02. März 2026
Die Wirtschaftspresseschau

Auch in der Wirtschaftspresseschau geht es heute um den Krieg im Iran. Der ECONOMIST entwirft Szenarien für die Entwicklungen des Ölpreises. Laut der Zeitung ist die größte Unbekannte,

Der Persische Golf, die Straße von Hormus und der Golf von Oman in einer Satellitenaufnahme.
Die Straße von Hormus ist eine der weltweit wichtigsten Handelsrouten für Rohöl. (NASA/The Visible Earth)
"... ob Trump sein erklärtes Ziel, einen Regimewechsel im Iran herbeizuführen, erreichen kann. Mit dem Verschwinden der Mullahs und der Revolutionsgarde würde das Land keine Quelle regionaler Instabilität mehr darstellen. Es könnte mit einer Lockerung der Sanktionen rechnen, die seine Teilnahme an den globalen Märkten einschränken. Eine Kombination aus steigenden iranischen Exporten und nachlassenden geopolitischen Risiken könnte die Überversorgung verstärken und Rohöl noch billiger machen. Das alternative Szenario ist, dass die Hardliner an der Macht bleiben. Wer auch immer Khameneis Robe übernimmt, könnte sich gezwungen sehen, eine Machtdemonstration zu inszenieren, indem er die Straße von Hormus geschlossen hält und Chaos im Golf sät."
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG widmet sich den Sanktionen von US-Präsident Trump gegen das KI-Unternehmen "Anthropic". US-Bundesbehörden dürfen die KI-Modelle des Unternehmens nicht mehr nutzen.
"Die Trump-Regierung nimmt in Kauf, einen ihrer größten nationalen Champions auf dem wohl wichtigsten Gebiet unserer Zeit in den Ruin zu treiben, und verzichtet freiwillig auf KI-Systeme, die als branchenführend gelten. Und wofür all das? Anthropic besteht darauf, dass seine KI-Modelle nicht für die Massenüberwachung von Amerikanern oder die Entwicklung vollständig autonomer Waffensysteme eingesetzt werden. Es ist beunruhigend, dass dies der Regierung zu weit geht, gerade in einer Zeit, in der die Einwanderungsbehörde ICE zunehmend Überwachungstechnologien nutzt. Mit ihrem unverhältnismäßigen Vorgehen gegen Anthropic hat sich die US-Regierung selbst entlarvt: Im Zweifel hat Willkür Vorrang vor ernsthafter KI-Politik."
Der Autokonzern Stellantis, zu dem unter anderem Peugeot, Opel, Fiat und Jeep gehören, hat 2025 einen Verlust von mehr als 22 Milliarden Euro verzeichnet. Für die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG ist das Problem der Konzern selbst:
"14 Marken gehören zu Stellantis. Das sind 14 unterschiedliche Identitäten, 14 Kulturen, 14 Interessen, mindestens. Viele dieser Marken müssen auf einem kleiner werdenden Markt gegeneinander antreten. In den USA will Stellantis in den nächsten Jahren die gigantische Summe von 13 Milliarden Dollar investieren, 5.000 neue Arbeitsplätze sollen dort entstehen. Das dürfte zwar dem US-Präsidenten gefallen – allerdings läuft die Sache an den europäischen Marken vorbei. Was wiederum zeigt: Es gibt in diesem Konzern keine gemeinsamen Interessen, kann es auch gar nicht geben. Jeder kämpft für sich allein. Und so zerlegt sich dieses Konglomerat langsam, aber sicher selbst."