
Die BÖRSEN-ZEITUNG schreibt:
"Da schau her - in Deutschland leben neben den zahlreichen Pessimisten offenbar auch viele Optimisten. Darauf deutet zumindest der starke Anstieg der Startup-Gründungen im vergangenen Jahr hin. Die Zahl liegt sogar über derjenigen aus dem bisherigen Rekordjahr 2021. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche sagt, dass mehr Startups 'mehr Innovation, mehr Wachstum und mehr Arbeitsplätze' bedeuten. Das ist aber keineswegs in Stein gemeißelt. Denn die wichtigste Voraussetzung - das notwendige Kapital - ist für Gründer längst nicht mehr so leicht zu beschaffen wie noch vor vier Jahren."
Die SÜDWEST PRESSE aus Ulm kommentiert:
"Der Ideenreichtum und die Forschung sind exzellent in Deutschland. Es wird gegründet. Doch wenn es um die weiteren Wachstumsrunden für innovative Unternehmen geht, ist die Lage weiterhin mau. Finanzierungsrunden laufen schleppend, Geld finden die Unternehmen zumeist im außereuropäischen Ausland, sodass deutsche Wachstumsunternehmen über kurz oder lang doch in andere Märkte, zumeist die USA, ziehen. Die Idee sprießt hier, das Anfangsrisiko wird in Deutschland getragen – und vom großen Erfolg profitieren andere."
Die PASSAUER NEUE PRESSE blickt auf den Beginn der Tarifverhandlungen bei der Deutschen Bahn:
"Die neue Bahn-Tarifrunde kommt leise. Kein Wort von Streik; er wolle eine Lösung am Verhandlungstisch, erklärt der neue GDL-Chef Mario Reiß. Welch wohltuender Unterschied zu den Entgleisungen seines vorlauten Vorgängers Claus Weselsky. Das Ansehen der Bahn ist inzwischen derart unterirdisch, dass selbst die Gewerkschaftsseite sich vor überzogenen Forderungen hüten muss. Oder, wie Bahnchefin Palla formulierte: Man sei aktuell dabei, die Talsohle anzusteuern. Hoffen wir, dass diese Destination nicht mit allzu viel Verspätung erreicht wird."
Thema in der TAZ sind die anhaltenden Proteste gegen das Mercosur-Abkommen:
"Mittlerweile ist der Widerstand gegen das Handelsabkommen der EU mit vier Staaten der südamerikanischen Mercosur-Gruppe unverantwortlich. Spätestens seit US-Präsident Donald Trump in Venezuela besonders unverfroren das Völkerrecht gebrochen hat und erneut mit der Annexion Grönlands gedroht hat, ist klar: Die Europäische Union muss stärker werden, um sich im Zweifel auch in Konkurrenz zu den USA durchzusetzen. Würden die Europäer das Abkommen nach mehr als 25 Jahren Verhandlung nun scheitern lassen, wäre das ein Affront gegen die südamerikanischen Partner."
