
"Heute kehrt die Ludwig-Erhard-Büste ins Bundeswirtschaftsministerium zurück. Dort stand sie 15 Jahre, bevor sie der frühere Wirtschaftsminister Robert Habeck an den Stifter zurückgeben musste, der von Habecks Politik überhaupt nichts hielt. Auch jetzt steht zu befürchten, dass die Rückkehr Erhards mehr Kulisse als Kurskorrektur ist. Denn der Geist der Sozialen Marktwirtschaft ist in der Bundesregierung kaum mehr spürbar. Ministerin Reiche steht einer Koalition gegenüber, die die Nase rümpft, wenn sie die Wahrheit zur Lage bei der Rente oder im Arbeitsmarkt ausspricht. Die Koalition ist da anders unterwegs: Sondervermögen, milliardenschwere Rentenpakete, am Strommarkt wird Wettbewerb nur noch simuliert. Alles Konstruktionen, von denen Erhard nichts gehalten hätte. So funktioniert Marktwirtschaft nicht."
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG beschäftigt sich mit Konkurrenz für die Deutsche Bahn:
"Wird jetzt alles gut im deutschen Bahnverkehr? Zumindest lassen die Pläne ausländischer Zuganbieter neue Hoffnungen keimen. Die italienische Staatsbahn FS und ihr Konkurrent Italo haben Deutschland als interessanten Markt entdeckt. Sie wollen Milliarden in Züge investieren, im Stundentakt fahren und Tausende Arbeitsplätze schaffen. Würde das umgesetzt, wäre damit eine neue Ära im Fernverkehr eingeläutet. Denn in Italien hat sich neben der Staatsbahn eine mächtige private Konkurrenz etabliert. Zum Vorteil der Kundschaft. Italiener sind auf Fernverkehrsstrecken deutlich günstiger unterwegs als die Deutschen, gelobt werden Zugangebot und Reisequalität: mehr Bahnlust, weniger Bahnfrust."
Und die LAUSITZER RUNDSCHAU aus Cottbus beschäftigt sich mit einer digitalen Artztpraxis in einer Supermarkt-Kette:
"Ja, es vermag erst einmal merkwürdig anmuten, wenn man in einem Supermarkt gesundheitliche Probleme bespricht – mit einem Arzt per Video und in Anwesenheit einer medizinischen Fachkraft, die auch kleinere Untersuchungen vornehmen kann. Doch so abwegig ist das alles gar nicht. Das Gesundheitswesen muss sich verändern. Wenn Drogerien jetzt Medikamente anbieten und Supermärkte Videosprechstunden, stößt das bei etablierten Leistungserbringern verständlicherweise auf viel Skepsis, sind doch ihre Geschäftsmodelle betroffen. Und dass die Patienten, um die es ja letztlich vor allem gehen sollte, solche Angebote wirklich annehmen, ist nicht ausgemacht. Und auch wenn das Interesse groß wäre, hieße das noch nicht, dass sich das in den bisherigen Finanzierungsstrukturen trägt. Viel Konjunktiv also. Doch nötig sind solche Versuche allemal."
