
Die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG hält dazu fest: "Wer nach dem vorläufigen Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran den Ring als Sieger verlässt, ist längst nicht ausgemacht. Das Dokument ist ernüchternd. Der US-Präsident ist mit maximalen Ansprüchen in die Konfrontation gegangen; nun steht Washington mit mageren Ergebnissen da. Vorerst wird also nur der Vorkriegszustand hergestellt; alle Diplomatie steht wieder am Anfang. Die mit dieser trumpschen Posse verbundenen Folgen kommen die Weltwirtschaft teuer zu stehen. Das Rahmenabkommen ist weniger Ausdruck amerikanischer Stärke als eine taktische Korrektur", findet die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG.
Die NEUE PRESSE aus Chemnitz sieht den Iran als Gewinner: "Die Islamische Republik hat im Krieg gegen die USA und Israel – zwei Länder mit den modernsten Streitkräften der Welt – ihre militärische Stärke bewiesen und kann nun daran gehen, ihre Wirtschaft zu modernisieren. Ein Land mit 90 Millionen Menschen, riesigen Öl- und Gasvorräten und einem nach wie vor großen Raketenarsenal legt die Fesseln internationaler Sanktionen ab. Zum ersten Mal seit seiner Gründung vor fast 50 Jahren wird der schiitische Gottesstaat als führende Militär- und Wirtschaftsmacht sein volles Potenzial in der Region ausspielen können. Arabische Staaten beeilen sich, ihre langjährige Feindschaft mit Teheran für beendet zu erklären. Nach dem Krieg ist nicht mehr der Iran isoliert, sondern Israel", analysiert die NEUE PRESSE.
Die Zeitung ND DER TAG aus Berlin folgert: "Für die israelische Regierung unter Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ist der Trump’sche Deal ein strategisches Desaster. Ging es ihr doch darum, den Iran militärisch dermaßen zu schwächen, dass er keine Gefahr mehr für Israel darstellen würde, und das Nuklearprogramm zu vernichten. Was daraus wird, entscheidet sich aber erst in den kommenden 60 Tagen – eine lange Zeitspanne, während der viel geschehen kann", betont ND DER TAG.
Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG blickt ebenfalls auf Israel und die Menschen im Iran: "Kein Wunder, dass Israels Ministerpräsident dem Abkommen herzlich wenig abgewinnen kann. Denn das iranische Regime hat den Feldzug seiner Erzfeinde erst einmal überstanden. Die radikalen Kräfte könnten sogar nuklear aufrüsten. All das, was Netanjahu und viele seiner Landsleute sich gewünscht hatten, ist nicht in Erfüllung gegangen. Gleiches gilt für das mutige Volk im Iran. Es hatte Trumps Ankündigung Glauben geschenkt, nach den Januar-Massakern sei Hilfe unterwegs. Heute ist vom Freiheitskampf der Iranerinnen und Iraner keine Rede mehr. Ihnen steht vielmehr eine noch repressivere Despotie gegenüber", beobachtet die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG.
Die FRANKFURTER RUNDSCHAU notiert: "Wie Trump trotz all dieser Nachteile seines Abkommens mit dem Iran die eigene Bevölkerung von einem Erfolg seines Vorgehens überzeugen will, ist völlig unklar. Er setzt wohl darauf, dass seine Fans seine Interpretation des erfolgreichen Abkommens übernehmen. Und darauf, dass andere einfach froh sein werden, wenn der Spritpreis im Besonderen und die Inflation im Allgemeinen sinken. Alle zusammen werden sich dann dem fernen und ungeliebten Konflikt nicht mehr besonders widmen", so die Vermutung der FRANKFURTER RUNDSCHAU.
Die RHEINISCHE POST aus Düsseldorf sieht es so: "Sollte der Krieg tatsächlich enden und der Welthandel wieder in Schwung kommen, wäre es ein Segen – auch für Deutschland. Dass just jetzt ein G7-Gipfel in Europa stattfindet, ist perfektes Timing. Die gute Laune des Präsidenten zu nutzen, um auch Friedensbemühungen in der Ukraine voranzutreiben, muss das Ziel der Europäer sein. Eine Frage wird daher beim G7-Gipfel außen vor gelassen: Was die Supermacht USA mit diesem Krieg eigentlich gewonnen hat. Zur Erinnerung: Die Straße von Hormus war vor den US-Angriffen für alle Nationen frei befahrbar", unterstreicht die RHEINISCHE POST.
