
Mit Kommentaren zur Diskussion um eine Vier-Tage-Woche in Deutschland sowie zur US-Bankenkrise. "Noch mal davongekommen" heißt es dazu in der FRANKFURTER ALLGEMEINEN ZEITUNG:
"Das Bankenbeben, das vor wenigen Wochen mit dem Kollaps der Silicon Valley Bank in den USA begann, weitere mittelgroße Banken erfasste, mit der Credit Suisse nach Europa schwappte und für einen Tag auch die Deutsche Bank erschüttern ließ, das weltweite Beben, es hat sich abgeschwächt. Gebannt aber ist die Gefahr noch lange nicht. Bester Beweis dafür ist die amerikanische Regionalbank First Republic, die jüngst ebenfalls in heftige Turbulenzen geraten ist. Nach dem Kurssturz von über 50 Prozent in der vergangenen Woche, wird die Bank nun von der amerikanischen Investmentbank JP Morgan übernommen. Mit den vergleichsweise guten Quartalszahlen der Commerzbank und der Deutschen Bank hat sich trotz aller Unsicherheit die Sorge vor der nächsten unmittelbar bevorstehenden Finanzkrise in Deutschland nicht nachhaltig festsetzen können. Der Kurssturz der Deutschen Bank, angeblich das Resultat einer Attacke von Leerverkäufern, zeigt aber: Einzelne Institute und das System insgesamt sind verwundbar."
Mit der Diskussion über eine Vier-Tage-Woche befasst sich die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG:
"Die Argumente für das Arbeitszeitmodell sind bekannt, und sie sind ja auch gut und richtig: Wer nur vier Tage in der Woche arbeitet, lebt zufriedener und ausgeglichener, glücklicher und gesünder, hat mehr Zeit für seine Familie und ist am Ende vielleicht sogar produktiver als jemand, der fünf oder sechs Tage in der Woche arbeitet. Und: Bei einer Vier-Tage-Woche mit entsprechend geringerer Wochenarbeitszeit würden wohl auch mehr Frauen wieder zurückkehren in den Vollzeitjob. Eine flächendeckende und allgemeine Lösung aber kann das kaum sein. Schon jetzt wird in vielen Branchen am Anschlag gearbeitet."
Und die FRANKENPOST aus Hof gibt ebenfalls zu bedenken:
"Es gibt auch Trends, die einer generellen Vier-Tage-Woche, zumal ohne Lohnverlust, zuwiderlaufen: der Arbeitskräftemangel, die geringe Tarifbindung, die hohen Lohnkosten und einiges mehr. Die Gewerkschaften sehen sehr genau, was nicht machbar ist. Insofern sind zum Tag der Arbeit auch die Zwischentöne durchgedrungen. Demnach kann eine Vier-Tage-Woche in einigen Tarifverträgen, Berufsgruppen oder Firmen funktionieren. Als flächendeckende Lösung erscheint sie selbst führenden Arbeitnehmervertretern wenig realitätsnah."
