25. Juli 2023
Die Wirtschaftspresseschau

Deutschlandfunk - die Wirtschaftspresseschau

Christine Lagarde, Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB) vor einer Europaflagge.
Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, könnte in dieser Woche eine Zinserhöhung bekannt geben (picture alliance / dpa / Arne Dedert)
Sowohl die US-Notenbank Fed als auch die EZB werden aller Wahrscheinlichkeit nach in dieser Woche die Zinsen anheben. Manche spekulieren schon, dass es eine der letzten Zinsanhebungen in diesem Zyklus sein könnte, also ein sogenannter Zinsgipfel erreicht sei.
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG schreibt dazu:
"Einmal mehr schwingen die Notenbanken das Zepter. Doch auch sie können die Aussichten nur schwer einschätzen. Die Hoffnungen vieler Anleger auf baldige Zinssenkungen scheinen zu aggressiv eingepreist worden zu sein. Angesichts der schwierigen Inflationslage lässt sich derzeit kaum voraussagen, wie sich die monetären Rahmenbedingungen für die Finanzmärkte in den kommenden Monaten entwickeln werden."
Die AUGSBURGER ALLGEMEINE warnt:
"Eine sich festbeißende Inflation hätte eine Entwertung zahlreicher Sparguthaben zur Folge und erschwert die private Altersvorsorge. Die Folge wäre ein massiver Vertrauensverlust in den Euro. Die EZB steht vor einem Balanceakt. Sie mag bald den Zinsgipfel erreichen. Jetzt aber schon über Zinssenkungen zu spekulieren, ist definitiv zu früh."
Die FRANKENPOST aus Hof geht auf eine Auswertung des Vergleichsportals Verivox ein. Diese zeigt - Zitat:
"dass trotz der rasanten Zinswende den Sparern bei jeder fünften Bank in Deutschland der Schnabel sauber bleibt. Sie bekommen auf Tagesgeld nullkommanull Prozent Zinsen. Laut Verivox bei den Zinsknausern ganz vorne mit dabei: regional tätige Banken. Auch wenn sie sich nicht im Wettbewerb mit den deutschlandweiten Akteuren sehen - sie sollten die Treue ihrer Kunden nicht überstrapazieren. Beim Onlinebanking ist die Konkurrenz nur einen Mausklick entfernt."
Nach Ansicht der NEUEN OSNABRÜCKER ZEITUNG ändern aber viele Kunden eben nichts:
"Aus Bequemlichkeit, Unkenntnis oder einseitiger Treue. Viele sind davon überzeugt, dass der Bankberater, den sie seit Jahren oder sogar Jahrzehnten kennen, bestimmt nur das Beste für sie im Sinn habe. Das ist allerdings eine Illusion. Banken kennen sich auf dem Zinsmarkt aus. Ihre Angestellten arbeiten für ein Wirtschaftsunternehmen, nicht für eine Wohltätigkeitsorganisation."
Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG rät zu einem Wechsel und zieht einen Vergleich:
"Es ist wie an der Autobahn: Natürlich kann man direkt an der Raststätte tanken, aber auch das hat seinen Preis. Wen es nicht stört, dass der Liter Sprit dort 20 Cent teurer ist, der macht voll. Alle anderen fahren hinunter in den nächsten Ort. Niemand muss die günstigere, aber weniger komfortable Alternative wählen. Nur eines darf man dann auch nicht: sich beschweren."