
Auch hierzulande werden tägliche neue Hitzerekorde gemeldet. Die AUGSBURGER ALLGEMEINE fordert dringende Maßnahmen: "Die Bundesregierung scheint einfach abwarten zu wollen, bis es wieder kühler ist, oder allenfalls noch darauf zu verweisen, dass Hitzeschutz Sache der Kommunen sei. Doch damit macht sie es sich zu leicht. Es braucht schnell einen bundesweiten Hitze-Masterplan, ein kühles Konzept, das die Menschen besser auf die noch kommenden Hitzewellen vorbereitet", mahnt die AUGSBURGER ALLGEMEINE.
Die RHEIN-ZEITUNG aus Koblenz sieht die Städte und Gemeinden mit der Lösung der Probleme am Ende ihrer Leistungsfähigkeit: "Die Kommunen sind mit der Aufgabe angesichts leerer Kassen und eines drückenden Milliardendefizits überfordert. Und entsprechend wirksame Schritte sind teuer - Trinkbrunnen, mehr Parks und Beschattungen von versiegelten Flächen, Wasserspeichersysteme, Klimaanlagen in öffentlichen Gebäuden, betrieben bestenfalls mit Energie aus Solaranlagen auf den Dächern. Wenn jetzt aber die Grünen aus der Opposition dies fordern, sei ihnen zugerufen, dass sie es selbst nicht ausreichend umgesetzt haben. Da, wo sie in den vergangenen Jahren in Regierungsverantwortung waren oder heute noch sind", erinnert die RHEIN-ZEITUNG.
Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG appelliert angesichts der hohen Temperaturen, sich besser auf den Klimawandel vorzubereiten: "Pflegekräfte stoßen bei dem Versuch, die Älteren zu schützen, an ihre Grenzen. Klimaanlagen könnten helfen, sind in jedem Supermarkt selbstverständlich, aber in Seniorenheimen die Ausnahme. Für Schulen gilt dasselbe. Wenn die Prognosen des Deutschen Wetterdienstes stimmen, sind die Tage mit extremer Hitze und die Tropennächte nun erst einmal vorüber. Doch die Klimakrise hat leider erst begonnen. Jetzt wäre die Zeit, sich auf die nächste Hitzewelle vorzubereiten", empfiehlt die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG.
Am Ende hilft alles nichts, ist in der NEUEN OSNABRÜCKER ZEITUNG zu lesen. "Damit die Bedingungen, zu leben und zu wirtschaften, in unseren Breitengraden so gut bleiben, wie sie sind, müssen die globalen Emissionen schnellstmöglich gegen null gesenkt werden. Je länger das dauert, umso teurer wird die Rechnung, umso größer wird das Leid. Die Hitzerekorde dieser Tage zeigen, wo die Reise hingeht."
"Hitze ist zu einem Gesundheits-, Wirtschafts- und Infrastrukturthema geworden", heißt es in der RHEINPFALZ. "Doch das sehen nicht alle so. Eines der beliebtesten Gegenargumente lautet, das Klima habe sich schon immer verändert. Das stimmt sogar. Eis- und Warmzeiten gab es lange vor der Industrialisierung. Mal veränderten sich die Erdbahn und die Ausrichtung der Erdachse, mal waren gewaltige Vulkanausbrüche die Ursache, mal der Einschlag eines Asteroiden. Wünscht sich das jemand?", fragt die RHEINPFALZ aus Ludwigshafen.
Nun zum nächsten Thema. Dringenden Handlungsbedarf gebe es auch bei den Reformen des Sozialstaats, meint der WESER-KURIER aus Bremen. "Diese Probleme sind nicht vom Himmel gefallen, sondern waren lange absehbar. Dennoch wurden die fälligen Reformen – wie an anderen Stellen auch – verschleppt. Das fällt Union und SPD jetzt auf die Füße. Sie müssen nun die Suppe auslöffeln, die sie sich in vormaligen Großen Koalitionen durch ihre eigene Bräsigkeit selbst eingebrockt haben. Deshalb wäre die Bundesregierung gut beraten, die Notwendigkeit der Reformen zu betonen und mit einer großen Gerechtigkeitserzählung zu verbinden, dass nun ausnahmslos alle ihre Beiträge zur Reform der sozialen Sicherungssysteme zu leisten haben. Ein klares Bekenntnis zu einer Erwerbstätigenversicherung wäre ein Ansatz: Diese Chance hat die Koalition bisher verpasst", bedauert der WESER-KURIER.
