
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG schreibt dazu:
"Der Internationale Währungsfonds sieht Deutschland konjunkturell abgeschlagen auf dem letzten Platz in der Rangliste der Industrieländer. Für die vermaledeite Situation ist ein Bündel belastender Faktoren verantwortlich: die hohen Energiekosten und die Inflation, die gestiegenen Zinsen und die schwindende Kaufkraft, die schwache Weltwirtschaft und die zerstrittene Bundesregierung. Kurzfristige Probleme vermischen sich mit strukturellen, das trübt die Hoffnung auf eine baldige Trendumkehr."
Auch der Ifo-Geschäftsklima-Index zeigt eine Verschlechterung der Stimmung in der deutschen Wirtschaft. Das Konjunkturbarometer fiel zum dritten Mal in Folge. Das STRAUBINGER TAGBLATT überlegt:
"Man könnte nun einwenden, dies sei ja nur eine Momentaufnahme, die keinen Anspruch darauf erheben kann, die weitere Zukunft abzubilden. Das ist zum einen richtig, verliert aber zum anderen an Überzeugungskraft, wenn man sich das ökonomische Umfeld besieht, in dem sich das Land befindet. Aus der einstigen Konjunktur-Lokomotive Europas, die mit ihrem Wachstum und ihrer Stabilität anderen Ländern wesentliche Impulse vermittelte, ist eine Art Schlusslicht geworden."
Die PFORZHEIMER ZEITUNG meint, Deutschland sei auf dem absteigenden Ast:
"Die Bundesrepublik hat sich auf Gerhard Schröders Agenda-Lorbeeren ausgeruht und selbst betrogen, statt die Phase der Stärke zu nutzen, um sich fit zu machen. Das rächt sich. Die Folgen sind am Arbeitsmarkt zu spüren. Oder bei den Mieten. Die Baubranche steckt in der Krise. Der Mietwahnsinn geht weiter. Damit darf sich die Ampel nicht abfinden."
Das HANDELSBLATT geht auf die Diskussion um eine Stromsteuersenkung ein:
"Eine künstliche Senkung des Strompreises würde die Nachfrage für Strom an sich erhöhen. Das würde notwendige Einsparungen behindern und wiederum den Strompreis antreiben. Das kann sich Deutschland mit Blick auf das Inflationsproblem nicht erlauben und steht in keinem Verhältnis zum Effekt, den es auf die Erhöhung der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage hätte. Konjunkturimpulse wie eine Stromsteuersenkung mögen zwar Wählerstimmen bringen, positive gesamtwirtschaftliche Effekte aber kaum. Wichtiger wäre es, an den strukturellen Problemen weiterzuarbeiten: Superabschreibungen, ein grundlegendes Reformkonzept für international wettbewerbsfähige Unternehmenssteuern, den industriellen Wandel zulassen."
