05. September 2023
Die Wirtschaftspresseschau

Anlässlich der heutigen Eröffnung der Auto- und Verkehrsmesse IAA Mobility in München beleuchten die Kommentare unter anderem die Situation der deutschen Hersteller.

05.09.2023
Das Fotos zeigt den Eingang zur IAA Mobility 2023 in der Messe Riem in München.
Ein Thema in den Wirtschaftskommentaren ist die Eröffnung der Messe "IAA Mobility" in München. (picture alliance / SVEN SIMON / Frank Hoermann / SVEN SIMON)
Die WIRTSCHAFTSWOCHE beobachtet:
"Neben Tesla drängen nun die chinesischen Hersteller auf den Markt – und sie greifen die deutsche Autoindustrie genau in dem Bereich an, in dem sie bisher wenig zu bieten hat: bei günstigen Kleinwagen, also im Massenmarkt. Was allerdings nicht heißt, dass Premium-Marken wie Mercedes mit ihren Louis-Vuitton-Taschen auf Rädern vor den Chinesen sicher sind wie in einem faradayschen Käfig. Die chinesischen Hersteller werden ihnen den Luxusmarkt mit hohen Margen gewiss nicht freiwillig überlassen."
Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG meint, eigentlich wäre die IAA für den Volkswagenkonzern eine gute Gelegenheit gewesen,
"ein marktreifes Elektroauto für deutlich unter 30.000 Euro zu zeigen – einen echten Volksstromer. Doch mit so einem Angebot will – oder, besser gesagt, muss – VW noch mindestens zwei Jahre warten. Erst dann hat man voraussichtlich die Kosten so weit im Griff, um mit so einem Modell Geld zu verdienen. Wenn es dann noch nicht zu spät ist."
Die VOLKSSTIMME aus Magdeburg empfiehlt, die Deutschen sollten bei der Elektromobilität nicht gleich in Hektik verfallen:
"Die Erneuerung der weltweiten Flotte von 1,4 Milliarden Pkw wird mehr als 20 Jahre dauern. Zum Aufholen bleibt also genügend Zeit für VW und Co. Und die Politik? Sie sollte endlich realistische Ziele setzen. 15 Millionen E-Autos bis 2030 in Deutschland sind pure Utopie. Zudem wäre es falsch, alles auf die Elektro-Karte zu setzen. Auch der klimaneutrale Verbrenner muss eine Option bleiben."
Der Berliner TAGESSPIEGEL vermutet:
"2023 könnte ein epochales Wendejahr für die deutsche Autoindustrie markieren. Es geht um alles: fragile Wertschöpfungsketten, knappe Rohstoffe, technologische Standards und hohe Kosten, gefährdete Märkte, Industrie- und Geopolitik, den Klimawandel. Rückblickend erscheinen die Herausforderungen des Benzin- und Dieselzeitalters klein. In der Summe könnten die neuen Aufgaben selbst für die starke deutsche Branche zu groß werden."
Die STUTTGARTER ZEITUNG äußert sich zu den Steuerplänen des CDU-Bundesvorsitzenden:
"Merz schlägt vor, den Spitzensteuersatz erst später greifen zu lassen, im Gegenzug aber bei deutlich höheren Einkommen etwas mehr Geld zu nehmen. Das ist so gerecht wie einleuchtend. Wer über ein zu versteuerndes Einkommen von 63.000 Euro verfügt, verdient gut, aber er ist nicht reich. Dennoch wird sich in dieser Legislaturperiode nichts ändern. Die FDP hat in die Ampelkoalition mit SPD und Grünen nur unter zwei Bedingungen eingewilligt: der raschen Rückkehr zur Einhaltung der Schuldenbremse und des Verzichts auf Steuererhöhungen."