06. März 2026
Die Wirtschaftspresseschau

In den Wirtschaftskommentaren der Zeitungen geht es heute unter anderem um die Spritpreise, die wegen des Kriegs im nahen und mittleren Osten sprunghaft angestiegen sind.

Die aktuellen Spritpreise am Morgen
Die Spritpreise gehen deutlich nach oben. (picture alliance / Rene Traut Fotografie / Rene Traut)
Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG lehnt staatliche Hilfen angesichts der Benzinpreise ab:
"Die beste Reaktion darauf ist die von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche, die solche Subventionen einfach ausschloss. Höhere Spritpreise halten die Verbraucher dazu an, weniger Benzin zu verbrauchen. Das ist in Zeiten eines unberechenbaren Kriegs in Nahost genau die richtige Reaktion. Das ist Marktwirtschaft. Die schlechteste Antwort auf den Preisanstieg für Benzin geben all die Politiker und Marktfeinde, die den Erdölkonzernen Abzocke unterstellen, weil sie den jetzt verkauften Sprit noch zu Vorkriegspreisen eingekauft hätten. Das ist ökonomischer Unfug."
Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG kommentiert:
"Der jüngste Energiepreisschock zeigt vor allem eines: Individuelle Automobilität ist weniger eine Geschichte der Freiheit als eine der Abhängigkeiten. Und die werden gerade für Europa als Kontinent mit großer Bevölkerung und viel Industrie, aber wenigen natürlichen Ressourcen zunehmend zum Verhängnis. Souverän werden heißt deshalb die Devise. Aufs Auto bezogen heißt das: elektrisch werden."
Die WIRTSCHAFTSWOCHE befasst sich mit der vom Bundestag beschlossenen neuen Grundsicherung:
"Das neue System wird härter, keine Frage. Die verschärften Regeln mögen das beim Bürgergeld schwelende Gerechtigkeitsthema abräumen – das verbreitete Gefühl, wer arbeitet, sei der Dumme. Das ist gut und richtig. Dass sich so zehn Milliarden Euro einsparen ließen, wie CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann im Wahlkampf behauptet hatte, ist allerdings ausgeschlossen. Der Gesetzentwurf ging von nicht einmal 90 Millionen Euro im ersten Jahr aus. Zumal viele Verantwortliche in den Jobcentern und von der Bundesagentur für Arbeit die vorgesehenen Regeln schon jetzt für kaum handhabbar, unzureichend beschrieben und hochgradig überkomplex halten. Anders ausgedrückt: Inwiefern sie sich in der Praxis tatsächlich um- und durchsetzen lassen, ist unklar."
Die Bundesbank hat im vergangenen Jahr erneut Milliardenverluste gemacht.
"Doch der Jahresfehlbetrag von 8,6 Milliarden Euro verblasst vollkommen gegenüber den Buchgewinnen der Goldreserven",
hebt die BÖRSEN-ZEITUNG hervor.
"Sage und schreibe phänomenale 124,6 Milliarden Euro waren die Bestände Ende 2025 mehr wert als noch ein Jahr zuvor. Hätte die Bundesbank diese Gewinne realisiert und an den Fiskus überwiesen, dann hätte Deutschland trotz massiver Investitionen in Rüstung und Infrastruktur seine Staatsverschuldung im vergangenen Jahr reduziert.Doch ein Verkauf eines Teils der Goldreserven sollte ein Tabu sein."