24. Februar 2026
Die Wirtschaftspresseschau

Kommentiert wird die Unruhe in der Wirtschaft durch die unberechenbare US-Zollpolitik.

US-Präsident Donald Trump präsentiert ein Dokument mit seiner Unterschrift, mit der er Zölle auf importierte Waren aus anderen Länder verhängt.
Hat Trump sich verkalkuliert mit seiner Zollpolitik? Ein Gerichtsurteil bremste ihn jetzt aus. (picture alliance / Associated Press/ Evan Vucci)
Das Magazin CICERO beobachtet:
"Durch das Urteil des Obersten Gerichtshofs zu seiner Zollpolitik ist die durch Trump entstandene Rechtsunsicherheit nur in Urteilsform gegossen worden. Positiv an diesem Urteil ist für Investoren immerhin die Nachricht, dass trotz aller Versuche von Trump, die Gewaltenteilung zu seinen Gunsten zu verschieben, die Checks und Balances noch zu halten scheinen. Aber wie lange noch?", fragt sich CICERO.
Die RHEINPFALZ aus Ludwigshafen schreibt:
"Die Forderung nach Klarheit, die die EU-Kommission und die Bundesregierung gegenüber Washington erheben, ist vollkommen berechtigt – wird aber wohl unerfüllt bleiben. Trump scheint nach der heftigen Klatsche, die der Supreme Court ihm und seiner Zollpolitik versetzt hat, außer Rand und Band. Für die Weltwirtschaft, die auf Verlässlichkeit und Berechenbarkeit angewiesen ist, verheißt das nichts Gutes."
Das STRAUBINGER TAGBLATT warnt:
"Eine Eskalation, wie sie die Europäische Union mit dem Aussetzen des Handelsdeals mit den USA riskiert, kann die Unsicherheit noch verschärfen. Die EU hat berechtigte Fragen an Washington, darf sich aber nicht verheben."
Die BADISCHE ZEITUNG aus Freiburg findet, dass die EU nach einer Aufklärungsphase an dem Abkommen festhalten sollte:
"Es ist die für die heimische Wirtschaft am wenigsten schlechte Entscheidung. Denn die Obergrenze von 15 Prozent Zoll gibt den europäischen Unternehmen zumindest ein Mindestmaß an Planungssicherheit. Statt das Abkommen scheitern zu lassen, sollte man die USA an ihre damaligen Zusagen erinnern. Erst wenn Trump diese brechen sollte, müsste die EU mit der 'Trade-Bazooka' antworten, also mit harten Gegenmaßnahmen. Bis dahin bleibt nur Pragmatismus."
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG analysiert, dass das größte Hemmnis für die deutsche Wirtschaft die hausgemachte Schwäche sei:
"Dass das Geschäftsklima im Januar sich aufgehellt hat, ist dabei ein gutes Signal. Es ist aber bei weitem noch kein Beleg, dass es mit der konjunkturellen Erholung in diesem Jahr klappt - zumal diese gemäß der Prognosen daran hängt, dass die Regierung in Berlin mehr Schulden macht. Für Wachstum ohne staatlichen Anschub brauchte die Wirtschaft mehr Freiheit von Regeln, von Vorschriften, von Abgaben und von Steuern. Das Fehlen dieser Freiheit schadet den wachstumssehnsüchtigen Deutschen mehr als die Trump'sche Unfreiheit im Handel."