23. Februar 2026
Die Wirtschaftspresseschau

Heute geht es in den Wirtschaftskommentaren um die Frage, welche Folgen das jüngste Urteil des Supreme Courts in den USA hat. Das Gericht hatte die meisten der Sonderzölle von Präsident Trump gekippt.

US-Präsident Donald Trump hält vor Zuschauern eine Durchführungsverordnung über Zölle hoch.
Welche Folgen hat das Urteil des Supreme Courts, der die meisten von Trumps Zöllen gekippt hat? Diese Frage bestimmt auch viele Wirtschaftskommentare. (picture alliance / Xinhua News Agency / Hu Yousong)
Einer der Kolumnisten des Magazins DER SPIEGEL betont:
"Die finanziellen Auswirkungen sind nicht zu unterschätzen. Es geht um 195 Milliarden Dollar, die die US-Regierung voriges Jahr zusätzlich an Einfuhrabgaben hereingeholt hat, wie das Budget Lab der Universität Yale berechnet. Allein im Januar 2026 lagen die zusätzlichen Zolleinnahmen bei 20,1 Milliarden Dollar. Geld, das im Haushalt fehlen wird – außer, der Kongress bringt in Windeseile Gesetze auf den Weg, um die Ausfälle zu kompensieren. Zwar hat Trump unmittelbar nach der Urteilsverkündung einen neuen Globalzoll von 10 Prozent verhängt – den er Stunden später auf 15 Prozent anhob. Aber diese Einfuhrsteuern sind zeitlich befristet; längstens dürfen sie für 150 Tage gelten."
Die FRANKFURTER RUNDSCHAU fährt mit Blick auf die neuen Zölle fort:
"Sie machen den Zoll-Dschungel noch undurchdringlicher. Damit dürfte die Lust von Investoren weiter sinken, sich auf dem US-Markt zu engagieren."
Nach Ansicht der FRANKFURTER ALLGEMEINEN ZEITUNG geht es der amerikanischen Wirtschaft vor allem ...
"... wegen des Booms der Künstlichen Intelligenz und der damit verbundenen Börsengewinne gut. Es ist ein Sektor, der von Zöllen weniger belastet ist als andere - auch weil Tech-Milliardäre Trump frühzeitig mit Schmeicheleien, Spenden und goldenen Geschenken milde zu stimmen vermochten. Ein logischer Schluss daraus wäre, den Rest der Wirtschaft von Zöllen zu entlasten."
Die NEW YORK TIMES nimmt in ihrer Analyse einen Kontinent besonders ins Visier.
"In Asien hatten sich die Regierungen geradezu beeilt, um Deals mit Trump zu machen. Das Ziel war, niedrigere Zölle für ihre exportabhängigen Industrien auszuhandeln. Viele Regierungschefs sahen sich danach dem Vorwurf ausgesetzt, sie hätten zuviel preisgegeben. Angesichts der US-Zolldrohungen machten Länder wie Japan und Indonesien, aber auch Südkorea, Taiwan, Malaysia, Kambodscha und Indien schwierige Zugeständnisse - darunter die Aufhebung vieler ihrer eigenen Zölle auf Importe aus den USA. Manche versprachen sogar, sich in Bezug auf Sanktionen und der Beschaffung kritischer Mineralien dem Kurs Washingtons anzupassen. Und jetzt, nach der Entscheidung des Supreme Court, fragen sich Länder in ganz Asien, ob sie mit ihren schnellen Deals einen Fehler gemacht - und ob all die Vereinbarungen überhaupt noch Bestand haben."