Die Zeitung DIE WELT geht näher auf die geplante Rentenreform ein: "Bärbel Bas lobte die 33 Vorschläge zu Recht als 'Gesamtkunstwerk', deshalb dürfe es jetzt keine Rosinenpickerei geben. Aber nicht nur ihre wahlkämpfende Parteifreundin Manuela Schwesig, sondern auch der CSU-Vorsitzende Markus Söder schießen quer. Hoffentlich erweist sich die neue Merz-Bas-Allianz bei der Rente als stabil. Nur dann gibt es eine Chance, dass Union und SPD mitziehen. Erst wenn die komplette Reform im Gesetzblatt steht, weiß der Bürger, ob die Reparaturarbeit am einsturzgefährdeten Rentensystem erfolgreich war – oder ob erneut gepfuscht wurde", notiert die DIE WELT.
Die MÄRKISCHE ODERZEITUNG aus Frankfurt/Oder weist auf den dringenden Reformbedarf bei der Infrastruktur hin: "Verkehrsminister Schnieder hat von seinen Vorgängern eine Reihe von Problemen geerbt. Die Brücken in diesem Land zerbröseln. Die Deutsche Bahn muss einen jahrzehntelangen Rückstand bei der Instandhaltung der Infrastruktur aufholen. Brücken, Schienen, Autobahnen: All das rottet seit Jahrzehnten vor sich hin. Die Verkehrspolitik steht wie kaum etwas anderes für den Rück- und Stillstand in diesem Land. Die Infrastruktur auf Vordermann zu bringen, ist die wichtigste Aufgabe des Bundesministers. Das ist ein mühsames Geschäft. Und politisches Kapital lässt sich daraus nicht schlagen. Schnieder fehlt eine Idee, wohin die Verkehrspolitik eigentlich steuern soll", findet die MÄRKISCHE ODERZEITUNG
Knapp zwei Wochen nach einem Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran greifen sich die beiden Länder wieder gegenseitig an. Die FRANKFURTER RUNDSCHAU ist pessimistisch: "Die gebrochene Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran lässt die Hoffnungen auf ein erfolgreiches Ende der Verhandlungen des umstrittenen Abkommens genauso dramatisch sinken wie die auf die freie Fahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus. Die Preise für Energie dürften hoch bleiben, mit den bekannten Folgen für die Weltwirtschaft. Das beschädigte Abkommen mit Teheran ist für die Trump-Administration kein Ausweg mehr aus dem Krieg mit dem Iran", unterstreicht die FRANKFURTER RUNDSCHAU.
Die NÜRNBERGER ZEITUNG hält die Politik des iranischen Regimes für gefährlich: "Die jüngste Eskalation verstärkt das Misstrauen gegen die Islamische Republik in der Region und ist Wasser auf die Mühlen der Befürworter eines neuen Angriffs auf den Iran in der arabischen Welt, Israel und den USA. Solange Teheran versucht, die Einigung mit den USA als Selbstbedienungsladen zu behandeln, in dem man sich Dinge holen und andere ignorieren kann, solange wächst die Gefahr eines neuen Konflikts."
Die TAGESZEITUNG - kurz TAZ - schreibt: "Die derzeitigen Angriffe zeigen noch einmal deutlich: Die noch immer geltende Absichtserklärung ist eine Scharade. Nichts von dem, was Iran in der Region gefährlich machte – das Nuklearprogramm, das Raketenprogramm, die Aufrüstung von Proxy-Milizen in verschiedenen Ländern Westasiens – ist auch nur ansatzweise gelöst. Im Gegenteil, dieser Krieg hat ein neues Problem geschaffen: die iranische Kontrolle über Hormus", unterstreicht die TAZ.
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG verweist auf den Militärwissenschaftler Carl von Clausewitz und dessen Theorie des Krieges: "Für das Regime in Teheran muss es den Anschein haben, dass die Nachteile, die die USA ihm zufügen können, allenfalls vorübergehend sind. Für Trump sieht es umgekehrt aus. Daher hat er sich auf eine Vereinbarung eingelassen, die Iran fast alles gibt, was es möchte, und die in dem, was sie nicht gibt, so vage formuliert ist, dass jede Seite sie nach eigenem Gutdünken auslegen kann. Trump steht nicht im Verdacht, sich mit alteuropäischen Kriegstheoretikern beschäftigt zu haben. Aber er hat nun auf seinem Lieblingskanal die einzige Drohung ausgestoßen, deren Verwirklichung die Revolutionswächter als Nachteil im clausewitzschen Sinn ansähen: nicht das Leiden der Bevölkerung, nicht einmal den eigenen Tod, aber das Ende der Islamischen Republik", notiert die FAZ.
