
Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG stellt fest:
"JD ist kein chinesischer Billiganbieter, der zweifelhafte No-Name-Ware aus einem rechtlichen Graubereich verschickt. In China gilt JD als seriöseste E-Commerce-Plattform des Landes. Sie liefert Markenprodukte, schnell und verlässlich. Neun von zehn Bestellungen werden am selben oder nächsten Tag geliefert. Selbst der US-Konzern Amazon kann bei dieser Quote nicht mithalten. Darüber hinaus ist das Unternehmen in China dafür bekannt, seinen zahlreichen Lieferanten eine Festanstellung zu bieten, sie zu versichern, ihnen Perspektiven zu ermöglichen. Wer JD also mit anderen, viel fragwürdigeren Onlinehändlern, in einen Topf wirft, verkennt die Tatsachen."
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG merkt an, natürlich gebe es Risiken:
"Wenn jetzt davon gesprochen wird, dass alle Läden bestehen bleiben, keine Arbeitsplätze gestrichen werden und das Management eigenständig weitermachen darf, muss man genau beobachten, ob solche Versprechen die dreijährige Wartefrist überstehen – oder ob nicht doch irgendwann Sparen statt Investieren aus China diktiert wird. Operativ können die beiden Elektronikhändler enorm voneinander profitieren – was Lieferketten, Reichweiten und Technik angeht. Ein motivierter Eigentümer kann auch eine Chance sein."
Thema in der WIRTSCHAFTSWOCHE ist die Halbjahresbilanz der Deutschen Bahn:
"Die 760 Millionen Euro Verlust allein in den ersten sechs Monaten sind desaströs. Aber positiv gesprochen: Es waren schon mal deutlich mehr. Immerhin über 100 Millionen Euro konnten die Bahnmanager innerhalb eines Jahres nur durch Strukturveränderungen und Personalanpassungen einsparen. Natürlich bleiben die Probleme des Konzerns gigantisch: Die Pünktlichkeitsquote verharrt knapp oberhalb schwacher 60 Prozent. Die Schienen bleiben überlastet und um Neustrecken oder wirkliche Digitalisierung macht die Bahn weiterhin einen Bogen."
Das HANDELSBLATT bemerkt zur Entscheidung der US-Notenbank Fed, den Leitzins unverändert in der Spanne zwischen 4,25 und 4,5 Prozent zu belassen:
"Bankchef Powell ließ sich zu keiner Bemerkung gegenüber Trump hinreißen, der permanent massive Zinssenkungen fordert und mehrfach kaum verhüllt gedroht hat, ihn zu feuern. Immer wieder betonte er allerdings, dass es sich in allen entwickelten Ländern bewährt habe, Geld- und Finanzpolitik sauber zu trennen. Powell bleibt auch unter Druck von höchster Stelle das, was er immer war: zurückhaltend, vernünftig, ja, sogar langweilig."
