20. Januar 2026
Die Wirtschaftspresseschau

Kommentiert wird der Zollstreit zwischen Europa und den USA.

Ein Elektroauto wird an einer Ladestation geladen.
Ein Elektroauto wird an einer Ladestation geladen. (imago I photothek I Janine Schmitz I photothek.net)
Die BÖRSEN-ZEITUNG konstatiert:
"Der Zolldeal aus dem Sommer ist vom EU-Parlament bereits auf Eis gelegt worden – ein guter erster Schritt. Jetzt muss Bundeskanzler Merz in seinem Gespräch mit Trump glaubhaft auch die handelspolitische 'Bazooka' ins Spiel bringen können, einschließlich möglicher Steuern für die US-Big-Techs und neuer Gegenzölle. Die Folge solcher Maßnahmen wäre ein Handelskrieg, den niemand will. Appeasement ist aber keine Alternative mehr."
Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG unterstreicht hingegen:
"Ob Cloud-Dienste, Online-Plattformen oder KI-Chips: Im IT-Bereich ist Europa von den USA abhängig. Ohne amerikanisches Flüssigerdgas geht in der EU nichts mehr. Mit der Sicherheitsgarantie und der atomaren Teilhabe haben die USA die ultimativen Druckmittel in der Hand. Ein wütender Trump kann Europa einfach den Stecker ziehen. In den Kategorien Einigkeit und Durchhaltevermögen schneiden die EU-Länder ebenfalls schlecht ab. Schon ist offensichtlich, dass Länder mit Trump-freundlichen Regierungen wie Italien, Ungarn oder Polen eine Eskalation kaum mittragen würden. Deutschland zögert aus Angst um seine Industrie, Frankreich übt sich mal wieder in scharfer Rhetorik, ist vor einer Konfrontation aber stets zurückgeschreckt."
Nun zu einem anderen Thema. Die Bundesregierung will den Kauf neuer Elektroautos fördern. Das HANDELSBLATT aus Düsseldorf schreibt dazu:
"Hurra, Deutschland hat wieder eine Elektroauto-Prämie. Endlich, könnte man sagen: 3000 Euro für Batterieautos, 1500 Euro für bestimmte Plug-ins, je nach Einkommen und Familie bis zu 6000 Euro – rückwirkend ab 1. Januar 2026, gültig für Privatleute und Neuwagen. Die kriselnde Autobranche dürfte das nach der Prämienrücknahme Ende 2023 und diversen Zollankündigungen als Erleichterung sehen. Doch so gut die Schlagzeile klingt: Die neue Förderung hat mehrere Geburtsfehler – und produziert am Ende womöglich mehr Nebenwirkung als Wirkung."
Die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG argumentiert:
"Elektroautos heizen die Erderwärmung weniger an als Diesel und Benziner. Fakt ist auch: Die Chinesen bauen teils bessere und meist deutlich billigere E-Autos als Volkswagen – und als BMW und Mercedes sowieso. Aber solange CSU-Chef Söder und seine Freunde weiter das Hohelied des Verbrenners singen und solange das Tanken von Strom auf den Kilometer gerechnet teurer ist als Sprit, wird es viele Skeptiker und Gegner der Verkehrswende geben. In Jubel wird die Mehrheit ohnehin nicht ausbrechen, wenn die Kaufprämie für maximal 800.000 Fahrzeuge reicht."