19. April 2023
Die Wirtschaftspresseschau

Die Lage des Volkswagen-Konzerns auf dem chinesischen Markt ist ein Thema in den Meinungsspalten der Wirtschaftsseiten.

Das VW-Logo.
Der Wolfsburger Volkswagen-Konzern mit seiner Marke VW hat in China seine jahrzehntelange Marktführerschaft verloren. (dpa)
Das HANDELSBLATT bemerkt:
"Größer könnte die Schmach nicht sein: Am Vorabend der Automesse in Shanghai verliert Volkswagen die Marktführerschaft in China. Drei Jahrzehnte dominierten die Wolfsburger mit ihren Verbrennungsmotoren das Geschäft in Fernost, jetzt zieht der chinesische Rivale BYD mit seinen Elektroautos davon. Die chinesischen Stromer können das, was die Europäer bislang nur versprechen: Sie laden schnell, sie sind vernetzt und sie sind vor allem lieferbar."
Die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG fragt:
"Was also tun? Immerhin scheint VW den Ernst der Lage erkannt zu haben. Konzernchef Oliver Blume hat gerade mehrere Joint Ventures mit chinesischen Firmen initiiert, um die Rückstände im Infotainment und beim autonomen Fahren möglichst schnell aufzuholen. VW kämpft, immerhin, vielleicht sollten die Wolfsburger dabei aber auch andere Antriebsformen wie etwa die Brennstoffzellentechnik im Auge behalten."
Die BADISCHE ZEITUNG aus Freiburg geht ein auf Überlegungen der CDU für Änderungen im Steuerrecht:
"Wer hätte noch vor Kurzem gedacht, dass eine Arbeitsgruppe der CDU unter Vorsitz von Ex-Gesundheitsminister Jens Spahn den Spitzensatz bei der Einkommensteuer anheben will? Natürlich ist der Vorschlag nur ein Vorschlag. Die Grundbeobachtung allerdings stimmt: Auch für Arbeitnehmer, die gut verdienen, ist es heute unmöglich, im Ballungsraum eine Immobilie zu kaufen, sofern sie nicht erben. Es schadet kein bisschen, wenn die CDU nach Auswegen sucht."
Die MÄRKISCHE ODERZEITUNG aus Frankfurt/Oder stellt fest:
"Die Partei bricht mit einem jahrelangen Tabu: Steuererhöhungen. Zwar mit Einschränkungen, aber dennoch ist der Schritt längst überfällig. Mit dem Papier, dessen Vorschläge in das neue Grundsatzprogramm der Partei fließen sollen, zeichnet sich ab: Die CDU bringt sich in Stellung."
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG äußert sich zu den Reformvorschlägen der EU-Kommission für das Krisenmanagement im Bankensektor:
"Der EU-Abwicklungsfonds soll in Zukunft entscheiden, ob eine Sparkasse oder Volksbank abgewickelt werden soll. Dazu will ihm die Kommission den Zugriff auf die nationalen Einlagensicherungstöpfe erlauben, womit Banken und Sparkassen die Hoheit über die von ihnen angesparten Mittel zum Schutz der Kundengelder entzogen wird. Durch die Hintertür wird die europäische Einlagensicherung eingeführt, gegen die sich Deutschland zu Recht wehrt. Genauso schlimm ist der Brüsseler Machtwahn, der mit seinem Zugriff auf die nationalen Sicherungssysteme das Vertrauen in diese gefährdet."