
Wegen des Irankriegs und befürchteten Lieferengpässen ist der Preis für ein Barrel Rohöl zwischenzeitlich auf fast 120 US-Dollar gestiegen. Dazu schreibt die BÖRSEN-ZEITUNG:
"Noch immer sind Öl und Gas das Schmiermittel der Weltwirtschaft. Wie stark massive Energiepreisschocks die Aktienmärkte drücken, zeigen die Ölkrise in den 1970er Jahren, der Einmarsch irakischer Truppen nach Kuwait und der anschließende Golfkrieg 1990 und auch der Beginn des Ukrainekriegs 2022. Verluste in der Größenordnung von 25 bis 30 Prozent sind bei solchen Schocks normal. Dann droht der Dax bis auf rund 18.000 Punkte zu fallen. Bleibt die Hoffnung, dass der Krieg in Iran bald zu Ende ist. Falls nicht, wird es für Anleger richtig brenzlig."
Auch das HANDELSBLATT zeigt sich besorgt und fragt:
".... ob ein veritabler Crash droht oder ob die Börsen gerade eine heilsame Korrektur erleben. Die Antwort hängt vor allem davon ab, wie lange sich der Irankrieg hinziehen wird."
Die Zeitung DIE ZEIT kommentiert das Ergebnis der Landtagswahl in Baden-Württemberg aus Sicht der Wirtschaftspolitik:
"Diese Wahl war keine Entscheidung darüber, ob die Autoindustrie weiter verliert, ob die Hidden Champions kaputtreguliert werden oder bald wieder zu alter Kraft kommen. Die CDU ist einen Tick wirtschaftsliberaler, die Grünen eine Spur ordnungspolitischer, aber fundamentale Unterschiede sind im Südwesten nicht auszumachen. Vermutlich werden die beiden weiter gemeinsam ordentlich bis gut regieren, wie schon in den vergangenen zehn Jahren. Und doch wird ein bloßes Weiter-so in der Wirtschaftspolitik nicht reichen. Richtige Projekte wie der Aufbau von Lehrstühlen für künstliche Intelligenz oder für Batterieforschung sind zu klein und zu langsam angesichts der Konkurrenz in aller Welt."
Zum Abschluss blickt die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG in die Schweiz. Dort soll das Ehegatten-Splitting abgeschafft werden:
"Am Frauentag haben die Schweizerinnen und Schweizer gegen ein Modell gestimmt, das in Deutschland politisch als nahezu unantastbar gilt: Sie verabschieden sich von der gemeinsamen steuerlichen Veranlagung von Ehepaaren. Stattdessen wählten sie die Individualbesteuerung. Das Ehegattensplitting, wie es in Deutschland gilt, belohnt ein bestimmtes Rollenbild. Einer verdient viel, der andere wenig. In der Praxis heißt das meist: Der Mann arbeitet Vollzeit, die Frau verdient etwas dazu oder bleibt gleich ganz zu Hause. In der Schweiz wird diese Veranlagung 'Heiratsstrafe' genannt. Künftig aber wird jede Person ihr Einkommen dort separat versteuern. Für viele Frauen lohnt sich Arbeit dann schlicht mehr. Das stärkt ihre finanzielle Unabhängigkeit – und damit auch die Gleichstellung von Mann und Frau."
