
Die WIRTSCHAFTSWOCHE erwartet:
"Nun könnte es ein Jahr und länger dauern, bis die obersten europäischen Richter ihre Prüfung beendet haben und – im positiven Fall – das Parlament den Mercosur-Deal ratifiziert. Es sei denn, die EU-Kommission wagt tatsächlich den Konflikt mit dem Parlament und beschließt, das Abkommen vorläufig anzuwenden. Der Mercosurschock kommt zu einer Zeit, in der auch die erneuten Zollattacken von Donald Trump für massive Verunsicherung sorgen."
Die Zeitungen der MEDIENGRUPPE BAYERN kritisieren:
"Einmal mehr wird eine politische Kursbestimmung auf Richter abgewälzt und faktisch verschleppt. Was in diesem Fall den besonders fatalen Effekt hat, dass erneut der Wirtschaft jede Planungssicherheit fehlt."
Die BÖRSEN-ZEITUNG findet, die EU vergebe...
"... die Möglichkeit, dem neuen US-Kurs der politischen und wirtschaftlichen Konfrontation ein überzeugendes Beispiel der Kooperation mit einem anderen großen Wirtschaftsraum entgegenzusetzen. Mehr noch, das mögliche Scheitern des Mercosur-Abkommens auf den letzten Metern trübt auch die Hoffnungen von asiatischen Ländern wie Indien, Indonesien oder Vietnam, die sich den europäischen Unternehmen seit Jahren als Alternative zu China empfehlen, auf einen 'Deal' mit der EU. Denn die Gespräche bringen bisher kaum Fortschritte."
Das HANDELBLATT ist überzeugt:
"Der EU bleibt eigentlich kaum eine andere Wahl, als möglichst viele Abkommen mit Drittländern abzuschließen, jenseits der beiden Supermächte USA und China. Nur so lassen sich wenigstens Reste einer regelbasierten Weltordnung aufrechterhalten, als eine Art Bypass um die zunehmend protektionistischen beiden größten Volkswirtschaften der Welt herum."
Der KÖLNER STADT-ANZEIGER geht auf die Lage in der deutschen Stahlindustrie ein:
"Immer mehr Stahl aus anderen Ländern wird in die EU umgelenkt, und die hiesigen Hersteller leiden unter den schrumpfenden Exporten in die USA. So ist es kein Wunder, dass die jüngsten Hoffnungsschimmer in einigen Konjunkturdaten den Ausblick des Bundesverbands der Deutschen Industrie nicht wirklich aufhellen können. Vom 'freien Fall' der Industrie spricht Peter Leibinger unverändert – und der BDI-Präsident gehört ganz sicher nicht zu den Krawallmachern im Lobbygeschäft."
