14. Januar 2026
Die Wirtschaftspresseschau

Die Tageszeitungen und Online-Portale in Deutschland kommentieren unter anderem die Debatte um die SPD-Pläne zur Reform der Erbschaftssteuer.

Wiebke Esdar (SPD) lächelt während des Pressegesprächs zum SPD-Konzept zur Reform der Erbschaftssteuer.
Ein Kommentar-Thema: SPD-Politikerin Esdar stellt Pläne zur Erbschaftssteuer vor. (picture alliance / dpa / Elisa Schu)
Die WIRTSCHAFTSWOCHE kritisiert:
"Diese Steuerreform dürfte Deutschland mächtig schaden. Der Plan der SPD-Spitzenfunktionäre, den die Genossen am Dienstagmorgen vorgestellt haben, zielt genau auf jene großen, erfolgreichen Unternehmen ab, die sich - noch - in Familienhand befinden. Es geht um traditionsreiche Firmen vom Schlag Stihl, Miele, Freudenberg. Es geht um Unternehmen, die Deutschland trotz aller gewichtigen Standortnachteile noch immer die Treue halten."
Bei T-ONLINE.DE heißt es dagegen:
"Wer aus den Vorschlägen der SPD eine Gefahr für den Mittelstand konstruiert, übertreibt bewusst. Eine gestundete Steuer, bezahlt aus laufenden Gewinnen, zwingt kein gesundes Unternehmen in die Knie. Gründerinnen und Gründer, die ohne Erbe starten, müssen schließlich ebenfalls Kredite bedienen – ohne steuerliche Schonung. Warum sollte man ausgerechnet Erben weniger zutrauen?"
Die BÖRSEN-ZEITUNG kommentiert, dass die Zahl der Bundesbürger, die Teile ihres Ersparten am Aktienmarkt anlegen, um mehr als zwei Millionen gewachsen ist.
"Die Einen werden sagen: Kein Wunder, denn zuletzt kannten die Kurse ja auch nur eine Richtung – trotz Kriegen, Klimakrise und Handelskonflikten. Und in den vergangenen zehn Jahren hat sich der Dax mehr als verdoppelt. Andere werden denken: Oje, wenn jetzt selbst die als notorische Aktienmuffel bekannten Deutschen die Kapitalanlage entdecken, ist es höchste Zeit zum Ausstieg – denn das kann ja nicht gutgehen. Die wichtigste Botschaft der aktuellen Aktionärszahlen, die vor allem durch die Engagements von Jugendlichen und jungen Erwachsenen nach oben getrieben wurden, ist jedoch: Auch in Deutschland scheint die Bereitschaft zuzunehmen, ein kontrolliertes Maß an Risiken einzugehen, um das eigene Vermögen rentierlich anzulegen – und zwar auch ohne Kapitalgarantie. Man gewinnt den Eindruck, dass viele Anleger in dieser Hinsicht vielen Politikern bereits einige Schritte voraus sind."
Abschließend ein Kommentar aus dem HANDELSBLATT zur Versorgung mit Gas:
"Manchmal erscheint es ökonomisch nicht sinnvoll, Gasvorräte anzulegen, obwohl es strategisch geboten wäre. Wer weiß denn schon, ob sich die Versorgung mit LNG dauerhaft und unterbrechungsfrei gewährleisten lässt? Also wird sich wohl der Staat ein Modell ausdenken müssen, um die Versorgungssicherheit sicherzustellen. Das Modell sollte schlank und pragmatisch sein, nur die Lücke füllen, die der Markt allein nicht zu schließen vermag. Und es sollte europäisch abgestimmt sein."