
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG bemerkt:
"Das jüngste Produkt der schwarz-roten Reformwerkstatt mit dem Etikett 'Tariftreue' bringt neue Bürokratie und erschwert die Vergabe von Staatsaufträgen; auch für öffentliche Investitionen. Sein erklärtes Ziel hingegen wird es absehbar verfehlen. Denn wie soll dieses Gesetz Tarifbindung und Tarifautonomie stärken? Es nötigt Betriebe mit Haus- und anderen Tarifverträgen, von diesen abzuweichen, nur weil sie nicht als 'repräsentativ' gelten. Sie sollen sich stattdessen an Vorgaben halten, die der Staat erlässt. So ein Gesetz schützt nicht Tarifverträge."
"Nach Jahren der Konjunkturschwäche sollte die Regierung eigentlich alles unterlassen, was Wachstum bremsen könnte", betont die RHEINISCHE POST aus Düsseldorf:
"Das ist beim Tariftreuegesetz aber der Fall – auch wenn die Union für sich reklamiert, durch Nachverhandlungen Schlimmeres verhindert zu haben. Dass die Koalition selbst ahnt, das Gesetz könnte Prozesse verlangsamen, zeigt sich daran, dass sie Lieferungen ausgenommen hat. Das hilft vor allem bei der Aufrüstung, die schnell gehen muss. Lieferanten von Rüstungsgütern müssen sich um die Tariftreue nicht scheren. Für viele andere Unternehmen wird es aber schwerer werden, an öffentliche Aufträge zu kommen."
Die FRANKFURTER RUNDSCHAU findet:
"Es ist sinnvoll zu überprüfen, wie das Gesetz wirkt, und gegebenenfalls nachzubessern. Beschäftigte in Betrieben ohne Tarifvertrag verdienen weniger Geld als andere Beschäftigte, obwohl sie im Schnitt länger arbeiten. Wer mehr Gerechtigkeit schaffen will, sollte daran interessiert sein, dass das Tariftreuegesetz wirkt."
Die BÖRSEN-ZEITUNG beschäftigt sich mit dem Sportartikelhersteller Puma:
"Puma-Aktien sind eine Wette auf einen erfolgreichen Neustart der lahm gewordenen Sportmarke. Dass das anfangs mit Grausamkeiten verbunden ist, gehört zum Konzept einer Restrukturierung. Sonderlasten, der höchste Jahresverlust und der Ausfall der Dividende schrecken die Investoren nicht ab. Abgesehen von der Neuordnung ist auch der angekündigte Einstieg des chinesischen Sportartikelkonzerns Anta als Großaktionär für die Investoren eine Wette. Dafür dass sie aufgeht, sprechen die wirtschaftlichen Erfolge von Anta mit anderen westlichen Marken. Noch herrscht aber Unklarheit über den Einfluss auf die Strategie von Puma. Die Wette für die Investoren läuft mindestens bis nächstes Jahr."
