat den Weltraum zu einem Feld des Wettbewerbs mit dem Westen erklärt, so wie er das in den Zeiten des Kalten Kriegs schon einmal war", notiert die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG.
Die MÄRKISCHE ODERZEITUNG aus Frankfurt/Oder findet: "Mit der Raumsonde Luna-25 wollte Putin zeigen, dass sein Land weiter wissenschaftliche Höchstleistung erbringen kann - trotz des Ukraine-Kriegs. Doch Luna-25 stürzte auf der Mondoberfläche ab. Das kommt also bei russischen Alleingängen im All heraus. Es könnte noch dicker kommen für Putin: Sollte Indien am Mittwoch die geplante Mondlandung gelingen, übertrumpfte ein anderer BRIC-Staat seine Ambitionen."
Und die BADISCHEN NEUESTEN NACHRICHTEN aus Karlsruhe betonen: "Die russische Rückkehr zum Mond nach fast 50 Jahren Abwesenheit wäre eine bemerkenswerte Leistung gewesen. Dass die Mission so kurz vor dem Abschluss misslang, wird Ingenieure wie Politiker in Moskau schmerzen. Denn das Debakel ist ein Indiz dafür, dass der autokratisch regierte Staat unter rigorosen wirtschaftlichen Sanktionen die fehlenden westlichen Technologien in der Raumfahrt bislang nicht ersetzen kann. Russlands eigenes Hightech ist heute nicht gut genug, um sehr komplizierte Projekte wie eine Mondlandung zu meistern", unterstreichen die BADISCHEN NEUESTEN NACHRICHTEN.
Und damit zum Unterhaltsrecht, das Justizminister Buschmann reformieren und mitbetreuende Elternteile entlasten soll. Die BADISCHE ZEITUNG aus Freiburg führt aus: "Die Reform soll insbesondere Trennungsfamilien betreffen, in denen zwar ein Elternteil die Hauptbetreuung leistet, der andere Elternteil sich aber auch zu 30 oder 40 Prozent einbringt. Das deutsche Unterhaltsrecht ignoriere, sagt Buschmann, dass viele Eltern auch nach einer Trennung die Kinder gemeinsam erziehen. Doch bislang mache es für Unterhaltszahlungen kaum einen Unterschied, ob sich ein Elternteil einen Tag oder drei Tage die Woche um das Kind kümmere. Damit trifft er einen Punkt. Dennoch ist bei dem Thema größte Vorsicht geboten, betrifft es doch direkt die Menschen, die in dieser Gesellschaft immer noch eine der schwierigsten Positionen haben: Alleinerziehende, insbesondere alleinerziehende Frauen", warnt die BADISCHE ZEITUNG.
Die BERLINER MORGENPOST sieht im deutschen Familienrecht viele überholte Familien- und Rollenbilder. "Im Unterhaltsrecht ist die Vorstellung, dass sich nach einer Trennung Mama um die Kinder kümmert, während Papa vor allem zahlt. Dieser Grundsatz wirkt selbst dann noch, wenn Väter einen großen Teil, aber nicht exakt die Hälfte der Betreuung übernehmen. Ihre Unterhaltspflichten unterscheiden sich oft nur wenig von denen, die gar nichts tun. Justizminister Buschmann ist nicht der erste, der sich an einer Reform versucht. Es wäre zu wünschen, dass es dieses Mal klappt. Es wäre ein Signal der Anerkennung", argumentiert die BERLINER MORGENPOST.
Die Zeitung ND.DER TAG ist dagegen skeptisch: "Auf den ersten Blick klingt es fortschrittlich. Doch Justizminister Buschmann zäumt das Pferd von hinten auf: Nach einer Trennung soll das zweitbetreuende Elternteil, meist der Vater, weniger Unterhalt zahlen, wenn es die gemeinsamen Kinder häufiger betreut. Darin liegen zahlreiche Fallstricke für Mütter: In vielen Beziehungen übernehmen diese den größten Teil der Fürsorgearbeit und sind dadurch finanziell schlechter aufgestellt. Wenn es der Bundesregierung wirklich um Kindeswohl und partnerschaftliche Sorgearbeit gehen würde, müsste sie an den Schrauben drehen, die vor der Trennung ansetzen und beispielsweise Unternehmen in die Pflicht nehmen, Vätern gleichberechtigte Betreuungszeiten zu ermöglichen. Doch das ist mit der FDP undenkbar", ist die Zeitung ND.DER TAG überzeugt.Und damit endet die Presseschau.