Das Portal T-ONLINE bemängelt: "Auf diplomatischer Ebene zeugt der vermeintliche Friedensdeal mal wieder von großen handwerklichen Fehlern. Die USA und Israel haben den Krieg gemeinsam begonnen, auf Drängen von Netanjahu. Nun handelte Trump einen Deal aus, ohne eine gemeinsame Position mit Israel zu haben. Das ist wenig zielführend. Das kann und das wird am Ende auch nicht gut gehen. Denn der israelische Premier hat weiterhin alle Hebel in der Hand, den Friedensdeal mit dem Iran zu torpedieren", gibt T-ONLINE zu bedenken. Und damit so viel zu diesem Thema.
Der Nationale Bildungsbericht zeigt erneut Defizite bei Chancengerechtigkeit und grundlegenden Standards auf. Die LANDSHUTER ZEITUNG moniert: "Alle paar Jahre ist vor allem die Aufregung groß, wenn mal wieder herauskommt, dass die deutschen Schüler in ihren Kompetenzen weit hinter die Gleichaltrigen aus anderen Ländern zurückfallen. Hinterher passiert aber stets dasselbe: viel zu wenig. Nur gezielte Förderung zum frühestmöglichen Zeitpunkt kann Abhilfe schaffen. Bund und Länder sollten also möglichst ideologiefrei und offen über eine Abkehr vom rein freiwilligen Kita-Besuch diskutieren. Hier macht Baden-Württemberg Schule, wo die grün-schwarze Koalition jetzt ein Vorschuljahr zur Pflicht machen will", argumentiert die LANDSHUTER ZEITUNG.
DIE GLOCKE aus Oelde führt aus: "In vielen Fällen wird es ohne die früh ansetzende Sprachvermittlung in der Kita im Alter von 0 bis 6 Jahren nicht gehen. Auch anderen Entwicklungsdefiziten sollte dort gezielt begegnet werden. Dann allerdings muss der Kita-Besuch verpflichtend und in der Folge auch kostenfrei sein. Immerhin könnte der sich jetzt abzeichnende Geburtenrückgang auf Dauer neue Spielräume eröffnen. Wenn mittelfristig weniger Kinder zu betreuen sind, bleibt im Idealfall mehr Zeit für eine gezieltere individuelle Unterstützung", vermutet DIE GLOCKE.
Die MEDIENGRUPPE BAYERN analysiert: "Der nationale Bildungsbericht 2026 zeigt bereits ein Bewusstsein für das, was da noch kommt. Er widmet sich zumindest kursorisch dem Einfluss der Künstlichen Intelligenz auf die Schule. KI wird den Schulalltag grundlegend ändern und tut das schon. Hausaufgaben? Gute Frage, ob es die in fünf Jahren noch in der herkömmlichen Form gibt. Referate? Das Erstellen macht die KI, auf den Vortrag kommt es an", heißt es in den Zeitungen der MEDIENGRUPPE BAYERN.
Und nun noch die Meinung der TAZ zum Beginn der EU-Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine: "In der aktuellen Lage ist es, trotz Krieg, die richtige Entscheidung. Es geht um die perspektivische Öffnung für den EU-Binnenmarkt, um Arbeitskräfte und nicht zuletzt darum, die Haltung, 'die Ukraine verteidigt auch Europas Werte', glaubhaft zu stärken. Es liegt im Interesse der Europäischen Union, dass eines der größten Nachbarländer politisch, wirtschaftlich und verteidigungsstrategisch stabil ist. Insbesondere die baltischen Länder haben sich für die Eröffnung der Verhandlungen starkgemacht. Wohl wissend, dass der Beitrittsprozess einschneidende Reformen beinhaltet", erläutert die TAZ.
Ganz anders sieht es die Heidelberger RHEIN-NECKAR-ZEITUNG: "Es handelt sich um ein korruptes Land, dessen Vermögen extrem ungleich verteilt ist. Mängel gibt es innerhalb der Rechtsstaatlichkeit, beim Minderheitenschutz – und das Steuersystem ist so angelegt, dass Kiew nicht einmal in Friedenszeiten in der Lage ist, seinen Haushalt zu finanzieren. Ein Beitritt – selbst in zehn Jahren – wäre ein finanzielles Abenteuer für die Gemeinschaft, die im Übrigen schon heute dazu verdonnert ist, wesentliche Teile des ukrainischen Wiederaufbaus zu finanzieren. Der EU-Beitritt bleibt ein Politikum und ergibt nur im Rahmen eines russisch-ukrainischen Friedensabkommens Sinn. Und auch dann: Dieses Land müsste sich völlig neu erfinden, um EU-reif zu werden", unterstreicht die RHEIN-NECKAR-ZEITUNG, mit der diese Presseschau endet.
