17. November 2023
Die Wirtschaftspresseschau

In den Kommentarspalten ist der Siemens-Konzern ein Thema. Er fuhr einen Rekordgewinn ein, die Bilanz wurde aber von den roten Zahlen der ehemaligen Tochter Siemens Energy gedrückt, an der der Konzern weiter beteiligt ist.

Siemens-Flaggen im Wind, davor laufen Menschen
Die Lage von Siemens ist Thema in den Zeitungen. (Peter Kneffel, dpa picture-alliancec)
Die AUGSBURGER ALLGEMEINE meint: "Immer wieder werden Geschäftsbereiche, die nicht wie geschnitten Brot laufen, kalt outgesourct. Die Methode, sich Problemfällen zu entledigen, also unangenehme Sanierungsarbeit auszulagern, zieht sich wie ein unrühmlicher roter Faden durch die Konzern-Geschichte: Bereiche werden an die Börse gebracht und ihrem Schicksal überlassen. Nach dem Verstoßungsmuster trennte sich Siemens von der Chipsparte (Infineon), dem Lichtbereich (Osram) und dem Energie-Geschäft. Im letzteren Fall ist das Ergebnis ein Fiasko."
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG kommentiert: "Während der Energietechnikkonzern Siemens Energy nach den staatlichen Garantien und den heftigen Verlusten im Windturbinengeschäft ziemlich 'ausgepowert' wirkt, glänzt die frühere Muttergesellschaft Siemens mit Rekordzahlen. Die Geschäftszahlen zeigen: Siemens ist in bester Verfassung, einzig der Aktienkurs hinkt der Entwicklung mancher Konkurrenten hinterher."
Die Lage des Musikstreamingdienstes Spotify ist Thema im TAGESSPIEGEL aus Berlin: "Ab dem kommenden Jahr wird der Musikstreamingdienst Spotify sein Vergütungsmodell umstellen. Demnach sollen Songs, die jährlich seltener als 1000 Mal gestreamt wurden, keine Tantiemen mehr über den Dienst generieren. Laut Schätzungen wird Spotify dadurch Millionenbeträge einsparen. Diese sollen dann auf all diejenigen umverteilt werden, deren Songs häufiger als 1000 Mal gespielt werden. Damit führt Spotify seinen Grundsatz des verkehrten Robin Hoods in ganz neue Extreme: Diejenigen, die schon reich sind, werden noch reicher, und das auf Kosten der kleinen Fische."
Der REUTLINGER GENERAL-ANZEIGER blickt auf das Treffen von US-Präsident Joe Biden mit Chinas Präsident Xi Jinping: "Es ist ein wichtiges Signal, dass die USA und China ihre Gesprächskanäle verbessern wollen. Damit signalisieren sie der Welt, dass bei aller Rivalität, ein bewaffneter Konflikt für beide Seiten keinesfalls erstrebenswert ist. Damit senden sie auch ein Zeichen der Beruhigung an die globalen Märkte. Die Stagnation der Wirtschaft geht nicht zuletzt auch auf die Unsicherheit zurück, die vom Ukrainekrieg und dem Nahostkonflikt ausgehen - und der Angst vor einer weiteren Eskalation. Der Handschlag von Biden und Xi dürfte der weltweiten Konjunktur etwas Rückenwind geben. Der Taiwankonflikt scheint vertagt - vorerst jedenfalls."