15. Januar 2026
Die Wirtschaftspresseschau

China und die EU haben sich auf Mindestpreise für chinesische Elektrofahrzeuge geeinigt, die in die Europäische Union importiert werden.

Hunderte Elektroautos stehen auf einem Kai in Lianyungang, in der Jiangsu Provinz in China und warten darauf, auf ein Schiff verladen zu werden.
Aus China für die Welt: Elektroautos vor dem Transport. (IMAGO / NurPhoto)
Dazu schreibt das HANDELSBLATT:
"Sowohl Zölle als auch Preisuntergrenzen sollen die heimische Autoindustrie vor der Konkurrenz aus China schützen, die nach Überzeugung Brüssels unfaire Wettbewerbsvorteile aufgrund der staatlichen Förderung in der Volksrepublik hat. Doch es gibt einen entscheidenden Unterschied: Die Zölle werden an die EU abgeführt. Bei Mindest­Importpreisen können die Hersteller den Preisaufschlag selbst einstreichen. Sie sind eine staatliche Gewinngarantie für die Autobauer aus China, bezahlt von den europäischen Verbrauchern."
Google und Apple haben sich auf eine weitreichende Zusammenarbeit im Bereich Künstliche Intelligenz geeinigt. Dazu schreibt die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG:
"Statt wie bisher 20 Milliarden Dollar im Jahr an Apple zahlen zu müssen, um dort präferierte Suchmaschine zu sein, liefert Google nun die KI, um die Nutzerströme in seine Arme zu leiten – und bekommt sogar noch Geld dafür. Künstliche Intelligenz wandelt sich somit zum strategischen Hebel, der die Wettbewerbsfähigkeit maßgeblich bestimmt. Und damit geben die Techunternehmen wieder einmal die Richtung für den Rest der Wirtschaft vor: Wer sein Geschäftsmodell im KI-Zeitalter nicht strategisch clever ausrichtet, muss mit Konkurrenz rechnen, die eigentlich schon gedanklich abgehakt war – oder plötzlich aus einer Ecke kommt, die niemand auf dem Schirm hatte."
Die ZEIT blickt auf das Mercosur-Abkommen, das EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen am Samstag in Paraguay unterzeichnen will:
"Frankreich, Irland, Österreich, Ungarn und Polen lehnen das Abkommen ab. Weil sein Zustandekommen ein solches Drama war, geht von dem Vertrag ein schwaches Signal aus. Dabei wäre so viel möglich. Die EU und der Mercosur – das ist zusammen der größte Marktplatz der Welt, eine Freihandelszone von 700 Millionen Menschen. In Südamerika gibt es Bodenschätze, Biodiversität, Landwirtschaft, Industrie und eine in Teilen gut ausgebildete Bevölkerung. Von alldem hätte Europa sehr viel stärker profitieren können, wenn es schneller und entschlossener gehandelt hätte. Insbesondere Frankreich trägt immer wieder Ideen dafür vor, wie Europa bedeutender werden könne. Wenn es dann aber darauf ankommt, ist die Regierung in Paris nicht bereit, die Chance zu ergreifen, Welthandelsmacht zu werden – aus Angst davor, dass die Bauern des Landes ihren Mist vor den Élysée-Palast kippen. Bringt der Vertrag also gar nichts mehr? Nicht unbedingt. Es liegt nun an den Jasagern in den europäischen Hauptstädten, etwas daraus zu machen."