
Die VOLKSSTIMME aus Magdeburg begrüßt die Entscheidung der NATO, auf Trumps Forderung nicht einzugehen: "Die USA schaffen es bislang nicht, die Straße von Hormus freizuhalten. Dass US-Präsident Trump die NATO-Verbündeten dafür in die Pflicht nehmen will, liegt nahe. Der deutsche Bundeskanzler, der Außenminister und der Verteidigungsminister haben sich mehrfach und in aller Deutlichkeit gegen eine Beteiligung an diesem Krieg ausgesprochen. Freilich kommt die erneute Bedrohung des Bündnisses nach der Grönlandkrise eher unerwartet. Dass der Konflikt zwischen Europäern und USA in der Arktis nicht eskalierte, liegt daran, dass die NATO-Mitglieder gegen die Führungsmacht USA standhaft geblieben sind. So muss es auch jetzt sein", findet die VOLKSSTIMME aus Magdeburg.
Die STUTTGARTER NACHRICHTEN sehen das ähnlich. Zu Trump heißt es dort: "Er ist nicht nur ein erbärmlicher Stratege, der Kriege beginnt, ohne die Lage zu kennen. Er ist auch ein Ignorant, der auf die Kompetenz seiner Generäle pfeift, sie sogar unterdrückt. Und er ist ein Scharlatan, der verzweifelt nach Hilfe ruft, wenn er sich selbst in Situationen manövriert hat, aus denen er keinen Ausweg mehr findet. Die Regierungschefs der NATO handeln richtig, wenn sie sich dem verweigern. Sie sind nicht die Vasallen Trumps." Das war der Kommentar aus den STUTTGARTER NACHRICHTEN.
Die Zeitungen der MEDIENGRUPPE BAYERN betrachten die Situation etwas differenzierter: "Es ist gut, dass Europa wachsam ist. Die klare Sprache der Bundesregierung ist wohltuend. Und doch könnte der Satz 'Nicht unser Krieg', der nun von ihr zu hören ist, zum kommunikativen Problem werden. 'Nicht unser Krieg' ist die Parole, die seit dem Überfall Russlands auf die Ukraine oft zu lesen und zu hören ist. Kritiker der deutschen Unterstützung der Ukraine argumentieren genau so. Warum das eine unser Krieg ist und das andere nicht, muss täglich begründet werden", mahnen die Zeitungen der MEDIENGRUPPE BAYERN, zu denen die PASSAUER NEUE PRESSE gehört.
Eine ganz andere Sichtweise präsentiert der TAGESSPIEGEL aus Berlin. Er vertritt die Ansicht, die Straße von Hormus sei... "kein ferner Punkt auf der Landkarte zwischen Persischem Golf und Indischem Ozean. Sie ist eine Lebensader der Weltwirtschaft, damit auch der deutschen. Wer Öl, Gas, Handel und Stabilität sagt, sagt auch Hormus. Genau deshalb wäre es falsch, wenn Deutschland jetzt nur vom Ufer aus zuschaut. Was ist die Sicherung von Seewegen? Eine klassische Aufgabe internationaler Ordnungspolitik. Wird ein Nadelöhr des Welthandels blockiert oder bedroht, ist das ein globales Problem. Wer exportiert wie Deutschland, wer von stabilen Lieferketten lebt, kann sich nicht darauf zurückziehen, dass andere das schon regeln werden", kritisiert der TAGESSPIEGEL.
Im Irankrieg hat US-Präsident Trump noch immer kein klares Ziel formuliert. Ein Kommentar aus der Online-Ausgabe der ZEIT plädiert für ein Fortsetzen des Kriegs, bis es ein eindeutiges Ergebnis gebe: "Natürlich kann man finden, dass dieser Preis zu hoch ist. Aber gerade in Anbetracht der Erpressermacht, die das iranische Regime derzeit gegen seine Nachbarländer und gegen die Energiekonsumenten in aller Welt mobilisiert, wirkt das wenig überzeugend. Die Kosten für die Entwaffnung dieses Schurkenstaats werden nur immer weiter steigen, je länger man ihn gewähren lässt. Die Idee, man könne dieser Konfrontation einfach ausweichen, ist eine Illusion. Nichts deutet darauf hin, dass die Islamische Republik noch einmal nachhaltig zu Kräften kommen könnte. Es geht mit ihr vielmehr in einem fort bergab. Und dieser Krieg ist ein entscheidender Schritt, um sie weiter ihrem Untergang entgegenzutreiben." Diese Ansicht vertritt der Kommentar in der ZEIT.
