
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG analysiert:
"Die Bedeutung des Mercosur-Abkommens geht weit über die rein ökonomische hinaus. Es ist ein Signal der EU, dass sie den Kampf um regelbasierten Handel und internationale Zusammenarbeit nicht aufgegeben hat; dass sie trotz der sicherheitspolitischen Abhängigkeit von den USA nicht bereit ist, sich gänzlich dem Trump’schen 'Recht des Stärkeren' zu beugen; dass sie eine eigene Rolle spielen will in einer von China und den Vereinigten Staaten dominierten Welt. Die EU zeigt Flagge auf dem einzigen Feld, auf dem sie so etwas wie eine Weltmacht ist."
Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG konstatiert:
"Naturgemäß produziert jede Öffnung Gewinner und Verlierer. Wenn die Verhandlungen so lange dauerten, dann auch, um die Verluste der Verlierer – allen voran in der europäischen Landwirtschaft – zu verringern. Gänzlich gelingen wird das zwar gewiss nicht. Aber auf der anderen Seite stehen eben auch Chancen für andere Wirtschaftszweige, und allem voran: die Kooperation an sich. Denn beide Wirtschaftsräume werden sich künftig mehr miteinander befassen, Dispute klären und ihr Regelwerk nachschärfen müssen."
Die TAGESZEITUNG – TAZ – unterstreicht:
"Gewisse ökonomische und ökologische Nachteile des Vertrages sind nicht von der Hand zu weisen, die Vorteile überwiegen jedoch bei weitem. Vor allem fußt das Abkommen auf fairer Verhandlung und gegenseitigem Interessenausgleich. Das ist das Gegenteil dessen, was der US-Präsident zu seinem Markenzeichen macht."
Die von US-Präsident Trump geplanten Strafzölle werden auch Thema beim Weltwirtschaftsforum in Davos sein. Dazu schreibt die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG:
"Trump erpresst seine Partner in der Grönland-Frage, er droht ihnen wirtschaftlich und militärisch. Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde. Verlässlich ist bei Trump nur noch, dass er ausschließlich auf den eigenen Vorteil bedacht ist. Das beinhaltet große Angst vor dem finanziellen Nachteil. Die EU ist von den USA abhängig, ja. Aber ein geschlossen auftretendes Europa ist weder unbedeutend noch schwach: Es hat mehr Einwohner - also Kunden - als die USA, amerikanische Konzerne setzen hier Milliarden um. Millionen US-Arbeitsplätze hängen an der Alten Welt. Einen Handelskrieg mit Europa kann Trump nicht wollen."
