
Dazu heißt es in der WELT:
"Ein 'Weiter so' braucht Deutschland nicht. Nötig ist vielmehr eine Wachstumsagenda, die an den Wurzeln der Wirtschaftsmisere ansetzt. Diese Aufgabe muss Chefsache sein. Wie bei der vor gut zwei Jahrzehnten beschlossenen Agenda 2010 muss es auch jetzt darum gehen, die Balance zwischen dem Erwirtschaften und dem Verteilen wieder ins Lot zu bekommen. Auch Bundeskanzler Scholz sollte mit einer Wachstumskommission einen Befreiungsschlag versuchen. Erfahrene Leute aus der Wirtschaft und Topökonomen, die im Gegensatz zu Politikern nicht vor allem die nächste Wahl vor Augen haben, könnten ihm wertvollen Input für eine breit angelegte Reformagenda geben."
Bei SPIEGEL ONLINE ist zu lesen:
"Der Begriff Rezession suggeriert einen Zustand, der nicht so ganz zur Lage des Landes passt. Wir haben es nicht mit einem akuten Einbruch der Nachfrage zu tun wie 2008/09, sondern mit einer Strukturkrise – einem allmählichen Ermatten der Produktivkräfte. Eine Rezession ist irgendwann vorbei, typischerweise nach wenigen Quartalen. Sie ist auch vergleichsweise leicht zu bekämpfen, indem Staat und Notenbank die wegbrechende Nachfrage stabilisieren. Eine Strukturkrise hingegen ist schwieriger in den Griff zu bekommen. Gegenmaßnahmen sind tendenziell unpopulär. Positive Auswirkungen zeigen sich erst mit erheblicher Verzögerung, und sie sind mit einiger Unsicherheit behaftet. Umso mehr müssen wir aufpassen, dass wir uns nicht im Überkommenen festfahren."
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG blickt in diesem Zusammenhang auf Vorschläge des Bundeswirtschaftsministers:
"Wieder liefert sich die Ampelkoalition einen öffentlichen Schlagabtausch. Am vergangenen Donnerstag schlug Wirtschaftsminister Robert Habeck der Union Gespräche über eine groß angelegte steuerliche Entlastung der Wirtschaft vor - finanziert über neue Schulden. Dass die FDP dies als Affront werten würde, war klar. Was Habeck inhaltlich vorhat, bleibt vorerst diffus. Er spricht von Steueranreizen für Investitionen. Mutmaßlich dürfte er dabei vor allem Investitionen in mehr Klimaschutz meinen. Eine Unternehmensteuerreform, die diesen Namen verdient, müsste aber breiter angelegt sein, auch andere Wirtschaftsbereiche umfassen. Besser noch wäre es, auch die Arbeitnehmer würden entlastet."
