Samstag, 13. April 2024

23. Mai 2023
Die Wirtschaftspresseschau

Mehrere Zeitungen nehmen den Sieg der konservativen Nea Dimokratia bei der Parlamentswahl in Griechenland in den Blick.

23.05.2023
Kyriakos Mitsotakis, Ministerpräsident von Griechenland, winkt während einer Wahlkampfkundgebung vor der Akropolis. Nebendran eine verschwommene Griechenland-Flagge.
Die Partei von Ministerpräsident Mitsotakis erreicht bei der Parlamentswahl in Griechenland die meisten Stimmen. (picture alliance / dpa / Angelos Tzortzinis)
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG schreibt von einer "Wiederentdeckung von Griechenland":
"Aktien und Anleihen haben am Montag in Athen mehrjährige Höchststände geschlagen. Die Investoren erwarten nun eine Fortsetzung des wirtschaftsfreundlichen Kurses. Griechenland hat die Ärmel hochgekrempelt und den Spielraum genutzt, den die internationale Gemeinschaft mit günstigen Krediten einräumte. Die Rückkehr aus der wirtschaftlichen Wüste ist indes noch nicht vollendet. Doch das Wahlergebnis ist der Beweis eines Realismus, der das Land für Investoren attraktiv macht."
Das HANDELSBLATT lobt:
"Ministerpräsident Mitsotakis hat vorgeführt, dass ein Land mit geduldiger Etatdisziplin Dinge erreichen kann, die vor wenigen Jahren kaum jemand für möglich gehalten hätte: Griechenland wächst mit erstaunlichen Raten und baut parallel seine Staatsverschuldung ab. Niemand spricht mehr vom Grexit. Aber der griechische Schuldenberg bleibt der höchste in der EU. Wenigstens gilt die Schuldenlast wegen niedriger Zinsen und langer Laufzeiten als tragfähig – eine umsichtige Fiskalpolitik vorausgesetzt."
Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG analysiert:
"Alexis Tsipras und seine Syriza sind nun darin gescheitert, aus den Erfahrungen der Krise eine neue, nach vorne gerichtete Erzählung zu entwickeln. Ihr Versprechen, diesmal 'ohne Troika' und 'ohne Schäuble' zu regieren, hat nicht verfangen, im Gegenteil: Solche Schlagworte haben offenbar traumatische Flashbacks ausgelöst. Ein Absturz um mehr als zehn Prozentpunkte im Vergleich zu 2019: Das darf man als Abgesang auf eine Karriere verstehen."
Der Facebook-Mutterkonzern Meta soll wegen eines Verstoßes gegen die europäische Datenschutzgrundverordnung eine Rekordstrafe von 1,2 Milliarden Euro zahlen. Die PFORZHEIMER ZEITUNG findet:
"Es ist zu begrüßen, dass europäische Datenschutzbehörden die Macht, die ihnen der EuGH zugedacht hat, zunehmend auch nutzen. Man kann mit guten Gründen der Ansicht sein, dass Europa und auch Deutschland es teils übertreiben mit dem Datenschutz. Doch es ist richtig, dass den großen Datenkraken wie Facebook, Google und Co. ganz klare Grenzen gesetzt werden."
Der WIESBADENER KURIER mahnt:
"Nun müssen EU und USA das EuGH-Urteil anerkennen und endlich Rechtssicherheit schaffen. Facebook kann aber so lange trotzdem nicht einfach den EU-Datenschutz ignorieren, an den die Wettbewerber gebunden sind. Die Facebook-Mutter ist ohnehin ein notorischer Datenschutzsünder."