21. Mai 2024
Die Wirtschaftspresseschau

Kommentiert wird unter anderem die Forderung der Wirtschaftsweisen Schnitzer nach einer Rentenreform.

21.05.2024
Die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer vor einem blauen Hintergrund.
Monika Schnitzer ist die Vorsitzende des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. (picture alliance / Bernd von Jutrczenka)
Die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG schreibt:
"Auch wenn ihre Lösungen in die falsche Richtung gehen: Schnitzer hat das Problem richtig erkannt. Die Bevölkerung wird älter und immer mehr Rentner kommen auf immer weniger Beitragszahler. Reformen sind also unverzichtbar. Doch in der öffentlichen Debatte zu dem Thema geht es hauptsächlich um die Ausgaben der Rentenkasse. Über die Einnahmen wird zu wenig diskutiert. Dabei gibt es viele Möglichkeiten, sie aufzubessern: Etwa indem man alle Erwerbstätigen verpflichtend in die Rentenkasse aufnimmt und arbeitsfähigen Migranten den Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtert."
Die VOLKSSTIMME aus Magdeburg geht auf die abschlagsfreie Rente nach 45 Versicherungsjahren ein. Sie aufzuweichen oder abzuschaffen sei absolut unrealistisch:
"Die meisten der Betroffenen würden keinen Tag länger arbeiten, sie würden die ihnen gekürzte Rente vergnatzt hinnehmen und den Parteien bei den nächsten Wahlen die entsprechende Quittung ausstellen. Also, liebe Wirtschaftsexperten, macht bitte Vorschläge, die auch politisch umsetzbar sind. Wie wäre es mit mehr Anreizen, damit Fitgebliebene noch Lust darauf haben, ein paar Jährchen im Job dranzuhängen?"
Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG kommentiert angesichts der Unwetter im Südwesten Deutschlands den Hochwasserschutz:
"Mit dem Abzug der Wassermassen verschwindet das Thema vom Wahrnehmungs- und Dringlichkeitsradar. Wenn es Monate oder Jahre später um den Bau aufwendiger und dementsprechend teurer Hochwasser-Rückhaltesysteme geht, ist selbst vor Ort häufig die Einsicht in deren Notwendigkeit längst der Bequemlichkeit gewichen. Das Ahrtal ist dafür das beste Beispiel. Nach mehreren Flutkatastrophen entwarf man dort in den 1920er-Jahren Pläne für große Regenrückhaltebecken. Sie wurden allerdings nie gebaut. Lieber investierte man damals das Geld in den Nürburgring. Es ist eben alles eine Frage der Prioritäten."
Die MÄRKISCHE ODERZEITUNG aus Frankfurt/Oder blickt auf die Lage der Apotheken im Land:
"Umsatzstarken Stadt-Apotheken etwas wegnehmen, um es gefährdeten Apotheken auf dem Land zu geben – das fordern die gesetzlichen Krankenkassen. Das hört sich zunächst einmal einleuchtend an. Doch wie so oft liegt der Teufel im Detail: Nimmt man nur in Innenstädten, wo es noch viele Apotheken gibt, etwas weg? Oder jeder Apotheke innerhalb einer Stadt, also auch in Randgebieten? So oder so: Das Apothekensterben ist längst keine Floskel mehr, sondern bittere Realität."