16. Januar 2026
Die Wirtschaftspresseschau

Ein Thema in den Kommentaren: Die Wirtschaftsleistung in Deutschland ist im vergangenen Jahr erstmals wieder leicht gewachsen.

Zwei Arbeiter im Gegenlicht
Die Deutsche Wirtschaft ist im vergangenen Jahr leicht gewachsen - das ist ein Thema in den Kommentaren (Symbolbild). (IMAGO / Panthermedia)
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG glaubt:
"Im Plus des Bruttoinlandsprodukts von 0,2 Prozent kann die schwarz-rote Bundesregierung ein Hoffnungszeichen sehen, dass es in Deutschlands Unternehmen auch mal wieder richtig rundgehen könnte. Es gibt Anzeichen dafür, dass die Wirtschaft zum Jahresende einen Wendepunkt erreicht hat und die Hoffnung auf einen Zuwachs des BIP von etwa einem Prozent in diesem Jahr tragen könnte. Die Industrie erhält mehr Aufträge; in der Produktion kommt etwas in Bewegung."
"Deutschland braucht gute Nachrichten, allein schon für die Stimmung im Land", betont die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG:
"Nach der tiefen Verunsicherung infolge hoher Energiepreise, globaler Lieferstörungen und schwacher Nachfrage keimt Zuversicht. Das Kabinett um Kanzler Friedrich Merz hat im ersten Regierungsjahr die Weichen richtig gestellt – durch Stabilitätssignale, gezielte Entlastungen von Unternehmen, die investieren, und die Verstetigung öffentlicher Investitionen in die Infrastruktur. Doch das Fundament bleibt brüchig. Dass viele Ökonomen den eigentlichen Aufschwung erst ab 2027 erwarten, sagt viel über die Lage."
Der REUTLINGER GENERAL-ANZEIGER stellt fest:
"Eine Stütze des Wachstums war der private Konsum, der - allen globalen Unsicherheiten zum Trotz - zum Jahresende wieder zulegen konnte. Grund dafür sind neben der gesunkenen Inflation die üppigen Tarifabschlüsse, die den Beschäftigten mehr Geld in die Kasse spülen. Doch des einen Freud ist des anderen Leid. Die hohen Lohnzuwächse schlagen bei den Unternehmen als Personalkosten auf die ohnehin erodierende Wettbewerbsfähigkeit durch."
Die TAGESZEITUNG - TAZ - ist überzeugt:
"Das deutsche, auf die Exportindustrie ausgerichtete Geschäftsmodell ist am Ende. US-Präsident Donald Trumps Zölle und Chinas Konkurrenz führen dazu, dass der Außenhandel Deutschlands Wohlstand nicht mehr förderlich ist, sondern ihn gefährdet."
Das HANDELSBLATT geht auf die Debatte über eine Reform des Arbeitszeitgesetzes ein. Die Zeitung bemerkt zu Aussagen des Kanzlers:
"Erst zuletzt klang es wieder nach Aufbruch, als Merz beim Neujahrsempfang der Wirtschaft in Halle sagte, er würde 'wahrscheinlich das Arbeitszeitgesetz streichen'. Doch inzwischen wirkt das zunehmend ermüdend. Denn es folgen daraus keine Handlungen. Nicht einmal das, was im Koalitionsvertrag steht – die Umstellung von einer täglichen auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit – schafft seine Koalition. Von Streichen kann also keine Rede sein, nicht einmal von Reform."