Mittwoch, 17. April 2024

22. Mai 2023
Die Wirtschaftspresseschau

Deutschlandfunk - die Wirtschaftspresseschau

22.05.2023
Zu sehen sind die Teilnehmer des G7-Gipfels in Hiroshima. In der Mitte Japans Ministerpräsidentn Kishida.
Am G7-Gipfel in Hiroshima gab es deutliche Kritik von China. (Michael Kappeler / dpa / Michael Kappeler)
Das HANDELSBLATT zieht eine Bilanz des G7-Gipfels - und sieht einen Wendepunkt in der Chinapolitik gekommen:
"Die G7 erkennt endgültig an, dass die Ära der Globalisierung vorbei ist. Es bricht nun eine Zeit an, die von einer Rivalität zwischen dem Westen und China geprägt sein wird. Die Weltwirtschaft wird in Zukunft nicht offener, sondern fragmentierter sein. Diese neue Ära wird ungemütlicher als die Zeit offener Märkte. Aber sie birgt für den Westen auch Chancen."
Die Zeitung "DIE WELT" konstatiert:
"Die Richtung der neuen gemeinsamen China-Politik stimmt, auch wenn sie von Falken in Washington und Grünen in Deutschland konfrontativer geträumt worden war. Doch mit den vereinbarten Zielen der Risikominimierung durch Reduzierung von Abhängigkeiten und den Schutz kritischer Technologien ist ein Anfang gemacht"
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG hofft, dass die Beschlüsse auch die deutsche Chinastrategie prägen werden, die demnächst fertig werden soll.
"Es ist richtig, die entstandenen Abhängigkeiten etwa beim Import von Rohstoffen und Medikamenten zu reduzieren. Auch ist es sinnvoll, bei Investitionen chinesischer Staatskonzerne in Deutschland genau hinzuschauen, ob Sicherheitsinteressen gefährdet sind. Dem zuletzt ausgeübten Druck der Amerikaner auf ihre Verbündeten, China von westlichen Hightechprodukten abzuschneiden, sollte die Bundesregierung aber nicht nachgeben. Mit Fair Play im Welthandel hätte dies nichts mehr zu tun."
Die RHEIN-NECKAR-ZEITUNG aus Heidelberg geht auf Pläne der CDU ein, die eine verpflichtende kapitalgedeckte Altersvorsorge für alle einführen will:
"Kommt jetzt das Zwangs-Sparen für alle? Nein, keineswegs. Denn die Bundes-CDU ist in der Opposition, sodass ihr Vorschlag erst mal nur ein Vorschlag ist. Auch lassen die Christdemokraten alle Fragen offen: Wie viel Prozent vom Einkommen soll jeder für später auf die Seite legen müssen? Und welche Anlageformen kommen dafür in Betracht? Die CDU wirft also nur ein Schlagwort in den Raum. Das ist arg dünn und deshalb so schade, weil es natürlich sinnvoll wäre, wenn alle Arbeitnehmer für ihre Alterssicherung an der Wertschöpfung der Wirtschaft teilhaben könnten."
Auch die MÄRKISCHE ODERZEITUNG aus Frankfurt/Oder hat eine Menge Fragen zur Altersvorsorge:
"Sollte man nicht auch darüber nachdenken, schlecht Ausgebildete zu qualifizieren? Das wäre nicht nur ein Mittel gegen Fachkräftemangel, sondern würde auch höhere Beiträge generieren. Was ist mit der Erwerbsquote von Frauen? Was mit der Einwanderung hoch Qualifizierter? Es kann nur heißen: Endlich weg von der Flickschusterei, hin zu einem umfassenden Konzept. Zu dem kann eine Aktienrente gehören. Allein retten aber wird sie das Rentensystem ganz sicher nicht."