Themenwechsel - ein Blick nach Hessen. Dort sind nach den Kommunalwahlen die ersten sogenannten Trendergebnisse veröffentlicht worden. Die CDU führt demnach, die SPD zeigte sich mit den Zahlen bislang zufrieden. Die FRANKFURTER RUNDSCHAU urteilt dazu - mit Blick auf die Landesebene: "Nach wie vor ist keine charismatische Führungsfigur in Sicht. Und damit auch keine erfolgsversprechende Idee, um die Hessenkarte wieder rot einzufärben. Weit ist die SPD-Hessen mit ihrer Suche bisher nicht gekommen. Nach dem nicht ganz so schlimmen Kommunalwahlergebnis ist es höchste Zeit. Es gab zu viele Fehler in der Vergangenheit, zusätzlich befeuert durch eine grottenschlechte Kommunikation. Für die voller Selbstbewusstsein strotzende Koalitionspartnerin CDU könnten unruhigere Zeiten anbrechen. Die SPD muss zeigen, wofür sie kämpft. Die Rechten dürfen nicht noch größer werden. Denn die sind die Feinde der Demokratie." Das war die FRANKFURTER RUNDSCHAU.
Auch die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG kommentiert die Wahlen in Hessen, hier mit Fokus auf die Grünen: "Vor einer Woche waren die Grünen noch bester Laune, feierten ihren künftigen 'Minischderpräsidenten' Cem Özdemir. Dass der Wahlsieg in Baden-Württemberg sehr viel mit dem Kandidaten und sehr wenig mit der Partei zu tun hatte, war auch den eigenen Leuten klar. Dass sie das schon sieben Tage später auf so eindrückliche Weise bestätigt bekommen würden, vielleicht nicht: Bei den Kommunalwahlen in Hessen haben die Grünen deutliche Verluste erlitten. Die Grünen scheinen im Moment dort stark zu sein, wo sie auf eine Politik der Mitte setzen und Persönlichkeiten aufbauen, die über das eigene Milieu hinaus strahlen. Das ist der Partei in Baden-Württemberg gelungen, und in Hessen – zumindest in vielen Städten und Gemeinden – nicht", bemängelt die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG.
Zum Schluss geht es noch um die Oscars, die am Sonntagabend in Los Angeles verliehen wurden. Der KÖLNER STADT-ANZEIGER bewertet die Veranstaltung als "enttäuschend unpolitisch" und schreibt: "Man musste bis zur Auszeichnung für den besten Dokumentarfilm warten, um Worte von Gewicht zu hören. Wer nichts sagt, so Regisseur David Borenstein, mache sich mitschuldig, wenn Oligarchen die Medien übernehmen und kontrollieren. Genau das passiert gerade in den USA. Die Einschläge kommen nicht näher, sie sind längst erfolgt. Man blickt in Schockstarre den Krater herab. Das war die Stimmung im Hintergrund der 98. Oscars," beschreibt der KÖLNER STADT-ANZEIGER.
Die Tageszeitung TAZ aus Berlin meint, bei den Oscars hätte es durchaus den einen oder anderen Versuch von politischen Aussagen gegeben. Sie fährt fort: "Aber es hätte Platz, vor allem Notwendigkeit für viel mehr gegeben. Denn natürlich ist es wunderbar, wie augenfällig Filme wie 'One Battle After Another' und 'Blood & Sinners' die Entwicklung des Landes zu einem von weißen männlichen Eliten gesteuerten, unbarmherzigen 'Rat Race' kommentieren und seinen strukturellen Rassismus historisch einfangen. Doch wenn die Filmbranche die Möglichkeiten nicht wahrnimmt, die sie auch außerhalb der Kinosäle hat, verspielt sie ihre wichtigste Aufgabe: Das Kino mit seinen inhärenten Preisen ist ein Ort, an dem diskutiert, schockiert, geliebt, verstanden, vergeben werden darf. Wichtig ist nur, den Diskurs hör- und sichtbar zu führen. Was später hinter verschlossenen Kodak-Theatre-Türen gesagt wird, stört keinen kleinen Geist", kommentiert die TAZ.
Die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG vergleicht die Oscars mit der diesjährigen Berlinale und zieht ein positives Fazit: "Statt sich selbst als politisches Forum zu inszenieren, schickt die Oscar-Nacht das Publikum ins Kino. Gut so! Damit unterscheiden sich die Academy Awards von den Debatten der Berlinale. Hier dominieren seit Jahren politische Statements einzelner Künstler das komplette Programm. Dabei können Filme doch viel mehr als provokative Botschaften zu verbreiten: Gutes Kino schärft den Sinn für Zwischentöne, für das, was gerade nicht in politische Formeln passt. Und es weckt Empathie für viele Perspektiven. Der Oscar-Nacht ist es gelungen, diese Qualitäten zu betonen", lobt die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG, mit der diese Presseschau endet.
