03. März 2026
Die Wirtschaftspresseschau

Nach jahrelangen Verhandlungen haben sich die Europäische Union und die Schweiz auf ein umfangreiches Handelsabkommen geeinigt.

Ekaterina Zachariewa, EU-Kommissarin für Start-ups und Forschung und Innovation (links), und der Schweizer Bundesrat Guy Parmelin sitzen an einem Tisch, hinter ihnen sind die Fahnen der EU und der Schweiz.
Stimmen die Schweizer dem Abkommen mit der EU zu? (picture alliance/KEYSTONE/PETER KLAUNZER)
"Vorsicht, das letzte Wort haben die Schweizer selbst", bemerkt die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG:
"Mit der Unterzeichnung der Verträge über die Zusammenarbeit etwa auf dem Strommarkt, im Gesundheitswesen und bei der Lebensmittelsicherheit ist noch nichts entschieden. Die EU rangiert, was ihren Ruf in der Schweizer Bevölkerung angeht, zwischen Nordkorea und Mordor, dem Land des dunklen Herrschers aus 'Der Herr der Ringe'. Dabei ist die EU mit ihrem Binnenmarkt ein wichtiger Handelspartner. Die Ressentiments wurden aber über Jahre von Teilen der Schweizer Politik genährt. Wenn nun die Schweizer auch noch selbst ihre stabilen Beziehungen zur EU torpedieren würden, wären die Folgen nicht abzusehen."
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG analysiert die wirtschaftlichen Folgen des Kriegs im Nahen Osten:
"Die Investoren an den Ölmärkten haben sich in den vergangenen Jahren angewöhnt, bei Spannungen im Nahen Osten für ihr Geschäft eher ruhig Blut zu bewahren. Insbesondere über eine Sperrung der Straße von Hormus, die für Öltanker wichtig ist, wurde so oft spekuliert, dass viele Analysten immer gleich abwinken. Allerdings: Gut möglich, dass dieser Reflex diesmal dazu führt, dass die Risiken an den Märkten noch unterschätzt werden. Immerhin gibt es Anzeichen, dass der Verkehr auf der Wasserstraße tatsächlich anhaltend beeinträchtigt ist."
Die BÖRSEN-ZEITUNG geht auf die Auswirkungen auf Fluggesellschaften ein:
"Das Lufthansa-Frachtgeschäft könnte eine verstärkte Nachfrage registrieren, wenn die Straße von Hormus für den internationalen Schiffsverkehr länger gesperrt bleibt. Was bei der gesamten Branche jedoch für Alarmstufe rot sorgen könnte, ist der gestiegene Ölpreis. Kerosinausgaben sind neben dem Personalaufwand der zweite große Kostenblock."
Der Ökonom Gabriel Felbermayr soll Nachfolger von Ulrike Malmendier im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung werden. Darauf geht ND.DER TAG ein:
"Mit Felbermayr, der als Professor an der Wirtschaftsuniversität Wien tätig ist, erhalten die Wirtschaftsweisen eine neue Ausrichtung. Während sich Malmendiers Forschung auf die Verhaltensökonomik konzentriert, gilt Felbermayr als Verfechter des Freihandels. Er soll im Rat die Lücke bei geopolitischen Themen schließen. Im Handelskonflikt mit den sich isolierenden Großmächten China und den USA rät er Europa zu größerem Selbstbewusstsein. Es bleibt offen, ob das Gremium künftig mit einer Stimme sprechen wird."