
Die FRANKFURTER RUNDSCHAU führt aus:
"Natürlich wissen alle, dass die Preise heute nicht die 'ökologische Wahrheit' sagen. Aber wenn man konkret vorgerechnet bekommt, dass ein Würstchen oder ein Stück Käse tatsächlich fast doppelt so teuer sein müsste, um mit dem Geld die Klima-, Wasser-, Boden- und Gesundheitsschäden wieder beheben zu können, die zwischen Acker und Kühltheke entstehen, ist es etwas anders. In der praxisnahen Aufklärung liegt der Wert der Penny-Aktion. Trotzdem hat die Sache einen gewaltigen Haken. Den 'wahren' Preis hat Penny nur für neun seiner 3.000 Produkte im Sortiment kalkuliert."
Die MEDIENGRUPPE BAYERN, zu der unter anderem die PASSAUER NEUE PRESSE gehört, stellt fest:
"Natürlich geht es Penny beziehungsweise der Konzernmutter Rewe um mediale Aufmerksamkeit, um Werbewirkung. Umweltgedanken kommen halt gut an. Und der finanzielle Schaden dürfte sich in Grenzen halten, wenn preisbewusste Esser jetzt nicht zu den Wiener Würstchen für 6,01 statt bisher 3,19 Euro oder zum ähnlich verteuerten Käse greifen. Im Grundsatz ist es sinnvoll, ein Bewusstsein dafür zu wecken, dass uns Lebensmittel eigentlich mehr wert sein müssten, als die meisten zu zahlen bereit sind. Ein konsequenter Einsatz für mehr Nachhaltigkeit im Einkaufskorb wäre aber, wenn Penny seine Waren nur noch bei regionalen Anbietern einkaufen und deren Preise weitergeben würde."
Die WIRTSCHAFTWOCHE fragt:
"Sind es wirklich die Kunden allein, die die richtige Entscheidung treffen müssen? Nein, damit machen die Konzerne es sich zu einfach. Nicht nur mit dem Konsum hochpreisiger Bioprodukte kann dem Klima und dem Tierschutz gedient werden, auch und vor allem die billige Massenware muss ihren Beitrag leisten. Dem Klima nützt es kaum, wenn statt einem Prozent aller Konsumenten plötzlich 1,2 Prozent ihre Lebensmittel im Hofladen kaufen."
Themenwechsel. Das HANDELSBLATT beobachtet, dass Marken für viele Kunden an Bedeutung verlieren:
"Die Verantwortlichen in vielen Konsumgüterkonzernen haben zu lange darauf vertraut, dass die Kunden ihren Marken treu bleiben, wenn sie nur genug Geld ins Marketing stecken. Darüber haben sie dann häufig nicht nur die Innovation und die Qualität der Produkte vergessen. Das rächt sich jetzt. Die Kunden merken, dass die Handelsmarken der Supermärkte oft genauso gut und auch noch billiger sind – und bleiben dabei. Die Bereinigung unter den Marken wird sich fortsetzen, überleben werden nur die, die ihren Kunden einen überzeugenden Mehrwert bieten."
