
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG hält fest:
"Die Vereinigten Staaten haben nun auch bei der Ratingagentur Fitch ihre Top-Bonitätsnote 'AAA' verloren. Im Jahr 2011 war die Ratingagentur S&P Global vorangeschritten und hat seitdem keinen Anlass gesehen, sie wieder anzuheben. Dagegen sprechen hohe Staatsschulden und vor allem der regelmäßige Streit um den Schuldendeckel im US-Kongress. Dass die Ratingsenkung nun die Nervosität an den Finanzmärkten erhöht, verwundert nicht. Aber die Gründe sind im schwierigen Börsenumfeld und nicht in der Bonität der größten Volkswirtschaft der Welt zu suchen. Die hat einen wichtigen Vorteil: die Leitwährung Dollar. Wer Geld anlegen muss, kommt an der amerikanischen Währung weiterhin nicht vorbei."
Die TAZ aus Berlin nennt die jetzige Herabstufung der Kreditwürdigkeit der USA einen reinen Marketing-Gag:
"Damit hat es Fitch zwar weltweit in die Medien geschafft, aber reale Konsequenzen wird dieser Schritt nicht haben. Die US-Regierung wird sich genauso billig verschulden können wie bisher. Die Erklärung dafür ist simpel: Für die Investoren gibt es keine Alternative zu den USA, wenn sie einen 'sicheren Hafen' für ihr Geld suchen. Der Dollar ist immer noch die weltweite Leitwährung, New York ist das wichtigste Finanzzentrum, und die USA sind der größte frei zugängliche Markt."
Themenwechsel. Grüne und Gewerkschaften haben die Pläne des Bundesfinanzministeriums zur Einführung einer Aktienrente kritisiert. Die MEDIENGRUPPE BAYERN, zu der unter anderem der DONAUKURIER und die MITTELBAYERISCHE ZEITUNG gehören, kommentiert:
"In der Rentendebatte ist die Aktienrente wie ein großer gelber Ballon. Die FDP hat ihn mächtig aufgepustet – und die Grünen halten jetzt die Nadel dran. Nein, geplatzt ist er noch nicht – das wird aus Rücksicht auf den Koalitionsfrieden wohl auch nicht passieren. Doch mit ihrer jüngsten Analyse haben die Grünen zu Recht aufgezeigt, wie dünn der Gummi bei dieser vermeintlich aparten Renten-Idee teilweise ist."
Die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG hingegen meint:
"Fest steht: Das aktuelle Rentensystem wird auf Dauer so nicht funktionieren. Wird jetzt nicht massiv gegengesteuert, droht das Rentenniveau zu sinken und der Beitragssatz spürbar zu steigen. Wenn nun Sozialverbände und Gewerkschaften vor Volatilität und Verlustrisiken am Aktienmarkt warnen, mag man ihnen entgegenhalten: Wer hat denn eine bessere Idee? Interessant wäre da noch das schwedische Modell, wo jeder Arbeitnehmer 2,5 Prozent seines Bruttolohns in einen Fonds seiner Wahl investiert. Inklusive Beamten übrigens."
