27. November 2025
Die Wirtschaftspresseschau

Wie weiter mit der Rente? Der Koalitionsausschuss soll in dieser Frage am Abend eine Lösung finden. Die Aussagen von Bundeskanzler Merz in der Generaldebatte des Bundestages sind dafür vielleicht nicht die allerbeste Grundlage.

Ein älteres Ehepaar geht in Berlin spazieren.
Können sich Union und SPD auf einen gemeinsamen Kurs bei der Rente einigen? (dpa/Sebastian Gollnow)
Das HANDELSBLATT schreibt:
"In seiner Regierungserklärung kündigte Merz einen 'neuen Konsens der Generationen' an. Im Kern war es ein nett verpacktes 'Basta' an die Jüngeren in der Fraktion: Sie sollen das Rentenpaket der Koalition nicht weiter blockieren oder gar mit ihrem Veto zu Fall bringen. Nur wenn deutlich wird, dass eine nachhaltige Reform vorbereitet und anschließend auch umgesetzt wird, könnten manche Kritiker dazu bewegt werden, dem Rentenpaket doch noch zuzustimmen."
DER TAGESSPIEGEL aus Berlin erläutert:
"Während der Kanzler im Plenum sprach, war vollkommen offen, wie Merz und CDU/CSU-Fraktionschef Spahn wenigstens eine signifikante Zahl der 18 'Renten-Rebellen' aus der Jungen Gruppe für jenes Rentenpaket gewinnen können, dem das Kabinett Merz schon vor vielen Wochen zugestimmt hatte und das nun auf der Kippe steht. Mancher in der Union scheint indes noch immer nicht verstanden zu haben: Sollte die CDU/CSU das Rentenpaket scheitern lassen, gegen den Willen von Merz, Spahn, der CSU, wird sie die SPD kaum mehr zu einer Zustimmung zu anderen Herzensanliegen gewinnen. Dann wäre die Koalition vollends gelähmt, faktisch tot."
Der KÖLNER STADT-ANZEIGER stellt fest:
"Der Rentenstreit ist festgefahren, eine Lösung nicht in Sicht. Merz' Ziel, das Rentenpaket noch Mitte Dezember im Bundestag zu beschließen, ist sportlich. Sollte die Koalition vor Weihnachten nicht noch einiges abliefern, gerade bei der Rente, dann geht sie geschwächt in ein Landtagswahljahr, das Schwarz-Rot erst recht auf die Probe stellen wird – und dem Bündnis den Rest geben könnte."
Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG meint zur Entscheidung des Verbands der Familienunternehmer, sich für Gespräche mit der AfD zu öffnen:
"Nach dem ersten Aufschrei darüber lässt sich zweierlei festhalten. Die tapsige Rechtfertigung des Verbands, man wolle die AfD und ihre Thesen 'stellen', geht voll nach hinten los. Dass die AfD bei der betreffenden Veranstaltung konfrontiert worden sei, wird nicht berichtet. Parteichefin Weidel feiert die Einladung: Es sei doch selbstverständlich, dass die Wirtschaft das Gespräch mit der AfD 'suche'. Noch bedenklicher ist, dass Wirtschaftsleute eine Partei normalisieren, die der Verfassungsschutz in Teilen als gesichert rechtsextrem eingestuft hat – und deren Programm direkt in die ökonomische Katastrophe führt."